Wirtschaftskrise Brasiliens Kreditwürdigkeit sinkt auf Ramschniveau

Die Schuldenpolitik von Brasiliens Staatspräsidentin Rousseff schlägt zurück: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf "BB+" herabgesetzt.

Präsidentin Rousseff (Archiv): Schuldenproblem, Rezession und Inflation
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Präsidentin Rousseff (Archiv): Schuldenproblem, Rezession und Inflation


Brasiliens Kreditwürdigkeit ist nach Einschätzung der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) auf Ramschniveau gesunken. Die Agentur setzte das Länderrating für Brasilien um eine Stufe auf "BB+" herunter, wie S&P mitteilte. Zudem sei der Ausblick für Brasilien negativ, so S&P.

Mit der Herabstufung hat Brasilien als Schuldner den sogenannten Investment Grade verloren, der für eine zumindest einigermaßen sichere Geldanlage steht. Damit werden brasilianische Staatspapiere als sogenannte Junk Bonds eingestuft, also als Ramschpapiere. Die Staatsfinanzierung dürfte damit noch schwieriger werden. Derzeit muss Brasilien bereits 5,6 Prozent auf Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zahlen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 0,67 Prozent.

Mit dem Schritt reagiert die Ratingagentur vor allem auf die Schuldenpolitik von Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Zuletzt hatte die Regierung erstmals in der Geschichte Brasiliens einen Haushaltsplan vorgelegt, der rote Zahlen vorsieht.

Neben dem Schuldenproblem leidet Brasilien zurzeit unter einer schweren Rezession und einer massiven Inflation. Hinzu kommen Korruptionsskandale.

Die Staatsverschuldung Brasiliens liegt mit 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) leicht unter der Deutschlands und weit unter der von Ländern wie Griechenland oder Japan.

mka/dpa/Reuters



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insgesamt 10 Beiträge
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zila 10.09.2015
1. Unverstaendlich
"Zuletzt hatte die Regierung erstmals in der Geschichte Brasiliens einen Haushaltsplan vorgelegt, der rote Zahlen vorsieht. " Wie kann man erstmals rote Zahlen schreiben und dann 66 Prozent BIP Schulden haben? Da hat man doch schon vorher keine schwarze Null oder gar Ueberschuesse im Haushalt gehabt?!
TasteF6 10.09.2015
2. Komisch
Woher kommen die hohen Schulden, wenn erstmals rote Zahlen im Haushalt auftauchen? Vielleicht weiss Prof. Münchau Rat?
muellerthomas 10.09.2015
3.
Zitat von zila"Zuletzt hatte die Regierung erstmals in der Geschichte Brasiliens einen Haushaltsplan vorgelegt, der rote Zahlen vorsieht. " Wie kann man erstmals rote Zahlen schreiben und dann 66 Prozent BIP Schulden haben? Da hat man doch schon vorher keine schwarze Null oder gar Ueberschuesse im Haushalt gehabt?!
Es war wohl das erste Mal, dass bereits der Plan neue Schulden vorsieht - gemacht wurden Jahr für Jahr welche.
muellerthomas 10.09.2015
4.
Zitat von TasteF6Woher kommen die hohen Schulden, wenn erstmals rote Zahlen im Haushalt auftauchen? Vielleicht weiss Prof. Münchau Rat?
"Zuletzt hatte die Regierung erstmals in der Geschichte Brasiliens einen Haushaltsplan vorgelegt, der rote Zahlen vorsieht." Da steht nicht, dass erstmals Schulden gemacht werden, sondern dass erstmals ein Haushaltsplan neue Schulden vorsieht. Gemacht wurden jedes Jahr neue Schulden.
Peter Bernhard 10.09.2015
5. Seltsam und schlimm
Verstehe ich auch nicht - rot und doch nicht. Bin also gespannt. Das erinnert mich an meine Entdeckung der "missing fleet" - dass nämlich Griechenland seine Reederei-Registertonnen in allen Statistiken verbirgt und das wohl immer nocht tut.
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