Boston-Consulting-Studie: In Deutschland lebt es sich sehr gut

Studie zur Lebensqualität: Es geht uns gut Fotos
Corbis

Die Lebensqualität in Deutschland ist so hoch wie fast nirgendwo sonst. Eine Studie bewertet die Situation von Wirtschaft, Gesundheit oder Umwelt nur in einigen kleinen Ländern Europas besser. Die Forscher warnen jedoch vor dem Abstieg Deutschlands.

Hamburg - In Deutschland lebt es sich im internationalen Vergleich sehr gut. Nach einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) ist die Lebensqualität in der Bundesrepublik derzeit so hoch wie in keinem anderen großen Industrieland. Insgesamt liegt Deutschland auf Platz 8 und damit deutlich vor Japan (Rang 16) und den USA (Rang 18). Die Unternehmensberatung hat die Studie exklusiv für das manager magazin erstellt.

BCG hat dazu das Wohlfahrtsniveau in 150 Ländern verglichen. Nur in einigen deutlich kleineren Staaten wie Norwegen der Schweiz oder Österreich lebt es sich noch angenehmer. In ihrer Untersuchung erfassten die BCG-Experten nicht nur ökonomische Indikatoren wie Einkommen oder Arbeitsplätze, sondern auch politische und gesellschaftliche Faktoren sowie die Bildung und Gesundheit der Menschen und die Qualität von Umwelt und Infrastruktur in jedem Land.

Beim Teilindikator Arbeitsmarkt liegt Deutschland weltweit sogar auf Platz 1. Kein Land hat zwischen 2006 und 2011 relativ zu seiner Größe so viele Arbeitsplätze geschaffen wie Deutschland. Bei der Umweltqualität belegt es den zweiten Platz. Hier loben die BCG-Experten den hervorragenden Zustand der Natur, bemängeln aber die CO2-intensive Stromproduktion in Deutschland.

Allerdings ist der komfortable Standard der Deutschen in Gefahr, warnt BCG. Das Einkommen pro Kopf drohe deutlich zu sinken, wenn der demografische Wandel nicht durch eine höhere Lebensarbeitszeit oder Frauenerwerbstätigkeit ausgeglichen werden könne.

Auch im zukunftsentscheidenden Bereich Bildung schneidet die Bundesrepublik nur mittelmäßig ab (Platz 13). Hier wäre nach Ansicht der Forscher mehr Geld und eine bessere Förderung von Migranten notwendig. Die Bewertungen der lange Zeit vorbildlichen Infrastruktur gehen zurück. Selbst bei der Umwelt ist der Spitzenplatz gefährdet: Die mangelhafte Umsetzung der Energiewende sorge für eine ungünstigere Perspektive.

ade

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insgesamt 143 Beiträge
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1. sag ich doch
nummer50 23.08.2013
Mir gings wirtschaftlich noch nie so gut wie heute, jeder der derzeit einigermassen normal arbeit und lebt kann sich was leisten....bei uns stehn in einem 4 Personenhaushalt 4 Autos vor der Türe....ist doch irre! Und ich arbeite in der Industrie 5 Tage Woche und 39 Arbeitstunden in der Woche!
2. Das kann man auch anders sagen:
Hugo55 23.08.2013
Zitat von sysop.....Selbst bei der Umwelt ist der Spitzenplatz gefährdet: Die mangelhafte Umsetzung der Energiewende sorge für eine ungünstigere Perspektive.....
nämlich: "Die kopflose Abschaltung der Kernkraftwerke sorge für eine ungünstige Pespektive." Diese Aussage ist genauso berechtigt, passt aber dem Readakteur offensichtlich nicht.
3.
oche_alaaf 23.08.2013
Zitat von sysopDie Lebensqualität in Deutschland ist so hoch wie fast nirgendwo sonst.
... wird hier eh keiner glauben ;) Wobei mir tatsächlich die Boston Consulting Gruppe sehr supsekt ist.
4. Forscher?
elpackito 23.08.2013
BCGler sind keine Forscher nur weil sie eine Momentaufnahme schaffen. Was ist die Methode/Theorie dazu? Aber so ist das eben mit Beratern. Gut, dass ich nicht bei so einem Verein sondern in der Forschung(!) gelandet bin.
5. unreal
antirechthaber 23.08.2013
Dann frage ich mich aber doch, warum so viele Menschen - mehr als früher - in den Papierkörben nach Pfandflaschen wühlen. Jedenfalls in den sozialschwachen Stadtbezirken. Oder warum jeder vierte Job ein Niedriglohn-Job ist, der meist nur geringfügig über dem HartzIV-Regelsatz liegt. Oder die Miet-Explosion in den Großstädten. Die Inflation, angeblich niedrig, tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, usw.
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