Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft ist Ende 2012 geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im Schlussquartal bereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Experten hatten den Rückgang vorhergesagt, im Durchschnitt jedoch mit 0,5 Prozent gerechnet.
In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach: Nach plus 0,5 Prozent zum Auftakt ging das BIP-Wachstum zum Vorquartal zunächst auf 0,3 Prozent und im dritten Quartal auf 0,2 Prozent zurück. Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker einen Anstieg von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war auch 2012 der Export.
Mittlerweile könnte die Schwächephase schon wieder überwunden sein. "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin", schrieb das Bundeswirtschaftsministerium Anfang der Woche in seinem Monatsbericht. So stieg der Ifo-Index mittlerweile dreimal in Folge.
"Wir erwarten, dass die Wirtschaft sich sehr schnell erholt", sagte Christian Schulz von der Berenberg-Bank. "Alles deutet darauf hin, dass sie bereits wieder wächst." Auch Unicredit
-Chefvolkswirt Andreas Rees sprach von einer "vorübergehenden Schwächephase der deutschen Wirtschaft". Der Ausblick sei vielversprechend. "Die Chancen, dass das Wachstum schon zu Jahresbeginn zurückkehrt, stehen sehr gut."
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank
, führte das schwache Quartal auf eine Verunsicherung der Unternehmen durch die Staatschuldenkrise sowie die schwache Weltkonjunktur zurück, welche die deutschen Exporte ausgebremst habe. "Diese beiden Belastungsfaktoren sind mittlerweile in den Hintergrund getreten. Die Schuldenkrise ist deutlich abgeebbt, die Weltkonjunktur hat nach oben gedreht. Deshalb weisen alle wichtigen deutschen Frühindikatoren nach oben."
Auch die französische Wirtschaftsleistung ging stärker zurück als vorhergesagt. Von Oktober bis Dezember sank das BIP zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie die französische Statistikbehörde auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Bankvolkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.
dab/dpa/Reuters
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