Wegen Brexit Britische Notenbank erwartet deutlich weniger Wirtschaftswachstum

Der Brexit könnte der Wirtschaft Großbritanniens stärker schaden, als bisher angenommen, warnt die britische Notenbank. Sie korrigierte ihre Wachstumsprognose um 0,5 Prozentpunkte nach unten.

Lastwagen am Hafen von Dover (Symbolbild)
DPA

Lastwagen am Hafen von Dover (Symbolbild)


Die britische Notenbank erwartet im laufenden Jahr ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum als noch vor drei Monaten: Die Bank of England hat ihre Prognose auf 1,2 Prozent gesenkt. Im November war sie noch von 1,7 Prozent ausgegangen. Die Behörde warnte vor einem deutlichen Rückgang der Investitionen.

Die Unsicherheit im Zuge des Brexits habe zugenommen, teilte die Notenbank mit. Noch ist unklar, ob sich Großbritannien mit der EU bis zum Austrittsdatum Ende März auf ein Abkommen über die künftigen Beziehungen einigen kann. Es droht ein ungeordneter Brexit.

Für das kommende Jahr erwartet die Notenbank 1,5 Prozent Wachstum. Allerdings hänge auch über diesem Ausblick die Brexit-Unsicherheit. Die Prognosen müssten aktualisiert werden, wenn es mehr Klarheit über die Art des EU-Austritts gebe. Ohne die Unsicherheit hätte das Wachstum laut Berechnungen der Währungshüter bei 1,6 Prozent in diesem Jahr und bei 2,2 Prozent im kommenden Jahr gelegen.

Im Fall eines ungeordneten Brexits rechnet die Notenbank mit einem Einbrechen der Wirtschaftsleistung um acht Prozent binnen eines Jahres, wie sie im November mitteilte.

Falls es zu einem geordneten Brexit kommt, hält die Notenbank beschränkte und graduelle Leitzinserhöhungen für angemessen. Um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, sei in den nächsten drei Jahren eine Zinserhöhung von nur 0,25 Prozentpunkten notwendig.

Im November war die Notenbank noch von drei Erhöhungen ausgegangen. Dies zeigt, dass die Bank of England die wirtschaftliche Lage insgesamt schwächer bewertet. Am Donnerstag ließen die Währungshüter den Leitzins wie erwartet unverändert. Er liegt weiter bei 0,75 Prozent - auf diesem Niveau befindet er sich seit vergangenem Sommer.

kko/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.