Notfallplanung Britische Manager bereiten sich kaum auf Brexit vor

Weniger als ein Jahr vor Großbritanniens geplantem EU-Austritt hat einer Umfrage zufolge nicht einmal jeder dritte Manager im Land einen Notfallplan. Den Unternehmen mangele es dafür schlicht an Informationen.

Bankenviertel in London (Archivbild)
DPA

Bankenviertel in London (Archivbild)


Nur knapp ein Drittel der britischen Manager hat einen Notfallplan für den Brexit. 49 Prozent der 800 befragten Manager gingen davon aus, dass der Brexit sie nicht betreffe, teilte das Institute of Directors (IoD) mit. 42 Prozent wollten erst Änderungen vornehmen, wenn die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zur EU klarer seien.

"Viele Firmen haben noch keine Vorbereitungen getroffen", sagte der Generaldirektor des IoD. Daraus könne ihnen aber kein Vorwurf gemacht werden, denn sie würden bei vielen Fragen "im Dunkeln" gelassen.

Die bisherigen Vorschläge der Regierung in London für einen Austrittsvertrag stoßen bei der EU-Kommission auf Widerstand. Daher bereiten sich beide Seiten auch auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vor. Der IoD rief die britische Regierung auf, diesbezüglich möglichst schnell Empfehlungen auszusprechen. Premierministerin Theresa May hat diese für August und September angekündigt.

Nach dem Willen der EU soll das Austrittsabkommen mit Großbritannien im Oktober ausverhandelt sein, damit der Brexit im März 2019 vollzogen werden kann.

dab/Reuters

insgesamt 51 Beiträge
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archi47 03.08.2018
1. Nur ein harter Brexit
wird zu einem Stimmungswandel führen. Es ist wie ein reinigendes Gewitter, allerdings mit unbekannt hohen Kollateralschäden. Ich glaube nicht, dass hier Kompromisse zu was Guten führen.
axel_roland 03.08.2018
2. Manager sind Manager geworden, weil sie sich klug verhalten
eben anders als Politiker. Ein guter Manager kann pragmatisch auf Ist-Zustände reagieren: Hope for the best, plan for the worst. Genau das machen sie im Moment - sinvollerweise. Dass sie keine Hoffnung in die Aktionen unberechenbarer und teilweise offenbar geistig minderbemittelter britischer Politiker legen möchten - wer kann es ihnen verdenken...
stmnoreg 03.08.2018
3. Brexit im Chaos
Die Briten würden gut daran tun, endlich in vernüftige Bahnen zu kommen. Ein ungeregelter Austritt aus der EU schadet ihnen in erste Linie selber. Und natürlich auch dem Rest der EU Mitglieder. In einer "Solidargeminschaft" kann man nicht immer nur an sich selber denken. Europa hat sich in den letzten Jahren sehr verändert und das durchaus nicht im positiven Sinne!
pepe-b 03.08.2018
4. @ axel_roland
Ähm, Ihr Kommentar widerspricht sich selbst. Der würde nämlich bedeuten, dass man für alle Varianten - vom worst case bis zum best case - Pläne in der Schublade hat. Ich bin deshalb erstaunt, dass das eben gerade nicht so ist.
M. Vikings 03.08.2018
5. Nach mir die Sintflut.
Zitat von axel_rolandeben anders als Politiker. Ein guter Manager kann pragmatisch auf Ist-Zustände reagieren: Hope for the best, plan for the worst. Genau das machen sie im Moment - sinvollerweise. Dass sie keine Hoffnung in die Aktionen unberechenbarer und teilweise offenbar geistig minderbemittelter britischer Politiker legen möchten - wer kann es ihnen verdenken...
Plan for the worst. Genau das machen sie offensichtlich nicht. "Nur knapp ein Drittel der britischen Manager hat einen Notfallplan für den Brexit." Wären alle Faktoren bekannt, wäre das eine normale Planung und kein Notfallplan. Das Risiko der Manager ist eben beschränkt. Also lebt man in den Tag hinein. Familienbetriebe werden sich eine derartigen Luxus nicht leisten wollen und auch nicht leisten können.
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