Konsequenz aus Finanzskandalen Briten drohen Bankern mit Haftstrafen

Die britische Regierung sagt rücksichtslosen Bankern den Kampf an. Schatzkanzler Osborne unterstützt den Vorschlag einer Kommission, einen neuen Straftatbestand für das Fehlverhalten hochrangiger Finanzmanager zu schaffen. Wer für schuldig befunden wird, soll ins Gefängnis.

Londoner Bankenviertel Canary Wharf: Härtere Regeln
DPA

Londoner Bankenviertel Canary Wharf: Härtere Regeln


London - Bankern in Großbritannien droht bei Fehlverhalten künftig eher eine Haftstrafe als bisher. Geplant sei, "rücksichtsloses Verhalten" von Bankangestellten als Straftat zu verfolgen, teilte Schatzkanzler George Osborne am Montag mit. Damit werde eine der Hauptforderungen einer parlamentarischen Kommission erfüllt. Das Gremium war nach dem Skandal um die Manipulation des international wichtigen Zinssatzes Libor im vergangenen Jahr einberufen worden.

So soll der neue Straftatbestand des "rücksichtslosen Fehlverhaltens" von Bankern in hohen Positionen geschaffen werden. Wer für schuldig befunden wird, dem droht auch eine Haftstrafe.

Außerdem soll die Auszahlung von Boni für Banker künftig bis zu zehn Jahre gestundet werden, um allzu riskantes Verhalten zu verhindern und die Vergütung besser an den tatsächlichen Erfolg anzupassen. Bereits ausgezahlte Prämien an Angestellte von staatlich gestützten Banken können den Plänen zufolge zurückgefordert werden.

Entsprechende Gesetze sollen im Herbst vorgelegt werden. "Die Regierung ist entschlossen, die Standards im Bankensektor zu heben und ein stärkeres und sichereres Bankensystem zu schaffen", sagte Osborne.

Der Minister wandte sich gegen die Vorschläge der Kommission, die Organisation UK Financial Investments (UKFI) abzuschaffen, die die Anteile des britischen Staates an der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Banking Group verwaltet. Die Kommission hatte kritisiert, die Regierung übe über diese zu viel Einfluss aus. Die Opposition erklärte, die Pläne seien nicht weitreichend genug.

stk/dpa/AFP



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insgesamt 25 Beiträge
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Malshandir 08.07.2013
1. Da wird nx passieren
Also der normale Angestellte, also der ausfuehrende Zocker wird weiter sein Geld bekommen. Da er ja einen Vertrag hat. Und die Vorstaende sind schlau genug sich dann in andere Staaten zu verziehen.
fuenfringe 08.07.2013
2. Da wird eh nix passieren
Zitat von MalshandirAlso der normale Angestellte, also der ausfuehrende Zocker wird weiter sein Geld bekommen. Da er ja einen Vertrag hat. Und die Vorstaende sind schlau genug sich dann in andere Staaten zu verziehen.
"*Wer für schuldig befunden wird*, dem droht auch eine Haftstrafe." Aber wer wird schon für schuldig befunden?
DerNachfrager 08.07.2013
3. Klasse Idee...
Kredite an Startups aus der Solarbranche fallen dann also unter "Risoko" + "Leichtsinn" + "Pfuipfuipfui" + Verboten.
chubby 08.07.2013
4. He hehe
Zitat von sysopDPADie britische Regierung sagt rücksichtslosen Bankern den Kampf an. Schatzkanzler Osborne unterstützt den Vorschlag einer Kommission, einen neuen Straftatbestand für das Fehlverhalten hochrangiger Finanzmanager zu schaffen. Wer für schuldig befunden wird, soll ins Gefängnis. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/briten-drohen-bankern-mit-gefaengnis-a-910099.html
das ist der Witz des Jahres. Man sieht die Banker zittern.
raber 08.07.2013
5. Drohen ist eine Sache. Machen viel wichtiger
Nicht nur drohen. Machen, als Gesetz festlegen und bei Schuldigbefinden auch durchführen. Die Vorstände sollten sich auch nicht durch Sonderklauseln in deren Verträgen absichern lasen können, dass die Banken bei empfindlichen Geldstrafen für sie einspringen. Es ist schon längst Zeit gewesen und sollte auch in Deutschland so sein.
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