Bankenansturm in Bulgarien Präsident verspricht Sicherheit der Sparguthaben

Hunderte Millionen Euro an einem Tag abgehoben: Ein überraschender Kundenansturm hat den bulgarischen Bankensektor erschüttert. Nun schaltet sich der Präsident ein.

Bankkunden vor einer Filiale in Bulgarien: Falsche Informationen gestreut?
REUTERS

Bankkunden vor einer Filiale in Bulgarien: Falsche Informationen gestreut?


Sofia - Ein massiver Kundenansturm auf Banken in Bulgarien hat den Finanzsektor ins Wanken gebracht. Angesichts der Lage in dem EU-Land hat der bulgarische Präsident Rossen Plewneliew nun versichert, dass die Geldinstitute über ausreichend Rücklagen verfügten, um die Turbulenzen zu überstehen. Die Anlagen der Sparer seien notfalls durch den Staat gesichert, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Seitens der Regierung würden alle Maßnahmen ergriffen, um wieder zu einer stabilen Lage zurückzukehren.

Derweil sind im Zusammenhang mit dem plötzlichen Bankensturm fünf Verdächtige festgenommen worden. Die Ermittler werfen ihnen vor, gezielt falsche Informationen über die Stabilität des Finanzsektors in Umlauf gebracht zu haben. Über Internetplattformen wie Facebook oder YouTube sollen sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit verschiedener Geldinstitute verbreitet haben.

Bei der First Investment Bank (Fibank) hoben nach Angaben des Instituts Kunden am Freitag innerhalb weniger Stunden umgerechnet mehr als 400 Millionen Euro ab. Filialen schlossen daraufhin, Automaten funktionierten jedoch noch. Der Aktienkurs der Bank brach ein.

Eigentlich gilt das Bankensystem Bulgariens als vergleichsweise stabil. Das Land hat eine der geringsten Schuldenquoten in der EU, die Zentralbank wird von Finanzexperten als effektiv eingeschätzt und die Währung Lew ist an den Euro gekoppelt. Die Entwicklung weckt allerdings Erinnerungen an den Zusammenbruch des Bankensektors in Bulgarien in den Neunzigerjahren, als 14 Institute Pleite gingen.

Die aktuellen Vorgänge um das Bankensystem treffen die Regierung in einer sensiblen Lage: Die Parteien haben beschlossen, am 5. Oktober eine vorgezogene Parlamentswahl abzuhalten. Oppositionschef Boiko Borissow forderte am Samstag Ministerpräsident Plamen Orescharskis sowie die Ressortchefs für Inneres und Finanzen auf, wegen ihres Umgangs mit der Krise sofort zurückzutreten. Die regierenden Sozialisten kritisierten den Appell: Damit werde die Öffentlichkeit weiter verunsichert.

vks/Reuters/dpa

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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
tijeras 29.06.2014
1. Gute Idee
Zitat von sysopREUTERSHunderte Millionen Euro an einem Tag abgehoben: Ein überraschender Kundenansturm hat den bulgarischen Bankensektor erschüttert. Nun schaltet sich der Präsident ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bulgarien-kundenansturm-erschuettert-bankensektor-a-978191.html
Sollte man bei uns auch mal machen, dann würden die Herrschaften lernen von welchem Geld sie Leben. Und die Kanzlerette würde sicher auch die passenden Worte finden. Morgen heb ich alles ab. Bin auf die Schlagzeilen gespannt. ;)
Untertan 2.0 29.06.2014
2. Stimmt doch.
---Zitat--- Die Ermittler werfen ihnen vor, gezielt falsche Informationen über die Stabilität des Finanzsektors in Umlauf gebracht zu haben. Über Internetplattformen wie Facebook oder YouTube sollen sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit verschiedener Geldinstitute verbreitet haben. Bei der First Investment Bank (Fibank) hoben nach Angaben des Instituts Kunden am Freitag innerhalb weniger Stunden umgerechnet mehr als 400 Millionen Euro ab. Filialen schlossen daraufhin, Automaten funktionierten jedoch noch. Der Aktienkurs der Bank brach ein. ---Zitatende--- Also wenn die Banken nicht zahlen konnten, waren die Informationen ganz offensichtlich so falsch nicht!
logabjörk 29.06.2014
3. wenn morgen alle Deutschen
Untertanen ihr Geld abholen kommt es zum Crash. Logisch. Soviel Kohle hat keine Bank. Nicht gewußt? Auf gehts!
ubogun 29.06.2014
4. Diese Garantie kann er nicht geben
Bekanntermaßen schöpfen Banken Geld einfach aus dem Nichts – die Zentralbankeinlagen von oftmals nur 1% dafür werden in nicht seltenen Fällen nachträglich geleistet. Keine Bank kann einem Ansturm auf die Konten standhalten, da in jedem Fall weitaus mehr "Buch"Geld rausgegeben wurde als wirklich existiert – will nun jeder "sein" Geld real in der Hand halten, fliegt der Schwindel zwangsläufig auf.
christian500 29.06.2014
5. Was ein Spaß
hier in Deutschland müssten 20% alles abheben, auf einmal...die Banken wären sofort pleite,...die gaukeln uns eine Lüge vor, um das kaputte System am Leben zu erhalten.
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