Von Stefan Schultz
Im Golf von Mexiko meldet BP inzwischen erste Erfolge. Nach Angaben der amerikanischen Küstenwache saugt der Konzern mittlerweile gut zwei Drittel des austretenden Öls durch einen Trichter ab. Und noch im August will BP neben dem Leck ein neues Loch bohren und so den Ausfluss ins Meer ein für alle Mal stoppen.
Für den Konzern selbst beginnen danach die wahren Aufräumarbeiten. Zwar will auch die US-Regierung nicht auf Tiefseebohrungen verzichten, schließlich machen diese das Land energiepolitisch ein Stück weit unabhängig. Doch der öffentliche Rückhalt solcher Bohrungen hat seit dem Unglück der "Deepwater Horizon" stark gelitten. Regierung und Energiekonzerne müssen starke Argumente finden, um neue Tiefseeabenteuer vermittelbar zu machen.
Für BPs Strategen ist das schon jetzt die eigentliche Aufgabe. Rund zehn Prozent von BPs weltweiter Ölproduktion stammen aus dem Golf von Mexiko, künftig soll dieser Anteil stark wachsen. Hebt die US-Regierung nicht bald ihr Moratorium für Tiefseebohrungen auf, droht BP ein schmerzhafter Niedergang, der Tausende Mitarbeiter den Job kosten könnte.
Obama hätte Hayward "längst gefeuert"
Das wichtigste Argument, um Tiefseebohrungen zu rehabilitieren, sind strenge Sicherheitsauflagen. Und es ist fraglich, dass Hayward der richtige ist, diese bei BP umzusetzen. Schließlich hat er es schon einmal versprochen und dann nicht getan. Gut möglich, dass BP sich Hayward noch als Sündenbock hält, bis das Leck im Meer gestopft ist - und sich dann ganz von ihm trennt. US-Präsident Barack Obama hätte Hayward nach eigenen Worten ohnehin "längst gefeuert".
Ein BP-Sprecher beteuerte am Freitag, der Aufsichtsrat habe "nach wie vor Vertrauen" in Hayward. Aufsichtsratschef Svanberg selbst sagte, der BP-Boss werde jetzt "mehr zu Hause sein".
Hayward hat also sein Leben zurück - ganz wie er es wollte.
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