Brexit Schwaches Pfund - britische Reallöhne sinken

Das Brexit-Votum hat nun auch direkte Folgen für die Bürger. Weil das britische Pfund abgestürzt ist, werden Waren aus dem Ausland teurer - real haben die Briten weniger Geld zur Verfügung.

Big Ben in London
AFP

Big Ben in London


Die Reallöhne sind in Großbritannien deutlich gesunken. Bei den um Preissteigerungen bereinigten Löhnen betrug das Minus in den ersten drei Monaten dieses Jahres demnach 0,6 Prozent.

Dieser Wert ergibt sich wie folgt: Nach Zahlen des britischen Statistikamts ONS vom Mittwoch bremste das Lohnwachstum (ohne Bonuszahlungen) in den drei Monaten bis April auf 1,7 Prozent ab. Das ist der schwächste Anstieg seit gut zwei Jahren. Abzüglich der Inflationsrate als Maß für die Teuerung in diesem Zeitraum ergibt sich ein Rückgang der Reallöhne um 0,6 Prozent.

Damit setzt sich die Entwicklung rückläufiger Kaufkraft vom ersten Quartal in erhöhtem Tempo fort. Ein Grund dafür ist die Schwäche der Landeswährung Pfund, die nach dem Brexit-Votum abgewertet hat.

Das dürfte die Politik zunehmend in Erklärungsnot bringen, weil die rückläufige Kaufkraft der Verbraucher zum Großteil auf das schwache Pfund und damit auf das Brexit-Votum zurückgeht. Die Bank of England verfolgt die Entwicklung genau, da sie von der Preisentwicklung ihre Geldpolitik abhängig macht.

Positiver ist die Entwicklung am britischen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote lag im Zeitraum Februar bis April unverändert bei 4,6 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1975. Volkswirte hatten die jüngste Entwicklung erwartet. Die Beschäftigung stieg in den drei Monaten bis April um 109.000 Stellen. Das lag etwas unterhalb der Markterwartungen und der Entwicklung im Vormonat.

hej/beb/dpa-AFX/Reuters



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sozialismusfürreiche 14.06.2017
1. Mitleid?
Mitleid? Nein. Auch nach dieser Unterhauswahl nicht, denn der Brexit ist damit nicht rückgängig gemacht.
liberal.insanity 14.06.2017
2. Waren aus dem Ausland werden teuerer
Aber die britischen Exportgüter werden billliger. Das ist übrigens der Gleiche Effekt, den die Chinesen durch die Währungsmanipulation bewirken. Sie halten ihre Währung künstlich niedrig, damit ihre Waren billig bleiben. Ich frage mich langsam, wann den Journalisten ihre Propaganda auf die Nerven gehen wird. Die Bürger haben von euren Weltuntergangsverschwörungstheorien die Schnauze voll.
OmaGeddon 14.06.2017
3. Lustig!
Genau dieses Thema - sinkende Kaufkraft/Reallöhne - wird vornehm verschwiegen, wenn es um den Absturz des Euro geht...
El pato clavado 14.06.2017
4. weniger Geld
die EU wird nun auch bald keinen cent mehr reinpumpen,merry old England, ihr habts ja so gewollt
Mr Bounz 14.06.2017
5. Bla Bla
Zitat von liberal.insanityAber die britischen Exportgüter werden billliger. Das ist übrigens der Gleiche Effekt, den die Chinesen durch die Währungsmanipulation bewirken. Sie halten ihre Währung künstlich niedrig, damit ihre Waren billig bleiben. Ich frage mich langsam, wann den Journalisten ihre Propaganda auf die Nerven gehen wird. Die Bürger haben von euren Weltuntergangsverschwörungstheorien die Schnauze voll.
Natürlich werden die Exporte günstiger, aber wo hin soll denn exportiert werden? Den Zugang zum EU Binnenmarkt scheinen die Briten nicht zu wollen, deshalb Brexit. Und nun zu Ihrem China vergleich. England ist ein kleiner Wicht im Vergleich zu China und wenn man so klein und unbedeutend ist (ja das sind die Briten im Vergleich zur Welt) dann benötigt man Importe denn die Briten erzeugen/produzieren einfach nicht alles!
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