Schwaches Pfund Brexit treibt britische Inflation auf höchsten Wert seit fünf Jahren

Der Brexit wirkt sich schon jetzt auf die britische Wirtschaft aus. Die Inflation sprang im August auf fast drei Prozent.

Anti-Brexit-Demonstranten (Archivbild)
AFP

Anti-Brexit-Demonstranten (Archivbild)


Die wirtschaftlichen Folgen der Brexit-Entscheidung heizen die Inflation in Großbritannien immer stärker an. Im August lagen die Verbraucherpreise 2,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt ONS mitteilte. Die Teuerungsrate war damit so hoch wie zuletzt im April 2012.

Bereits im Juli war die Inflationsrate auf 2,6 Prozent gestiegen - Experten hatten für August einen Anstieg um 2,8 Prozent erwartet. Die Schätzungen wurden also leicht übertroffen. Damit entfernt sich der Wert weiter vom Ziel der Notenbank, die eine Jahresteuerung von zwei Prozent anstrebt.

Getrieben werden die Preise vor allem durch das schwächere Pfund. Seit dem Referendum zum EU-Austritt vom Juni 2016 hat die britische Währung vor allem im Vergleich zum Euro deutlich an Wert verloren. Das macht Importgüter wie etwa Kleidung oder Schuhe teurer - und erhöht so die Lebenshaltungskosten. Das wiederum führt dazu, dass sich die Verbraucher mit Käufen zurückhalten. Im ersten Halbjahr 2017 wuchs die Wirtschaft so schwach wie seit 2012 nicht mehr.

Nun schauen Experten gespannt darauf, wie die Bank of England reagiert. Die Notenbank hatte den Leitzins im August 2016 nach dem Brexit-Schock auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Am kommenden Donnerstag muss sie erneut über den Zins entscheiden.

stk/Reuters/dpa



insgesamt 105 Beiträge
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Seite 1
joG 12.09.2017
1. Die EZB wäre ...
...froh endlich Inflation im Euro zu bekommen. Man versucht sie anzuheizen seit Jahren und bekommt es nicht hin.
Samuell 12.09.2017
2.
...und wenn die Inflationsrate 10% betrage sollte. Für die Rückgewinnung der nationalen Souveränität, dürften viele gern etwas tiefer in die Tasche greifen.
B.Borowski 12.09.2017
3. Bange machen gilt nicht!
Die Briten haben eine historische nationale Entscheidung getroffen und ihr Selbstbestimmungrecht wieder zurück geholt! Das so etwas nicht ohne zeitweilige Turbulenzen und auch zeitweilige negative Folgen ablaufen kann ist wohl nicht schwer einzusehen. Die Zukunft wird es aber wohl erweisen, dass dieses die richtige Entscheidung war - nicht die nationale Identität gegen die Gier nach momentanen materiellen Vorteilen aufzugeben. Der m.E. unvermeidliche Crash des Euro-Systems wird die Briten für ihre mutige Entscheidung belohnen.
der-junge-scharwenka 12.09.2017
4. Klug?
Zitat von Samuell...und wenn die Inflationsrate 10% betrage sollte. Für die Rückgewinnung der nationalen Souveränität, dürften viele gern etwas tiefer in die Tasche greifen.
Hmm, die Gemeinschaft darf nichts kosten (nur etwas bringen!), Alleinsein hingegen kann nicht teuer genug sein. Also, eine kluge Herangehensweise sieht für mich anders aus...
geschädigter5 12.09.2017
5.
Da müssen die Engländer nun durch. Care-Pakete aus der Europäischen Union wird es solange nicht geben , wie TM an der Macht ist. Da muss das Volk eben verarmen.
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