Boeing 737 Max 8 US-Flugbegleiter wollen Startverbot

Nach dem Absturz zweier Boeing 737 Max 8 innerhalb weniger Monate gelten in vielen Ländern Flugverbote für das Modell. Nun fordern das auch Flugbegleiter aus den USA. Die nationale Luftfahrtbehörde sieht dafür jedoch keinen Anlass.

Boeing 737 MAX 8 (Symbolbild)
REUTERS

Boeing 737 MAX 8 (Symbolbild)


Flugbegleiter aus den USA haben bis zur Klärung der Ursache des Absturzes einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien ein Startverbot für baugleiche Maschinen gefordert. Die Gewerkschaft APFA (Vereinigung der Professionellen Flugbegleiter), die die mehr als 27.000 Flugbegleiter von American Airlines vertritt, forderte den Chef der größten US-Fluggesellschaft zu einem solchen Schritt auf.

Auch die Gewerkschaft der Transportarbeiter (TWU), in der unter anderem die Flugbegleiter von Southwest Airlines organisiert sind, verlangte ein Startverbot. Nach zahlreichen nationalen Luftfahrtbehörden in Asien, Europa und Australien hatte zuletzt auch die europäische EASA den Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, hieß es. Zuvor hatte der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ebenfalls ein Verbot ausgesprochen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA spricht sich jedoch weiterhin dagegen aus. Nach Überprüfung "aller verfügbaren Daten" sehe man keine Grundlage für ein Verbot, hieß es in einer Mitteilung der FAA auf Twitter. Bislang hätten die Überprüfungen der FAA keine "systemischen Leistungsprobleme" bei dem Flugzeugtyp ergeben, hieß es.

Auch Kanada hält sich mit einem Flugverbot für das Modell vorerst zurück. Der kanadische Verkehrsminister Marc Garneau sagte, es gebe für einen solchen Schritt derzeit keine Pläne. Man sei aber bereit, "sofort zu handeln", sollten neue Erkenntnisse von dem Absturz in Äthiopien dies erforderlich machen.

US-Medienberichten zufolge soll es unmittelbar nach dem Crash einer Maschine des Typs ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Boeing-Chef Dennis Muilenberg gegeben haben. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf zwei mit dem Gespräch vertraute Personen, Muilenberg habe bei Trump dafür geworben, kein Startverbot für baugleiche Maschinen in den USA zu verhängen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Knapp fünf Monate vor dem Crash in Äthiopien am Sonntag war bereits eine Boeing 737 Max 8 in Indonesien abgestürzt. Zahlreiche Airlines legten die Flugzeuge am Dienstag wegen Zweifeln an der Sicherheit der Baureihe zunächst still. Unter anderem die US-Fluggesellschaften American Airlines und Southwest Airlines halten aber an den Maschinen fest.

fek/dpa/Reuters

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.