Brexit-Verhandlungen London will bereits während Übergangsphase neue Handelsverträge abschließen

Was passiert nach dem Brexit? Großbritannien will die Übergangsphase nach dem EU-Austritt nutzen, um Handelsbündnisse mit Drittstaaten zu schmieden - und riskiert neuen Ärger mit der EU.

London
REUTERS

London


Großbritannien will bereits in der etwa zweijährigen Übergangsphase nach dem Brexit Handelsverträge mit Nicht-EU-Ländern abschließen. Die Verträge sollten dann aber erst nach diesem Zeitraum in Kraft treten, kündigte Premierministerin Theresa May in London an.

London plane "Verhandlungen von Handelsabkommen mit Drittstaaten - und wo möglich Abschlüsse" so May. Die Abkommen sollten dann in Kraft treten, sobald die Übergangsphase abgeschlossen sei. Verhandlungsposition der EU ist hingegen, dass Großbritannien während der Übergangsphase solche Handelsverträge nicht eingehen kann.

Vage kündigte May auch Änderungen bei der Einreise in der zweijährigen Phase an. "Wir beabsichtigen, neue Ankünfte aus der EU zu registrieren", sagte die Premierministerin. Damit wolle sich das Land auf die künftige Zuwanderung vorbereiten. Die britische Regierung will die Zahl der Einwanderer verringern.

Großbritannien wird sich Ende März 2019 von der EU, der Zollunion und dem EU-Binnenmarkt trennen. Außenminister Boris Johnson und sein erzkonservativer Parteikollege Jacob Rees-Mogg hatten bereits am Wochenende an May appelliert, dass Großbritannien in der Übergangsphase kein "Vasallenstaat" der EU werden dürfe.

Die EU hatte am vergangenen Freitag in Brüssel das Startsignal für die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen gegeben. May musste dafür erhebliche Zugeständnisse machen, etwa bei der Schlussrechnung, bei der es darum geht, wie viel Großbritannien der EU schuldet.

bam/dpa



insgesamt 109 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MütterchenMüh 18.12.2017
1. Aktive Briten
Erst vor ein paar Tagen haben China und UK eine engere zukünftige Zusammenarbeit im Finanzbereich beschlossen. Das beweist zunächst erst einmal ,dass der hier im Forum gerne kolportierte Eindruck nicht stimmt, dass die britische Finanzwirtschaft nach dem Brexit schwere Einbußen verzeichnen müsste. Zumindest schätzen die Chinesen die Kompetenz der Londoner Finanzwirtschaft. Das London schon jetzt mit der Aufnahme von Verhandlungen hinsichtlich künftiger Handelsbeziehungen beginnen würde, und die jetzt gerade stattfindenden Gespräche in China müssen ja schon vor Wochen und Monaten vorbereitet worden sein, ist logisch und normal, auch wenn das hier einige Foristen den Briten nicht zugetraut hätten . Nach deren hier verbreiteten Statements wären die Briten dazu ja gar nicht in der Lage - sowas kann doch nur das Kompetenzteam aus Brüssel! Wie man sieht lernt man nie aus.
Pless1 18.12.2017
2. Ist das nicht eine Selbsverständlickeit?
Natürlich muss das UK schon verhandeln können. Soll es mit Wirksamwerden des Brexit zunächst für mehrere Jahre mit allen Drittstaaten auf WTO-Status zurückfallen? Das kann die EU unmöglich verlangen. UK muss sich auf den Tag X vorbereiten können. Natürlich ist klar, dass diese Verträge erst mit dem Ausscheiden des UK aus der EU respektive der Zollunion Gültigkeit erlangen können.
Kurt2.1 18.12.2017
3. .
Die Briten machen mal wieder ihre Spielchen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie schon lange am rumbaggern sind. Ich erinnere nur an ihre Spezialverbindungen mit China und dem Zollbetrug im großen Stil, als noch niemand vom Brexit sprach.
bstendig 18.12.2017
4. Das sit wieder typisch EU
Natürlich können die Engländer neue Verträge verhandeln. Sind ja souverän und groß genug dafür. Oder geht die EU davon aus, dass eine neue Wohnung und ein neuer Mietvertrag erst gesucht bzw. abgeschlossen werden kann, wenn man aus der alten ausgezogen ist? Naiv wurde man mit Wohlwollen sagen, dumm wie Brot würde man normalerweise sagen.
nisse1970 18.12.2017
5. Gerne!
Tolle Idee! ... ich fürchte nur das das auf der Gegenseite (EU) mächtig die Bereitschaft sinken lässt UK irgendwie entgegen zu kommen. Zumal diese Übergangsphase alles andere als in trockenen Tüchern ist. Vasal der EU? Nö. Aber abhängig. Ich staune immer wieder über die Engländer wenn es darum geht sich selbst das Wasser abzugraben. Chapeau :-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.