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Wirtschaftskrise: Moody's stuft Brasilien auf Ramschniveau herab

Präsidentin Rousseff: Spekulationen über Amtsenthebungsverfahren Zur Großansicht
AP/dpa

Präsidentin Rousseff: Spekulationen über Amtsenthebungsverfahren

Erst Fitch, dann Standard & Poor's, nun Moody's: Brasiliens Bonität besitzt in den Augen der großen Ratingagenturen nur noch Ramschstatus. Die Notenbank ist wegen zunehmender Kreditausfälle besorgt.

Brasilien steckt im Jahr der Olympischen Spiele in Rio in einer schweren Wirtschafts- und Schuldenkrise. Nun hat mit Moody's die letzte der drei führenden Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschstatus herabgestuft. Moody's senkte die Bonität um gleich zwei Stufen auf die Note "Ba2". Zuvor hatten bereits Fitch und Standard & Poor's die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas auf Ramschniveau herabgestuft.

Dass die Bonität eines Landes gleich um zwei Noten herabgestuft wird, ist ungewöhnlich. Moody's begründete das damit, dass dies das schiere Ausmaß des finanziellen Niedergangs durch Wirtschafts- und Schuldenkrise widerspiegele. Das einst boomende Land ist von Korruptionsskandalen und Rezession geplagt. So ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr geschrumpft und die Industrieproduktion regelrecht eingebrochen. Die Regierung hat darauf mit einem drastischen Sparpaket reagiert.

Für Unsicherheit sorgen laut Moody's zudem neue Spekulationen über ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff. Ihr werden Steuervergehen und Korruption vorgeworfen, was sie zurückweist.

Abstufung verstärkt Gefahr von Kreditausfällen

Die brasilianische Wirtschaft werde voraussichtlich in den nächsten Jahren nur ein schwaches Wachstum erreichen, teilte Moody's weiter mit. Binnen drei Jahren drohe zudem die Staatsverschuldung die Grenze von 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu überschreiten. In den vergangenen drei Jahren war sie um 15 Punkte auf gut 66 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig steigt der Notenbank zufolge das Risiko von Kreditausfällen wegen des wirtschaftlichen Niedergangs in den kommenden Monaten erheblich. Zuletzt seien immer mehr Kreditnehmer mit ihren Rückzahlungen in Verzug geraten, stellte die brasilianische Zentralbank fest. Eine solche Zunahme an verspäteten Ratenzahlungen wird als Warnsignal für faule Kredite gewertet.

Diese Gefahr wird durch die Herabstufung der Bonität des Landes noch verstärkt, denn sowohl für Staat als auch Unternehmen hat sie tendenziell eine Verteuerung neuer Kredite zur Folge. Geldgeber verlangen bei einem schlechteren Rating oft einen höheren Risikoaufschlag.

fdi/Reuters

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