Immobilienmarkt Bund verkauft Gros seiner Wohnungen an private Investoren

Wenn der Bund Wohnungen verkauft, kommt nur der Höchstbieter zum Zug. So will es das Gesetz. Die Folge: Private Investoren angeln sich fast alle Objekte, Kommunen gehen fast immer leer aus.

Besichtigung einer Mietwohnung
DPA

Besichtigung einer Mietwohnung


Der Bund verkauft nur einen geringen Teil der Wohnungen aus seinem Besitz an kommunale Gesellschaften. 96 Prozent aller Verkäufe der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehen an private Investoren, nur vier Prozent an Gebietskörperschaften, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht.

"Der Bund ist nach wie vor einer der großen Besitzer von Immobilien und Liegenschaften in Deutschland", sagt die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Caren Lay. Damit hätte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben theoretisch die Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und Druck vom Mietenmarkt zu nehmen - etwa indem sie Immobilien günstig an Kommunen für die soziale Stadtentwicklung abgibt.

Nach der Gesetzeslage kann die Bima allerdings gar nicht anders, als Immobilien grundsätzlich zum Höchstgebot zu verkaufen. Diese Praxis wurde in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten kritisiert. "Der Verkauf von Bundesimmobilien und bundeseigenen Flächen ergibt überhaupt nur Sinn, wenn er an Kommunen und nicht an Heuschrecken geht", sagt Lay. Laut Lay wurde keine einzige der veräußerten Flächen für neue Sozialwohnungen verwendet.

msc/AFP

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