Bundesbank-Präsident Weidmann Bundestag soll IWF-Aufstockung zustimmen

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann unterrichtet den Haushaltsausschuss des Bundestags über die 41,5 Milliarden Euro, mit der sich Deutschland an der Aufstockung des IWF-Krisenfonds beteiligen soll. Einem Zeitungsbericht zufolge verlangt Weidmann, dass das Parlament den Plan formell mitträgt.

Bundesbank-Präsident Weidmann: Parlament soll Mittel für IWF-Krisenfonds abnicken
dapd

Bundesbank-Präsident Weidmann: Parlament soll Mittel für IWF-Krisenfonds abnicken


München - Die Krisenkasse des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird um rund 325 Milliarden Euro aufgestockt und einen großen Teil davon wird Deutschland beisteuern. Überweisen wird das Geld die Bundesbank, das finanzielle Risiko aber tragen die Steuerzahler. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann fordert deshalb, dass der Deutsche Bundestag den Plan formell mitträgt.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wird Weidmann am Mittwoch den Haushaltsausschuss des Bundestags über die deutsche Beteiligung an der Aufstockung des Krisenfonds für Staaten in Schieflage informieren. Eine entsprechende Einladung habe der Ausschuss am Dienstag an Weidemann verschickt, berichtete die "SZ".

Die zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten sich in der vergangenen Woche in Washington darauf verständigt, die sogenannte Brandschutzmauer des Weltwährungsfonds um mehr als 430 Milliarden US-Dollar (325 Milliarden Euro) aufzustocken. Trotz anfänglicher Kritik aus ihren Reihen tragen auch die großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China - die BRIC-Staaten - dazu bei. Die USA, der größte IWF-Anteilseigner, und Kanada beteiligen sich an der Aktion allerdings nicht, sie halten die Mittelaufstockung für nicht notwendig.

Mit dem Geld sollen Länder innerhalb und außerhalb Europas unterstützt werden, die in den Sog der Schuldenkrise geraten sind. Von den 150 Milliarden Euro der Euro-Länder steuert Deutschland über die Bundesbank mit rund 41,5 Milliarden Euro den größten Teil bei.

Laut "SZ" fordert Weidmann, dass das Parlament den Plan mitträgt, weil das finanzielle Risiko beim Steuerzahler liege. Schließlich werde die Bundesbank in diesem Fall nicht aus eigenem Antrieb tätig, sondern auf Bitten der Regierung und als Vertreterin Deutschlands in den IWF-Gremien. Noch im Dezember jedoch hätten sich Union und FDP dem Wunsch der Bundesbank unter Verweis auf deren Unabhängigkeit verweigert. Ob Weidmann selbst vor dem Ausschuss erscheint oder einen Vertreter schickt, war dem Bericht zufolge zunächst unklar.

nck/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
anderton 25.04.2012
1. Ups...
Den Artikel hätte ich ja fast übersehen. Aber es geht ja auch nur um 41,5 Milliarden Euro der Steuerzahler...
Vanagas 25.04.2012
2.
. . . formerly known as " Volksvertreter " werden schon wie gewünscht abnicken !
anderton 25.04.2012
3. ...
Das ist wirklich eine sehr bedenkliche Entwicklung. Aber unsere Parlamentarier scheint das nicht sonderlich zu tangieren. Schattenverschuldung bedroht Stabilität der Euroländer (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europaeische-zentralbank-schattenverschuldung-bedroht-stabilitaet-der-eurolaender-11716010.html) Bad Bank der WestLB erhöht Staatsschulden massiv (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/schaeubles-plaene-in-gefahr-bad-bank-der-westlb-erhoeht-staatsschulden-massiv/6552508.html)
styxx66 25.04.2012
4. xxx
Zitat von sysopdapdBundesbankpräsident Jens Weidmann unterrichtet den Haushaltsausschuss des Bundestags über die 41,5 Milliarden Euro, mit der sich Deutschland an der Aufstockung des IWF-Krisenfonds beteiligen soll. Einem Zeitungsbericht zufolge verlangt Weidmann, dass das Parlament den Plan formell mitträgt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,829608,00.html
Keine Sorge Leute, die Wackeldackel des Parlaments werden diese lächerliche Summe von 41,5 Milliarden Euro locker durchwinken. Das sind doch nur Peanuts.
styxx66 25.04.2012
5. xxx
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wenn man Ihren Post liest, kann man sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass die Buchhalter der Mafia gegen diese Weltenvernichter aus der Politik richtig harmlose Gesellen sind. Solche Trickser und Betrüger hat die Welt noch nicht gesehen bzw. erlebt, und niemand ist anscheinend in der Lage, diese Lobbyisten-Knechte zu stoppen.
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