Bruttoinlandsprodukt Deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn erneut gewachsen - hat dabei aber deutlich an Tempo verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal um 0,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Containerschiff in Köln
imago/ Tom Maelsa

Containerschiff in Köln


Geringere Exporte und geringere Staatsausgaben haben das Wachstum der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn halbiert. Auch in den ersten drei Monaten des Jahres ist die deutsche Wirtschaft gewachsen, allerdings mit deutlich weniger Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2018 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im vergangenen Jahr fiel das Plus noch höher aus. Im vierten Quartal 2017 war das BIP um 0,6 Prozent gestiegen, im dritten Quartal 2017 um 0,7 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich aber laut den Statistikern in der längsten Aufschwungphase seit 1991. Denn das BIP ist bereits das 15. Mal in Folge im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.

Getragen wurde das Wachstum von der Konsumlust der Verbraucher, den Investitionen der Unternehmen in Maschinen und andere Ausrüstungen sowie dem Bauboom. "Die Konsumausgaben des Staates waren dagegen erstmals seit knapp fünf Jahren rückläufig und dämpften das Wirtschaftswachstum", teilten die Statistiker mit. Zudem verlor der Außenhandel den Angaben zufolge an Dynamik, weil sowohl die Exporte als auch die Importe im Vergleich zum Vorquartal rückläufig waren.

Ökonomen sehen nur "temporäre Wachstumsdelle"

Ökonomen hatten mit einer Delle gerechnet. Sie verwiesen unter anderem auf die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie, die Grippewelle und das kalte Wetter im März. Mit einem Ende des Aufschwungs rechnen Volkswirte von Banken und Wirtschaftsforschungsinstituten derzeit aber nicht.

"Wir betrachten die eher verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn als eine temporäre Wachstumsdelle und nicht als den Beginn einer längeren Wachstumsabschwächung", erklärten beispielsweise Allianz-Volkswirte.

"Delle oder Abwärtstrend, das ist hier die Frage", sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank - und ergänzte: "Delle lautet unsere Antwort." Trotz Zollandrohungen oder Sanktionen seien die Rahmenbedingungen für die nähere Zukunft unverändert gut.

Auch die Bundesregierung erwartet eine Fortsetzung des kräftigen Wirtschaftswachstums in Europas größter Volkswirtschaft. Für das laufende Jahr rechnete sie zuletzt mit einem Plus von 2,3 Prozent und für das kommende Jahr mit 2,1 Prozent. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in Deutschland um 2,2 Prozent gewachsen. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren.

mmq/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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stadtmusikant123 15.05.2018
1. Rohölpreise
Die Delle wird sicher durch den steigenden Rohölpreis noch etwas kräftiger ausfallen.
gunpot 15.05.2018
2. Auch der schwächere Dollar
hat zu dieser Entwicklung im Vorjahresvergleich beigetragen. Besonders die Kritiker unseres Leistungsbilanzüberschusses wie Macron, Trumpel und Lagarde sollten sich die jüngste Entwicklung genau ansehen.
Josey Wales 15.05.2018
3. Wo soll die denn wachsen???
Die wächst seit Schröder und vorallem seit Merkel überhaupt nicht mehr. Wie auch? Deutschland ist ein Investor-Schreck! Alte Produktions-überschüsse aus den vorherigen Jahren sind KEIN Wirtschaftswachtum. Das gilt auch für Ganztagsbeschäftigungen die man halbiert und/oder geviertelt hat. Das einzige was in diesem Land wächst ist die dekadenz und die Arbeitlosenzahl, zusammen mit den Unterhaltskosten und den Mieten.
unaufgeregter 15.05.2018
4. Wo ist das Problem?
Es wird immer Auf- und Abschwünge in der Wirtschaft geben. Wie kann man das ausblenden? Apropos Abschwung: Heute an meiner Tankstelle kostete mein Benzin 1,43 Euro.
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