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Brutale neue Arbeitswelt: Charme und Schande der Kurzfrist-Jobs

Von Hannes Koch

Millionen Deutsche hangeln sich von Job zu Job: Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge steigt rapide, sichere Stellen sind in manchen Branchen Luxus geworden. Wie fühlen sich die Betroffenen? Was sagen Personalchefs? SPIEGEL ONLINE hat mit beiden Seiten gesprochen.

Arbeitsvertrag (Symbolbild): Fast jeder Zweite bekommt nur einen befristeten Job Zur Großansicht
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Arbeitsvertrag (Symbolbild): Fast jeder Zweite bekommt nur einen befristeten Job

Berlin - Die Arbeitswelt ändert sich rasant, meist zu Lasten der Beschäftigten. Fast jeder zweite Arbeitnehmer, der eine neue Stellen antritt, bekommt nur noch einen befristeten Vertrag. Insgesamt arbeiten rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland in zeitlich begrenzten Jobs. Deren Anteil an allen Arbeitsplätzen beträgt schon knapp neun Prozent, 1991 waren es erst 5,7 Prozent.

Als das IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit und das Statistische Bundesamt diese Zahlen in der vergangenen Woche veröffentlichten, war die öffentliche Empörung groß. Doch was heißen die nackten Zahlen für die Betroffenen? Warum treten sie befristete Jobs an - und warum sind die Unternehmen so begeistert?

Viele Beschäftigte klagen, angesichts der beruflichen Unsicherheit weder ihren Kinderwunsch verwirklichen noch an ihre finanzielle Lebensplanung denken zu können. Andere Beschäftigte sind mit der neuen Lage aber auch zufrieden - in Agenturen und Designbüros ist befristete Beschäftigung völlig normal. Die Unternehmen wiederum preisen die Vorteile: Beschäftigte mit einem befristeten Arbeitsvertrag wird man leichter los. Und sie verursachen weniger Kosten.

Dabei plant die Bundesregierung sogar, die befristete Beschäftigung weiter auszudehnen. Das Vorhaben steht im Koalitionsvertrag, ein Gesetz ist in Vorbereitung. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) betont bei jeder Gelegenheit, die Flexibilität der Arbeitnehmer trage dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu verringern. Experten wie Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, warnen allerdings: Wenn dieses Modell "zum Standard wird, ist das für die Entwicklung unserer Gesellschaft verheerend".

Wie verheerend, berichten Betroffene auf SPIEGEL ONLINE. Sie erzählen, wie ihre Jobs aussehen und wie sie mit der Unsicherheit umgehen. Aber auch die Arbeitgeber kommen zu Wort. Sie berichten, warum sie die Flexibilität der befristeten Jobs brauchen. Für die Antworten klicken Sie hier:

Das sagen Arbeitnehmer
Kathrin Fuchss Portela, Physikerin an der Technischen Hochschule, Aachen
Die 33-jährige Physik-Doktorin Kathrin Fuchss Portela hangelt sich trotz bester Zeugnisse von einer befristeten Arbeitsstelle zur nächsten. Ihre beiden letzten Jobs: Über eine Zeitarbeitsfirma arbeitete sie befristet bei Carl Zeiss SMT AG, nun hat sie eine Stelle als Post-Doktorandin an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.
Fuchss Portela hat den Eindruck, dass "die meisten Stellen für Physiker befristet sind. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung."
Die Naturwissenschaftlerin klagt, dass sie und ihr Ehemann, ein Physiker brasilianischer Nationalität, sich nicht um ihre Lebensplanung kümmern können. "Es ist schwierig, uns für Kinder zu entscheiden, den Kauf eines Hauses zu planen oder eine private Rentenversicherung abzuschließen. Wir haben keine Arbeitsplätze, auf die wir uns verlassen könnten."
Ihnen fehlt ein dauerhaftes Zuhause, die Wohnung ist nur provisorisch eingerichtet. "Wenn der nächste Arbeitsplatzwechsel samt Umzug schon wieder absehbar ist, wozu soll man dann die Bilder aufhängen?" Außerdem ist das Geld knapp: Die Bezahlung nehme von Stelle zu Stelle ab, sagt Fuchss Portela.
"Ich glaube, in Deutschland ist die Hürde des Kündigungsschutzes zu hoch", meint die Wissenschaftlerin. Viele Unternehmen würden Beschäftigte nur befristet einstellen, weil sie Angst hätten, sie im Falle wirtschaftlicher Probleme nicht kündigen zu können. In den USA, wo Fuchss Portela auf einer unbefristeten Stelle gearbeitet hat, sei das besser geregelt. Dort gebe es so gut wie keinen Kündigungsschutz, allerdings würden junge Wissenschaftler auch viel leichter unbefristete Arbeitsverträge erhalten.
Daniel Hausmann, Projektmanager bei einer Werbeagentur, Peking
Daniel Hausmann (27, Name geändert) arbeitet in der Niederlassung einer großen deutschen Werbe- und Designagentur in Peking. Der Projektmanager begann seine Tätigkeit vor zweieinhalb Jahren und erhielt damals einen Vertrag, der auf ein Jahr befristet war. Für die Zeit danach wurde ihm ein unbefristeter Vertrag in Aussicht gestellt.
Doch dazu sollte es vorerst nicht kommen. Stattdessen bot ihm die Firma einen weiteren Jahresvertrag an, den Hausmann akzeptierte. Erst nach diesem weiteren Jahr war es schließlich soweit. Er bekam einen neuen Arbeitsvertrag ohne Zeitbegrenzung.
"Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt viel sicherer fühle als vorher", sagt Hausmann, "wenn die Firma will, kann sie auch diesen Vertrag schnell beenden." Aber die gewisse Unsicherheit schreckt ihn nicht. Hausmann ist optimistisch: "Ich würde dann zu einer anderen Agentur wechseln." In der Werbebranche und in seinem Alter sei es sowieso nicht üblich, lange bei einem Arbeitgeber zu bleiben.
Mona Frias, Betriebsrätin bei Schlecker, Berlin
Mona Frias arbeitet seit 1995 bei der Drogerie-Discount-Kette Schlecker in Berlin. Sie engagiert sich als Betriebsrätin. Neue Mitarbeiter würden als Aushilfen ausschließlich auf befristeter Basis eingestellt, sagt Frias. Schlecker vergebe Arbeitsverträge beispielsweise an Verkäuferinnen mit nur einer Woche Laufzeit. Danach werde der Arbeitsvertrag je nach Bedarf erneuert. Der Betriebsrat lehne dieses Verfahren regelmäßig ab, könne sich juristisch gegen das Unternehmen aber nicht durchsetzen.
Frias kennt Mitarbeiterinnen, die mit Wochenverträgen seit sechs Jahren bei Schlecker arbeiten. Dabei erlaubt das Gesetz befristete Arbeitsverträge grundsätzlich nur bis zu zwei Jahren. Schlecker erklärt, dass "Befristungen auch mit kurzen Laufzeiten vorkommen". Auch die gesetzlich nicht vorgesehene Aufeinanderfolge von "mehr als vier befristeten Arbeitsverträge" werde praktiziert. "In diesem Zusammenhang darf nicht übersehen werden, dass es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, die aus individuellen Motiven ganz bewusst und gezielt auch über längere Zeiträume hinweg immer wieder solche befristeten Arbeitsverträge annehmen, weil dies ihrer Lebenssituation entgegenkommt", sagt Schlecker-Sprecher Florian Baum.
Betriebsrätin Frias weist die betroffenen Mitarbeiter immer wieder darauf hin, dass sie infolge der aufeinanderfolgenden Kurzzeitverträge eigentlich Anspruch auf unbefristete Arbeitsverträge hätten. "Aber die wenigsten klagen sich ein", sagt Frias. Als Grund nennt sie Angst vor Schikanen durch das Unternehmen und vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.
Heike Lubitsch, Arbeitsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit, Freiburg
Die Sozialpädagogin Heike Lubitsch (45, Name geändert) arbeitete von 2005 bis 2007 mehrfach als Arbeitsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit in Freiburg, wo sie Erwerbslose und Unternehmen betreute. Ihre Tätigkeit bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung begann auf der Basis eines befristeten Vertrages mit der Laufzeit von einem Jahr. Im Anschluss erhielt Lubitsch einen weiteren Arbeitsvertrag mit derselben Laufzeit.
Dann war erst einmal Schluss. Das Teilzeitgesetz sieht Befristungen über zwei Jahre nur unter bestimmten Bedingungen vor. Lubitsch machte also eine Zwangspause - und erhielt nach vier Monaten abermals einen Kurzfrist-Vertrag bei der Bundesagentur. Dieser lief freilich nur noch acht Monate. Man stellte ihr die Verlängerung ins Jahr 2008 in Aussicht. "Kurz vor Weihnachten bekam ich aber einen Anruf", berichtet Lubitsch, "man sagte mir, der Vertrag könne wegen Geldmangels nicht verlängert werden." Danach war sie selbst fünf Monate arbeitslos und fand schließlich eine neue Stelle bei einem privaten Qualifizierungsträger.
In der vergangenen Woche hat das Bundesarbeitsgericht die damalige Praxis der Bundesagentur, Arbeitsplätze teilweise bis zu drei Jahre zu befristen, als unrechtmäßig beurteilt. Wer damals eine solchen Vertrag hatte und klagte, kann nun auf Nachzahlung hoffen.

Das sagen Arbeitgeber
Christoph Humberg, Personalleiter bei MTU Maintenance, Hannover
MTU Maintenance überholt Flugzeug-Triebwerke und beschäftigt regelmäßig befristete Arbeitskräfte. Das Unternehmen stellt neue Beschäftigte zunächst als Zeitarbeiter ein, dann folgen befristete Arbeitsverträge, danach kommt es häufig zur Festanstellung.
"Die Chancen, schließlich einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten, sind hoch", sagt Personalchef Christoph Humberg (40). In den vergangenen drei Jahren habe er rund 200 Beschäftigten, die als Zeitarbeiter angefangen hätten, feste Verträge gegeben.
MTU Maintenance nutze befristete Verträge, um flexibel zu bleiben, sagt Humberg. Es sei dann leichter möglich, die Kosten anzupassen und das Unternehmen auf die schwankende Auftragslage einzustellen. "Ich habe eine Verantwortung für den Erhalt des Standorts", begründet Humberg.
Bei MTU beruhen die befristeten Arbeitsverträge nicht nur auf dem Teilzeitgesetz, das die Befristung in der Regel auf 24 Monate begrenzt. Zusätzlich haben die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Niedersachen-Metall die gesetzliche Öffnungsklausel genutzt und einen Tarifvertrag abgeschlossen, der Kurzzeitverträge bis zu vier Jahren pro Beschäftigtem erlaubt. In der Wirtschaftskrise des Jahres 2009 sollte diese Regelung helfen, Jobs zu sichern. Sie gilt jetzt allerdings weiter – auch im Aufschwung.
Holger Koch, Geschäftsführer beim Trendence Institut, Berlin
Das Berliner Trendence Institut hat sich auf "Employer Branding" spezialisiert - es berät Unternehmen, ihr Image als Arbeitgeber zu verbessern. Von 54 Beschäftigten arbeiten zehn mit befristeten Verträgen.
"Der Grund liegt in der Projektstruktur unserer Arbeit", sagt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch (40). Die Beratungsaufträge für Kunden nehmen typischerweise drei, vier oder auch sechs Monate in Anspruch. Dafür braucht Trendence oft Mitarbeiter mit speziellen Sprachkenntnissen, beispielsweise Japanisch oder Indonesisch. Diese stellt Koch deshalb für den jeweiligen Auftrag befristet ein. "Weil die Dauer der Arbeit begrenzt ist, hat es keinen Sinn, unbefristete Verträge abzuschließen", so Koch.
Die Mitarbeiter der Stammbelegschaft, die im Jahresdurchschnitt mit Arbeit ausgelastet sind, haben aber alle unbefristete Arbeitsverträge. "Auch bei Neuneinstellungen vergeben wir immer Verträge ohne Begrenzung", so Koch.
Beate Niemann, Abteilungsleiterin Personal an der TU, Berlin
Wissenschaftliche Mitarbeiter werden an der TU Berlin meist befristet eingestellt. Diese Regel gilt beispielsweise für Doktoranden und Post-Doktoranden, sie wird aber auch an anderen Hochschulen praktiziert. So weist die Freie Universität Berlin darauf hin, dass auch Juniorprofessoren Zeitverträge erhalten. Beate Niemann (43), die Leiterin der Abteilung Personal und Recht, begründet: "In ihrer Qualifikationsphase müssen viele Wissenschaftler die Möglichkeit haben, sich zu profilieren." Würden stattdessen unbefristete Stellen vergeben, sei die Universität für den Nachwuchs nicht durchlässig. Dieses "Erneuerungsinteresse" der Hochschulen spiegelt sich im Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Dort ist festgelegt, dass Nachwuchswissenschaftler bis zu zwölf Jahre mit befristeten Verträgen beschäftigt werden dürfen.
Verträge mit begrenzter Laufzeit haben auch deshalb zugenommen, weil die Universitäten viele Forschungsprojekte mit Drittmitteln der Wirtschaft finanzieren. Die Zusagen sind in der Regel an bestimmte Vorgaben und Ziele geknüpft, die in einer definierten Zeit erreicht werden müssen. Danach ist Schluss – auch mit den Stellen. Vor 20 oder 30 Jahren war diese Kurzfristorientierung an den Hochschulen weniger stark ausgeprägt, da mehr Geld aus öffentlichen Töpfen kam.
Carsten Weißelberg, Technischer Geschäftsführer bei Harz Guss, Zorge
Als die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 kam, beschäftigte die Eisengießerei Harz Guss Zorge im Harz 453 Mitarbeiter, davon rund 80 mit befristeten Verträgen. "Das hilft uns, auf Marktschwankungen zu reagieren", begründet Carsten Weißelberg (53), Technischer Geschäftsführer der Firma. Harz Guss stellt unter anderem Gussteile für Nutzfahrzeuge her. In den vergangenen 15 Jahren sei der Markt dynamischer geworden, Auftragsspitzen und ruhige Phasen wechselten sich schneller ab, sagt Weißelberg. Um bei geringer Auftragslage nicht in wirtschaftliche Schieflage zu geraten, greift Harz Guss zu befristeten Verträgen – dann können Personalkosten schnell der wirtschaftlichen Situation angepasst werden.
Viele der befristet Beschäftigten mit Verträgen von sechs Monaten oder einem Jahr machen körperlich harte Arbeit. Sie bedienen die Formanlage oder schleifen die überstehenden Grate von den Gussteilen. Etwa 40 Prozent der Kurzzeitmitarbeiter würden im Anschluss in unbefristete Verträge übernommen, schätzt Weißelberg, "wir konnten vielen Beschäftigten eine Perspektive bieten, weil der Betrieb permanent wuchs."
Der Geschäftsführer plädiert dafür, die Befristung über die im Gesetz vorgesehene dreimalige Verlängerung hinaus auszudehnen. Seine Begründung: In der Krise habe Harz Guss alle Arbeitsverträge mit Befristungen auslaufen lassen. Die erneute befristete Einstellung sei rechtlich oft schwierig bis unmöglich. So stehe die Firma nun vor der Situation, im Aufschwung neue flexible Mitarbeiter zu brauchen, auf die erfahrenen Mitarbeiter des vergangenen Jahres aber nicht mehr zurückgreifen zu können. "Wenn die Bundesregierung die Zahl der aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverträge erhöhen würde, könnte man solche Engpässe künftig vermeiden", sagt Weißelberg.

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Forum - Sind flexible Beschäftigungsverhältnisse Fluch oder Segen?
insgesamt 693 Beiträge
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1. Verzpftes Arbeitsrecht produziert Arbeitslosigkeit.
zzipfel 20.03.2010
Menschen mit verzopften Beamtendenken und Leute die eine Beschäftigungsgarantie bis zum Rentenalter von mir erhalten möchten, würde ich nicht unter Vertrag nehmen. Solange es ein verzopftes Arbeitsrecht in Deutschland gibt, achte ich *genau* darauf, dass ich in Deutschland nicht mehr als 9 Arbeitnehmern beschäftige. Es gibt ja genügend EU-Länder weniger verzopfter Überregulierung, in die wir expandieren können.
2. Ende der Narrenfreiheit
Rainer Daeschler, 20.03.2010
Sind flexible Arbeitsverhältnisse im Sinne des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers, auch das gibt es durchaus, sind sie zu begrüßen. Sind sie nur einseitig, bedeutet das langfristig auch eine Gefahr für die gesamte Wirtschaft. Z.B. die Automobilbranche fördert den Trend zum weiträumigen Einsatz von Zeitarbeitskräften. Fatal wenn sich diese Arbeitnehmer auch in Käufer verwandeln wollen und auf Kredit ein Auto zu kaufen beabsichtigen. Mit Steuergeldern genährte Banken gehen beim Investmentbanking jedes, beim gemeinen Kreditnehmer jedoch gar kein Risiko ein. Die Unterschicht in "flexiblen Arbeitsverhältnissen" fällt als Käuferschicht für aufwendigere Anschaffungen weg. Glücklicherweise haben wir ja de Export und der Binnenmarkt wird zu Nebensache. Doch nun schauen auch unsere EU-Nachbarn diesem Treiben nicht mehr tatenlos zu und erinnern die Bundesrepublik daran, dass sie ihrer Wirtschaft in einer europäischen Gemeinschaft nicht jede Narrenfreiheit einräumen kann.
3.
1. Oktober 20.03.2010
Zitat von Rainer DaeschlerSind flexible Arbeitsverhältnisse im Sinne des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers, auch das gibt es durchaus, sind sie zu begrüßen. Sind sie nur einseitig, bedeutet das langfristig auch eine Gefahr für die gesamte Wirtschaft. Z.B. die Automobilbranche fördert den Trend zum weiträumigen Einsatz von Zeitarbeitskräften. Fatal wenn sich diese Arbeitnehmer auch in Käufer verwandeln wollen und auf Kredit ein Auto zu kaufen beabsichtigen. Mit Steuergeldern genährte Banken gehen beim Investmentbanking jedes, beim gemeinen Kreditnehmer jedoch gar kein Risiko ein. Die Unterschicht in "flexiblen Arbeitsverhältnissen" fällt als Käuferschicht für aufwendigere Anschaffungen weg. Glücklicherweise haben wir ja de Export und der Binnenmarkt wird zu Nebensache. Doch nun schauen auch unsere EU-Nachbarn diesem Treiben nicht mehr tatenlos zu und erinnern die Bundesrepublik daran, dass sie ihrer Wirtschaft in einer europäischen Gemeinschaft nicht jede Narrenfreiheit einräumen kann.
Sehr richtig. Flexiblere Arbeitsverhältnisse könnte ja bedeuten, daß man eben jene Zeitarbeitskräfte von Seiten der Unternehmen direkt einstellt und sich so das Geld spart, das in die Taschen der Zeitarbeitsfirmen fliesst. Wobei ich natürlich fordere, daß "flexible Arbeitskräfte" nicht schlechter bezahlt werden als die "Stammbelegschaft".
4. ??
Der-Gande 20.03.2010
Zitat von zzipfelMenschen mit verzopften Beamtendenken und Leute die eine Beschäftigungsgarantie bis zum Rentenalter von mir erhalten möchten, würde ich nicht unter Vertrag nehmen. Solange es ein verzopftes Arbeitsrecht in Deutschland gibt, achte ich *genau* darauf, dass ich in Deutschland nicht mehr als 9 Arbeitnehmern beschäftige. Es gibt ja genügend EU-Länder weniger verzopfter Überregulierung, in die wir expandieren können.
Was verstehen sie denn vom Arbeitsrecht??? Ich zitiere: "Verzopftes Beamtendenken und Leute die eine Beschäftigungsgarantie bis zum Rentenalter von mir erhalten möchten, werde ich nicht unter Vertrag nehmen. Sie können das als Arbeitgeber ja anders handhaben. Bieten Sie einfach schon mal ihrer Putze eine garantierte Lebensstellung an, oder sind sie überhaupt zu geizig oder zu unfähig um auch nur EINEN EINZIGEN JOB zu schaffen? Pfui. LOL" -Ende- Haben sie was gegen gute Mitarbeiter??
5. Gute tüchtige Mitarbeiter
zzipfel 20.03.2010
Zitat von Der-GandeWas verstehen sie denn vom Arbeitsrecht??? Ich zitiere: "Verzopftes Beamtendenken und Leute die eine Beschäftigungsgarantie bis zum Rentenalter von mir erhalten möchten, werde ich nicht unter Vertrag nehmen. Sie können das als Arbeitgeber ja anders handhaben. Bieten Sie einfach schon mal ihrer Putze eine garantierte Lebensstellung an, oder sind sie überhaupt zu geizig oder zu unfähig um auch nur EINEN EINZIGEN JOB zu schaffen? Pfui. LOL" -Ende- Haben sie was gegen gute Mitarbeiter??
haben durch Kündigugnsschutz nur Nachteile, weil der Berufseinstieg dadurch schwieriger wird. Mitarbeiter, die ich nur deshalb nicht entlasse, weil sie unter Kündigungsschutz stehen, werde ich gar nicht erst einstellen. Ergo: solange das verzopfte KüSchuG in Kraft ist, achte ich *genau* drauf in Deutschland nicht mehr als 9 MA zu beschäftigen. Bei Erweiterungen stelle ich dann in EU-Ländern ein, die kein starre und beschäftigungsfeindliche Regeln haben - gottseidank ist das in fast allen EU-Ländern (selbst in Österreich) nicht so verzopft geregelt. Sozial ist, was Arbeit schafft, nicht was die Beamtendenke unterstützt. LOL. Aber die soziale Hängematte ist für diese Kandidaten ohne Leistungswille ja recht bequem gepolstert :-) [QUOTE=Der-Gande;5214870] "Verzopftes Beamtendenken und Leute die eine Beschäftigungsgarantie bis zum Rentenalter von mir erhalten möchten, werde ich nicht unter Vertrag nehmen. Sie können das als Arbeitgeber ja anders handhaben. Bieten Sie einfach schon mal ihrer Putze eine garantierte Lebensstellung an, oder sind sie überhaupt zu geizig oder zu unfähig um auch nur EINEN EINZIGEN JOB zu schaffen? Pfui. LOL" -Ende- Haben sie was gegen gute Mitarbeiter??
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Fristlos gefeuert werden kann nur, wer sich schwere Fehler geleistet hat - zum Beispiel stiehlt oder Dienstgeheimnisse verrät.

In jedem Fall muss die Entlassung vorher mit dem Betriebsrat abgestimmt sein und schriftlich erfolgen mit leserlicher Unterschrift; SMS oder E-Mail sind ungültig. Für bestimmte Personengruppen wie Schwerbehinderte oder Schwangere gilt ein erhöhter Kündigungsschutz.



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