Rede des Bundesbank-Präsidenten: Weidmann warnt vor Währungskrieg
Bundesbank-Präsident Weidmann sorgt sich um einen möglichen Abwertungswettlauf der Währungen. Der Notenbankchef fürchtet, eine politisch motivierte Schwächung des Euro werde zu höherer Inflation führen.
Freiburg - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor den Folgen eines staatlich betriebenen Wechselkurs-Dumpings gewarnt. "Versuchen mehr und mehr Länder, die eigene Währung zu drücken, kann dies am Ende in einen Abwertungswettlauf münden, der nur Verlierer kennen wird", mahnte der Bundesbank-Chef am Montag bei einem Auftritt in der Universität Freiburg. "Eine Wechselkurspolitik zur gezielten Schwächung des Euro würde am Ende auf eine höhere Inflation hinauslaufen", warnte Weidmann.
Auslöser der Debatte über Wechselkurs-Dumping war zuletzt die radikale Lockerung der Geldpolitik in Japan, die den Yen auf Talfahrt geschickt hatte. Dadurch haben exportorientierte japanische Firmen Wettbewerbsvorteile am Weltmarkt. Der Euro hat sich gegenüber dem Yen seit Mitte 2012 um fast ein Drittel verteuert. Entsprechend unattraktiver werden europäische Güter für japanische Konsumenten. Auch gegenüber dem Dollar hat die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt an Wert gewonnen.
Diskussion lenkt von eigentlichen Herausforderungen ab
Weidmann sagte, die Diskussion um einen vermeintlich überbewerteten Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung lenke nur von den eigentlichen Herausforderungen ab. Insbesondere Frankreich beklagt, dass die Euro-Stärke Nachteile für die europäische Wirtschaft habe. Finanzminister Pierre Moscovici will das Thema beim Treffen der Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende in Moskau ansprechen.
Die G-7-Gruppe der etablierten Industrieländer erwägt angesichts der Ängste vor einem globalen Abwertungswettlauf auch eine gemeinsame Erklärung gegen politisch gesteuerte Wechselkurse. Veröffentlicht werden könnte diese während des G-20-Treffens, hieß es in G-20-Kreisen. Im Entwurf dafür bekennen sich die G7 - das sind neben den USA, Japan und Kanada die EU-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien - zu marktbestimmten Kursen an den Devisenmärkten und wenden sich gegen eine Wechselkurssteuerung durch die Politik.
ade/Reuters/dpa
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