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Boomendes China: Experten rechnen mit fast zehn Prozent Wachstum

Chinas Wirtschaft wächst rasant: Für das zweite Quartal rechnen Experten mit einem Konjunkturplus von 9,6 Prozent. Gleichzeitig warnen sie vor einer Überhitzung - und ausufernder Inflation.

Automesse in Shanghai: Boomende chinesische Konjunktur Zur Großansicht
AFP

Automesse in Shanghai: Boomende chinesische Konjunktur

Shanghai/Beijing - Chinas Wirtschaft läuft auf Hochtouren - mit extrem hohen Zuwachsraten. Nach Schätzungen von Experten wird die Konjunktur im zweiten Quartal um 9,6 Prozent zulegen. Das geht aus einem Bericht des staatlichen Informationszentrums hervor, der am Mittwoch in der Zeitung "China Securities Journal" abgedruckt ist. Bereits im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung Chinas um 9,7 Prozent zugelegt.

Sorge bereitet den Forschern, dass die Verbraucherpreise immer schneller steigen. Im März hatte die Teuerungsrate mit 5,4 Prozent den höchsten Stand seit 32 Monaten erreicht. Für das zweite Quartal gehen die Inflationsprognosen auseinander: Manche rechnen mit einem Anstieg um fünf Prozent bei den Verbraucherpreisen. Andere Volkswirte gehen davon aus, dass die Preisbeschleunigung in China im Frühjahr auf mehr als sechs Prozent steigt.

Die Regierung in Peking will die Inflation auf vier Prozent begrenzen. Die Inflation beutelt vor allem Chinas arme Massen. Betroffen sind vor allem arme Familien, die bis zur Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben - und nun in Bedrängnis geraten. Dem Land drohen soziale Unruhen.

Die Nahrungsmittelpreise waren im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,7 Prozent geklettert, was in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgt. Daher nannte Ministerpräsident Wen Jiabao den Kampf gegen die Inflation die "dringendste Aufgabe" seiner Regierung.

Außenpolitisch geht China immer stärker in die Offensive. Laut einem Bericht der Londoner "Financial Times"("FT") treibt Peking die globale Expansion voran: Demnach will die Volksrepublik im großen Stil in ausländische Firmen einsteigen - und steckt dafür bis zu 200 Milliarden Dollar in ihren Staatsfonds CIC.

Laut "FT" will die Regierung die eigenen Währungsreserven verringern - und ihr gewaltiges Engagement in US-Staatsanleihen zurückfahren. Mit rund 900 Milliarden Dollar ist China Amerikas größter Gläubiger.

ssu/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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1. .
c++ 27.04.2011
Sicherlich boomt China, aber man sollte dabei bedenken, dass Prozentwerte relativ sind. China hatte 2009 ein BIP pro Kopf von 3.678 USD, 10% sind 368 USD. Drückt man dies prozentual zum BIP pro Kopf z.B. in Deutschland aus auf der Basis 40.875 USD, dann sind das 0,9%. Sobald also in D das BIP pro Kopf um mehr als 1% wächst, wächst die Wirtschaftsleistung in D in absoluten Zahlen stärker als in China. Für Schwellenländer sind solche Steigerungen also notwendig, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen.
2. Da müssen sich die Chinesen warm anziehen
Viva24 27.04.2011
die Lobbyisten und Politker in Deutschland haben nämlich entschieden Mini-Jobs und Leiharbeit auf 80% der Arbeitnehmer auszubauen. Nichts da mit Billiglöhnen in China, in Deutschland geht noch billiger und dann immmer nach unten!
3. Titel
testthewest 27.04.2011
Zitat von Viva24die Lobbyisten und Politker in Deutschland haben nämlich entschieden Mini-Jobs und Leiharbeit auf 80% der Arbeitnehmer auszubauen. Nichts da mit Billiglöhnen in China, in Deutschland geht noch billiger und dann immmer nach unten!
Für einen "Billiglohn" bekommen sie dort aber immernoch 3 Volltagskräft. Es wird endlich Zeit für Gerechtigkeit! Gleiche Kaufkraft für gleiche Arbeit - weltweit! Aber lassen sie mich raten: Sobald sie für gerechte Dinge zur Kasse gebeten werden hats sichs schnell mit ihrem Idealismus.
4. pro Kopf?
Norbert1981 27.04.2011
Zitat von c++Sicherlich boomt China, aber man sollte dabei bedenken, dass Prozentwerte relativ sind. China hatte 2009 ein BIP pro Kopf von 3.678 USD, 10% sind 368 USD. Drückt man dies prozentual zum BIP pro Kopf z.B. in Deutschland aus auf der Basis 40.875 USD, dann sind das 0,9%. Sobald also in D das BIP pro Kopf um mehr als 1% wächst, wächst die Wirtschaftsleistung in D in absoluten Zahlen stärker als in China. Für Schwellenländer sind solche Steigerungen also notwendig, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen.
Was ich nicht verstehe, warum reden Sie China klein und bezieht sich nur auf die Pro-Kopf Wirtschaftsleistung? Hier zählen absolute Zahlen. Geopolitisch und militärisch ist doch die pro-Kopf Analyse sinnlos. Ganz einfach: China hat auf mehr Geld verfügt--kann mehr Waffen einkaufen---Einfluss in der Welt ist viel grösser und Wirtschaftsinteressen können auch besser vertreten werden. http://www.zeit.de/2011/17/Vorherrschaft-Pazifik Ob BIP oder BIP pro Kopf beide sind nicht anders als Statistikdaten
5. Mehr
rabenkrähe 27.04.2011
Zitat von c++Sicherlich boomt China, aber man sollte dabei bedenken, dass Prozentwerte relativ sind. China hatte 2009 ein BIP pro Kopf von 3.678 USD, 10% sind 368 USD. Drückt man dies prozentual zum BIP pro Kopf z.B. in Deutschland aus auf der Basis 40.875 USD, dann sind das 0,9%. Sobald also in D das BIP pro Kopf um mehr als 1% wächst, wächst die Wirtschaftsleistung in D in absoluten Zahlen stärker als in China. Für Schwellenländer sind solche Steigerungen also notwendig, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen.
.... Deswegen hat China ja auch die Potentiale und die Rücksichtslosigkeit immer weiter und weiter und weiter zu expandieren. Umweltschutz, Sozial- und Gemeinwesen, bedachter Umgang mit Rohstoffen und vieles andere kommt dabei natürlich zu kurz. Aber wen interessiert das schon in einer Wachstumsmanie? Das schlimmste ist nur, daß die Weltwirtschaft mittlerweile voll abhängig von China ist, mehr als von den USA. Unser ach so bejubeltes Wachstum hat seine Wurzeln in China. Was sich eines Tages rächen muß. So oder so. rabenkrähe
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Fläche: 9.572.900 km²

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Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

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Der chinesische Staatsfonds CIC
Der Auftrag
Der chinesische Staatsfonds CIC wurde gegründet, um die enormen Devisenreserven des Landes anzulegen. Insgesamt verfügt China über Devisen im Wert von mehr als drei Billionen Dollar - es sind die größten Reserven der Welt. Offiziell nahm die CIC (China Investment Corporation) die Arbeit Ende September 2007 auf. Der Fonds verfügt mittlerweile über ein geschätztes Kapital von 200 bis 300 Milliarden Dollar. Das Ziel des Fonds ist eine möglichst hohe Rendite. Pro Tag muss der Fonds mindestens 44 Millionen Dollar verdienen, um die Anleihen zu bedienen, die zu seiner Finanzierung ausgegeben wurden. Politischer Einfluss scheint dagegen nicht an erster Stelle zu stehen. Bislang zumindest erwiesen sich die Sorgen westlicher Regierungen als nicht begründet.
Die Mittel
Vom Gesamtkapital des Fonds steht nur etwa die Hälfte für Auslandsinvestitionen zur Verfügung, die andere Hälfte soll inländischen Unternehmen, vor allem den staatlichen Banken, zugute kommen. Allein 67 Milliarden Dollar wurden dazu genutzt, Central Huijin zu kaufen, einen Investment-Arm der chinesischen Zentralbank, der Anteile an Chinas größten Geldhäusern hält. CIC-Chef Lou Jiwei sagte, sein Fonds wolle zur Stabilisierung der globalen Märkte beitragen - ebenso wie andere Staatsfonds, die sich ebenfalls an großen Banken beteiligt haben, als diese in den Strudel der Hypothekenkrise gerieten.
Die Investitionen
In seiner ersten Investition kaufte der Fonds knapp zehn Prozent an der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone für drei Milliarden Dollar. Dieser Anteil hat seit dem Einstieg der CIC im Juni 2007 rund 60 Prozent an Wert eingebüßt, da der Kurs der Aktien stark gefallen ist. Einige Monate später stieg die CIC auch bei Morgan Stanley ein. Für den 9,9-Prozent-Anteil an der US-Investmentbank zahlte sie fünf Milliarden Dollar. Auch bei dieser wohl größten Einzelinvestition verlor die CIC einen Milliardenbetrag. Mittlerweile investiert der Staatsfonds bevorzugt in den weltweiten Rohstoffmärkten, etwa in Indonesien, Russland, Kanada oder Kasachstan. Doch auch eine Beteiligung am deutschen Autobauer Daimler wurde geprüft.

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