Nach Brexit Australien buhlt um Freihandelspakt mit Großbritannien

Was wird aus Großbritannien nach dem Brexit? Die australische Außenministerin Bishop macht ein besonderes Angebot: Sie hätte die frühere Kolonialmacht gerne als Partner beim Freihandelsabkommen TPP.

Julie Bishop
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Julie Bishop


Im Commonwealth dominierte Großbritannien lange Australien und die dortige Wirtschaft. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die einstigen britischen Kolonien stehen auf eigenen Füßen - und die Ex-Besatzungsmacht steht angesichts des anstehenden Brexits wirtschaftlich unter Druck. Angesichts dieser Lage hat die australische Außenministerin Julie Bishop der britischen Regierung nun ein besonderes Angebot gemacht.

"Wir würden natürlich das Interesse einer Wirtschaft von der Größe Großbritanniens begrüßen", sagte Bishop in London mit Blick auf eine mögliche Beteiligung am geplanten Transpazifischen Handelsabkommen (TPP). Bishop reagiert damit auf einen Vorschlag des britischen Wirtschaftsministers Liam Fox, der diese Option vor Kurzem ins Spiel gebracht hatte.

Bishop sagte, sie sei mit oder ohne TPP optimistisch, was die Zukunft Großbritanniens nach dem EU-Austritt anbelangt. Der Brexit biete "enorme Chancen". Sobald das Land die EU verlassen habe, könne auf jeden Fall ein Freihandelsvertrag zwischen beiden Ländern verhandelt werden. Bishop hatte sich bereits vergangenen Sommer in die Brexit-Gespräche eingeschaltet - und sich in einem Interview der "Times" um die Rechte ihrer Landsleute beim Zugang nach Großbritannien gesorgt.

Solange Großbritannien noch ihr Mitglied ist, dürfte die EU aber gegen neue Handelsabkommen des Landes intervenieren. Schließlich betreiben sie (noch) eine gemeinsame Handelspolitik. Auch Bishop weiß, dass ein Abkommen mit ihrem Land oder ein Beitritt zum TPP wohl ausgeschlossen ist, sollte Großbritannien Mitglied der Zollunion bleiben.

Die elf potenziellen TPP-Länder, namentlich Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam, wollen das Abkommen im März unterzeichnen. Es soll rund um den Pazifik die größte Freihandelszone der Welt schaffen.

US-Präsident Donald Trump hatte sein Land Ende 2017 aus den Verhandlungen zurückgezogen. Das Abkommen soll in Kraft treten, wenn es sechs der elf Länder ratifizieren. Es sieht unter anderem den Wegfall von Zöllen auf Agrar- und Industrieprodukte vor.

apr/Reuters



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