Hamburg - Es ist ein Hoffnungsschimmer für das schuldengeplagte Griechenland. Das Bundesverfassungsgericht hat die Mitwirkung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm ESM und am Fiskalpakt unter Vorbehalten gebilligt. In Griechenland legten die Börsenkurse daraufhin kräftig zu: Der Leitindex Athex stieg zeitweise um mehr als drei Prozent. Das Land wird vermutlich noch sehr lange auf Finanzspritzen anderer Länder und Institutionen angewiesen sein.
Auch in anderen europäischen Ländern verzeichneten die Börsen nach dem Karlsruher Urteil Kursgewinne. Der EuroStoxx
, ein Indikator der die wichtigsten europäischen Aktien abbildet, stieg zeitweise um rund 1,2 Prozent - auf knapp 2580 Punkte. Der spanische Leitindex Ibex gewann rund ein Prozent und übersprang die 8000-Punkte-Marke. Der italienische FTSE stieg um deutlich mehr als ein Prozent, er gewann insgesamt fast 200 Punkte an Wert. Der portugiesische PSI 20 stieg ebenfalls um mehr als ein Prozent. Der Euro
stieg über den Wert von 1,29 Dollar.
In Griechenland wirkte sich auch ein Statement des EU-Kommissionspräsidenten positiv auf die Börsenkurse aus. "Wenn Griechenland zu seinen Verpflichtungen steht, sollte es in der Euro-Zone bleiben", sagte José Manuel Barroso am Mittwoch in Straßburg vor dem Europaparlament.
Derzeit untersucht die "Troika" der internationalen Geldgeber in Athen die Bücher. Die Vertreter von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission haben teilweise erhebliche Einwände gegen das neue griechische Sparprogramm von gut 11,5 Milliarden Euro. Das Votum der Troika ist entscheidend für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm.
Die Kontrolleure der Geldgeber fordern von der griechischen Regierung weitere radikale Änderungen im Arbeitsrecht, bei Renten und Entlassungen im Staatswesen. Wie am Mittwoch aus Kreisen des Arbeitsministeriums in Athen verlautete, schlage die Troika vor, dass das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre erhöht wird. Zudem solle die Sechs-Tage-Woche wieder eingeführt werden.
Barroso forderte Griechenland eindringlich auf, seine Zusagen einzuhalten und die versprochenen Reformen umzusetzen. Und er gab sich zuversichtlich. Bereits im Herbst werde es vermutlich einen "Wendepunkt" für Athen geben, sagte Barroso.
ssu/AFP/dpa
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