Standort nach Brexit Frankfurt scheitert im Rennen um EU-Bankenaufsicht

Für die Zeit nach dem Brexit suchten zwei EU-Behörden einen neuen Sitz. Nun ist klar: Die neuen Zentralen werden nicht in Deutschland liegen. Statt Frankfurt und Bonn setzten sich Paris und Amsterdam bei der Vergabe durch.

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Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch die von Frankfurt am Main für den Standort der Bankenaufsicht EBA durch, wie Diplomaten nach der ersten Runde einer geheimen Wahl berichteten.

Das Rennen um den EMA-Standort machte Amsterdam. Beim EBA-Standort setzte sich Paris in einer Stichwahl gegen Irlands Hauptstadt Dublin durch.

Die für die Bewertung und Überwachung von Arzneimitteln zuständige EMA ist wie die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA derzeit in London beheimatet. Beide Behörden sollen wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27 bleibenden EU-Länder umgesiedelt werden.

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde wurde am 1. Januar 2011 gegründet. Hauptaufgabe ist die Schaffung einheitlicher Regeln für den EU-Bankenmarkt. Die Behörde beschäftigt rund 170 Mitarbeiter.

EBA-Sitz in London
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EBA-Sitz in London

Gegen Deutschland sprach unter anderem, dass es mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln und der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) in Frankfurt bereits zwei EU-Organe beherbergt.

An der Bonner Bewerbung wurde zudem kritisiert, dass die EMA in Übergangsräume ziehen sollte. Bei Frankfurt wurde angemerkt, dass keine Mietfreiheit für die Behörde garantiert wurde.

asa/dpa/AFP



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