Börsenreaktion: Griechische Anleger feiern ESM-Urteil

Erleichterung in Griechenland: Nachdem das Bundesverfassungsgericht Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM abgelehnt hat, legt der Athener Leitindex um mehr als drei Prozent zu. Gleichzeitig drohen dem Land neue Sparauflagen: Die Troika will die Sechs-Tage-Woche wieder einführen.

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Börse in Athen: Positives Signal für Griechenland

Hamburg - Es ist ein Hoffnungsschimmer für das schuldengeplagte Griechenland. Das Bundesverfassungsgericht hat die Mitwirkung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm ESM und am Fiskalpakt unter Vorbehalten gebilligt. In Griechenland legten die Börsenkurse daraufhin kräftig zu: Der Leitindex Athex stieg zeitweise um mehr als drei Prozent. Das Land wird vermutlich noch sehr lange auf Finanzspritzen anderer Länder und Institutionen angewiesen sein.

Auch in anderen europäischen Ländern verzeichneten die Börsen nach dem Karlsruher Urteil Kursgewinne. Der EuroStoxx Chart zeigen, ein Indikator der die wichtigsten europäischen Aktien abbildet, stieg zeitweise um rund 1,2 Prozent - auf knapp 2580 Punkte. Der spanische Leitindex Ibex gewann rund ein Prozent und übersprang die 8000-Punkte-Marke. Der italienische FTSE stieg um deutlich mehr als ein Prozent, er gewann insgesamt fast 200 Punkte an Wert. Der portugiesische PSI 20 stieg ebenfalls um mehr als ein Prozent. Der Euro Chart zeigen stieg über den Wert von 1,29 Dollar.

In Griechenland wirkte sich auch ein Statement des EU-Kommissionspräsidenten positiv auf die Börsenkurse aus. "Wenn Griechenland zu seinen Verpflichtungen steht, sollte es in der Euro-Zone bleiben", sagte José Manuel Barroso am Mittwoch in Straßburg vor dem Europaparlament.

Derzeit untersucht die "Troika" der internationalen Geldgeber in Athen die Bücher. Die Vertreter von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission haben teilweise erhebliche Einwände gegen das neue griechische Sparprogramm von gut 11,5 Milliarden Euro. Das Votum der Troika ist entscheidend für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm.

Die Kontrolleure der Geldgeber fordern von der griechischen Regierung weitere radikale Änderungen im Arbeitsrecht, bei Renten und Entlassungen im Staatswesen. Wie am Mittwoch aus Kreisen des Arbeitsministeriums in Athen verlautete, schlage die Troika vor, dass das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre erhöht wird. Zudem solle die Sechs-Tage-Woche wieder eingeführt werden.

Barroso forderte Griechenland eindringlich auf, seine Zusagen einzuhalten und die versprochenen Reformen umzusetzen. Und er gab sich zuversichtlich. Bereits im Herbst werde es vermutlich einen "Wendepunkt" für Athen geben, sagte Barroso.

ssu/AFP/dpa

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insgesamt 24 Beiträge
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1. na dann kann die PArty ja munter weitergehen.
herr_kowalski 12.09.2012
Zitat von sysopAPErleichterung in Griechenland: Nachdem das Bundesverfassungsgericht Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM abgelehnt hat, legt der Athener Leitindex um mehr als drei Prozent zu. Auch in den anderen Krisenländern steigen die Kurse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855351,00.html
im Club med knallen sicher jetzt die Champagnerkorken.
2. Verständlich
Knackeule 12.09.2012
Verständlich, dass vor allem die Börsen der bankrotten Club-Med-Staaten das Scheiß-Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts feiern. Jetzt kann man endlich ungehindert an die deutsche Kohle im großen Umfang gelangen, da die einzige Hürde nur noch die ca. 600 Nick-Neger im deutschen Bundestag sind, die jede Hifle-Aufstockung letztendlich schon abnicken werden, wenn Mutti das als alternativlos erklärt. Und Mutti ist ja die beliebteste Politkern im Bananenland Deutschland. Also, paßt doch. UNd wenn am Ende alle Euro-Zonen-Staaten einschließlich Deutschland bankrott sind, dann kommt halt eine Währungs-Reform mit einer neuen Währung.
3. Griechische Anleger feiern ESM-Urteil
eulenspiegel_neu 12.09.2012
Die Zocker der Banken und Schattenbanken können weitermachen wie bisher. Anstatt Abschreibungen durchzuführen, können die genannten nun wieder Luftgewinne in ihre Bilanzen schreiben. Verloren haben weiterhin die Poklitiker, da die Krise nicht an den Wurzeln beseitigt wird, sondern weiter über der Wirtschaft schwebt. Der Dax steugt (man sieht es am Ölpreis, der fast um 2 EURO gestiegen ist), zahlen dürfen die Bürger. Griechenland kann seine Schulden ausbauen bzw. so weitermachen, wie bisher. Gegen die Krise ist das Urteil noch die wirksame Waffe. Mal sehen, wie es weitergeht ...
4.
eduardschulz 12.09.2012
Zitat von sysopAPErleichterung in Griechenland: Nachdem das Bundesverfassungsgericht Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM abgelehnt hat, legt der Athener Leitindex um mehr als drei Prozent zu. Auch in den anderen Krisenländern steigen die Kurse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855351,00.html
Interessant und bezeichnend, dass der griechische Leitindex um drei Prozent steigt, während der DAX doch sehr verhalten reagiert.
5. Und wir zahlen weiter..
spon-facebook-10000098951 12.09.2012
Na prima, und wir Deutschen zahlen brav weiter für die faulen und korrupten Südeuropäer und wundern uns im selben Moment, wo wir selbst bleiben. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vorwerk-studie-deutsche-sind-im-stress-und-haben-keine-zeit-fuer-liebe-a-855333.html Weiter so, die Belastungsgrenze ist noch lange nicht erreicht. Es lassen sich noch mehr Milliarden aus dem ach doch so reichen, gut situiertem wohlgenährtem deutschen Volk pressen.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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