Boeing 737 Max Auch Kanada und die Ukraine sperren Unglücksflieger aus

Weiterer Rückschlag für Boeing: Nach zahlreichen europäischen und asiatischen Ländern haben nun zwei weitere Länder ein Flugverbot für Maschinen der 737-Max-Reihe verfügt.

Boeing 737 Max 8 der US-Gesellschaft Southwest (Archiv)
AFP

Boeing 737 Max 8 der US-Gesellschaft Southwest (Archiv)


Mit Kanada und der Ukraine haben weitere Länder ein Start- und Überflugverbot für Maschinen der 737-Max-Reihe des Herstellers Boeing erlassen. Sie folgten damit nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien den EU-Staaten, Australien und weiten Teilen Asiens, wo die Luftfahrtbehörden entsprechende Flugverbote verhängt hatten.

"Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen", sagte der kanadische Transportminister Marc Garneau in Ottawa. Betroffen von dem Verbot seien alle Starts und Landungen sowie Überflüge von Boeing 737 Max 8 und 9. Auch die Flugbehörde der Ukraine erließ ein entsprechendes Verbot.

Die Entscheidung sei auf Grundlage von neuen Informationen gefällt worden, sagte Garneau. Experten des kanadischen Ministeriums hätten den Flugverlauf der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 mit dem einer fünf Monate zuvor in Indonesien abgestürzten baugleichen Maschine verglichen. Es gebe dabei Ähnlichkeiten. Der Minister teilte zugleich mit, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Mit Blick auf die USA sagte Garneau: "Wir haben sie heute Morgen darüber informiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben." Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Dienstagabend mitgeteilt, sie sehe weiterhin keinen Anlass für ein Startverbot.

Zahlreiche Länder sperren den Luftraum

Seit Dienstagabend ist der Luftraum für die Maschine in zahlreichen Ländern gesperrt, darunter die 32 Mitgliedsländer der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA, zu denen auch Deutschland gehört. Auch die Türkei, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait, Australien, Neuseeland, Vietnam, Singapur und Malaysia verbannten die Boeing 737 Max aus dem Luftraum, in Afrika tat dies Äquatorialguinea. Namibia verbot Starts und Landungen auf seinen Flughäfen, lässt den Überflug aber weiter zu.

In den für Boeing wichtigen Märkten China und Indonesien dürfen heimische Airlines die 737 Max 8 schon seit Montag nicht mehr einsetzen. Rund ein dutzend chinesische Fluggesellschaften besitzen 76 Maschinen aus der 737-Max-Familie. Auch Oman, Südkorea, die Mongolei und Kasachstan verboten Flüge mit der Boeing. Indien verbot zwei seiner Fluggesellschaften den Einsatz der Maschine.

Darüber hinaus setzen zahlreiche Fluggesellschaften die Maschine vorerst nicht ein - allen voran Ethiopian Airlines. Auch Tuifly, flyDubai, LOT aus Polen, Icelandair, Turkish Airlines, die südafrikanische Comair, die Cayman Airways, die brasilianische Gol Airlines, Aerolineas Argentinas und Aeroméxico lassen die 737 Max 8 vorerst nicht mehr starten. Der Billigflieger Norwegian Air Shuttle lässt seine 18 Flugzeuge des Typs ebenfalls bis auf weiteres am Boden und kündigte als erste Airline Schadenersatzforderungen an.

Die US-Fluggesellschaften Southwest Airlines und American Airlines halten dagegen bisher an den Flugzeugen fest.

brt/dpa/AFP

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