Bürgerversicherung DGB will private Krankenkassen abschaffen

Dieser Vorschlag hat es in sich: Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert für die Auflösung privater Krankenkassen - um eine Bürgerversicherung einzuführen. Dies würde den gesetzlichen Beitrag deutlich verringern.

Arzt bei der Untersuchung: Ende der privaten Vollversicherung
DPA

Arzt bei der Untersuchung: Ende der privaten Vollversicherung


Berlin - Anfang 2011 wird Gesundheit teurer: Der Beitragssatz für gesetzlich Krankenversicherte steigt auf 15,5 Prozent. Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) könnte die Versicherung jedoch um bis zu 2,5 Prozentpunkte billiger sein - wenn es eine Bürgerversicherung gäbe.

Grundlage der Berechnung ist eine Untersuchung des DGB, die der "Berliner Zeitung" vorliegt. Der Vorschlag soll der derzeitigen Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft (SPD) überreicht werden.

Die Studie hat es in sich: Denn sie sieht eine schrittweise Auflösung privater Krankenkassen, eine deutlich höhere Belastung von Gutverdienern sowie die Mitberechnung von Kapital- und Mieteinnahmen vor.

Zentraler Punkt des Konzepts ist den Angaben zufolge das Ende der privaten Vollversicherung. Beamte und Selbständige sollen schrittweise in die gesetzlichen Kassen wechseln. Der DGB will die Beitragsgrenze deutlich erhöhen und Einkommen oberhalb der neuen Grenze mit einer zusätzlichen Abgabe in Höhe von etwa drei Prozent belasten. Dem Konzept zufolge würde zugleich von Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder ein gleich hoher Beitragssatz bezahlt werden.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat vor kurzem beschlossen, dass die Sätze voneinander entkoppelt werden und Arbeitnehmer Zusatzbeiträge leisten müssen, um höhere Kosten der Kassen auszugleichen.

yes/Reuters

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l4berl1ne 13.12.2010
1. titel
warum nicht gleich so. die pkk sind sowieso nur eine modeerscheinung aus einer zeit, in der man auf solidaritaet nicht angewiesen ist. aber sobald die mehrzahl der privatversicherten die 60 ueberschritten haben, geht eine nach der anderen hopps.
smerfs 13.12.2010
2. geldgier
Zitat von l4berl1newarum nicht gleich so. die pkk sind sowieso nur eine modeerscheinung aus einer zeit, in der man auf solidaritaet nicht angewiesen ist. aber sobald die mehrzahl der privatversicherten die 60 ueberschritten haben, geht eine nach der anderen hopps.
aber dann wird der fiskus sofort ein notprogramm zur rettung pkk auflegen! sollte es aber zu einer einführung der bürgerversicherung kommen würden die dadurch gewonnen mittel nicht ausreichen die geldgier der gesundheitsschmarotzer zufrieden zu stellen.
chrome_koran 13.12.2010
3. Get ready for the GDR 2.0
Sind PKVen nicht zufällig Privatunternehmnen? Mit welchem Recht will DGB oder sonst jemand in einer freien Gesellschaft einem Privatunternehmen verbieten, ihrem Tagesgeschäft nachzugehen, solange dieses nach Treu und Glauben abläuft? Was kommt als Nächstes? Schließung privater Arztpraxen? Anscheinend geht es aber darum, die Leistungen der GKV schrittweise (noch viel drastischer als bis heute der Fall) zu rasieren und zurätzliche PKV zur Regel zu machen. Schon jetzt mobbt so mancher Arzt gesetzlich versicherte Patienten diskret aus seiner Praxis. Noch gibt es Alternativen. Nicht mehr lange?
elwu, 13.12.2010
4. Der DGB
hat zusammen mit der Politik und den Arbeitgebern seit über einem dutzend Jahren erfolgreich daran gearbeitet, durch geringe Lohnsteigerungen die Arbeitsentgelte und damit die verfügbaren Einkommen effektiv zu senken. Diese neue Idee passt in diese Schiene - denn gerade die Leistungsträger mit mittleren Einkommen würden durch die vom DGB gewünschte, brachiale Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze NOCH MEHR belastet und hätten also NOCH WENIGER Netto vom Brutto.
Bembel137 13.12.2010
5. Nur eine Frage der Zeit
Zitat von sysopDieser Vorschlag hat es in sich: Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert für die Auflösung privater Krankenkassen - um eine Bürgerversicherung einzuführen. Dies würde den gesetzlichen Beitrag deutlich verringern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734241,00.html
Auch wenn ich eher skeptisch bin, wenn der DGB mal wieder einen zum Besten gibt ... hier hat er Recht. Das Ganze wird nicht von heute auf morgen passieren, aber es ist nur eine Frage der Zeit bis genau das passiert. Neben dem Problem der gesetzlichen Krankenversicherungen, kommt noch hinzu, dass die Privaten jedes Jahr munter die Beiträge erhöhen ... irgendwann werden sie es überzogen haben und dann wird die Bürgerversicherung kommen.
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