Vor dem Brexit Ungewissheit bremst britisches Wachstum

Was kommt nach dem Brexit? Weil das noch immer unklar ist, halten sich Unternehmer in Großbritannien mit Investitionen zurück. Das Wachstum ließ zum Jahresende hin deutlich nach.

Stahlproduktion im britischen Wolverhampton
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Stahlproduktion im britischen Wolverhampton


Die britische Konjunktur hat sich im letzten Quartal 2018 deutlich abgekühlt. Nach Angaben des Statistikamtes ONS stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. Im dritten Quartal hatte der BIP-Zuwachs mit 0,6 Prozent noch deutlich höher gelegen, im zweiten Vierteljahr waren es 0,4 Prozent gewesen.

Belastet wurde das Wachstum abermals durch rückläufige Investitionen der Unternehmen. Fachleute führen die Entwicklung vor allem auf die hohe Ungewissheit vor dem Ende März anstehenden Brexit zurück. Nach wie vor schwebt die Gefahr eines ungeordneten EU-Austritts über dem Land. Der Außenhandel belastete das Gesamtwachstum ebenfalls, während die Konsumausgaben die Konjunktur stützten.

Auch die britische Industrie erhielt im Dezember einen weiteren Dämpfer. Im Monatsvergleich sank die Produktion um 0,5 Prozent, teilte ONS mit. Damit ist die britische Industrieproduktion bereits den fünften Monat in Folge gefallen. Allerdings revidierte die Behörde den Rückgang im November leicht: Er betrug demnach nur 0,3 Prozent, nach zuvor minus 0,4 Prozent.

Im enger gefassten verarbeitenden Gewerbe - der Abgrenzung nach vergleichbar mit der deutschen Industrie - fiel die Produktion im Dezember im Monatsvergleich um 0,7 Prozent und im Jahresvergleich um 2,1 Prozent.

dab/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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fatherted98 11.02.2019
1. ach was...
....das wird schon. Außerdem ist das Bild irreführend.....Produktion ist in GB doch eh schon lange Fehlanzeige....da gibt es nur noch Dienstleistung....und die brummt doch weiterhin.
mk1964 11.02.2019
2. Was man bei den Zahlen berücksichtigen sollte:
Derzeit werden viele Einkäufe vorgezogen, um Lager aufzubauen, weil keiner weiß, wie sich die Lieferzeiten verändern werden. Das passiert derzeit in beide Richtungen, also UK-Firmen, die Lagerbestände aufbauen, aber auch Firmen aus der Rest-EU, die dasselbe tun. Diese vorgezogenen Umsätze verbessern die Produktionszahlen - es weiß nur keiner, wie stark das der Fall ist.
kumi-ori 11.02.2019
3. Nicht so schlimm
Ich glaube nicht, dass das das eigentliche Problem des Brexits ist. Ein paar Prozent weniger sind nicht schlimm, es gibt Länder, da leben die Menschen noch unter sehr viel ärmlicheren Verhältnissen. Das größere Problem dürfte die Versorgung der Bevölkerung mit Waren vom Kontinent sein.
Erkläromat 11.02.2019
4. Das deutsche BIP ist im Q3 sogar um 0,2% gesunken
Liegt das jetzt am Drexit? Ach nein, wir bleiben ja in der EU und fragen andere Nationen, ob wir Gasleitungen bauen dürfen.....
pythagoräische Bohne 11.02.2019
5. Dienstleistungen
Zitat von fatherted98....das wird schon. Außerdem ist das Bild irreführend.....Produktion ist in GB doch eh schon lange Fehlanzeige....da gibt es nur noch Dienstleistung....und die brummt doch weiterhin.
Zuletzt war in britischen Zeitungen zu lesen, dass der Dienstleistungssektor bestenfalls stagniert und das Potential hat, die britische Wirtschaft demnächst ganz in die Rezession zu ziehen.
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