Schuldenkrise in Europa: Bundesbank rechnet 2014 mit neuem Hilfspaket für Griechen

Graffiti in Athen: Griechenland steckt seit sechs Jahren in der Rezession Zur Großansicht
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Graffiti in Athen: Griechenland steckt seit sechs Jahren in der Rezession

Die Bundesbank erwartet, dass Griechenland weitere Hilfen braucht. Nach SPIEGEL-Informationen heißt es in einem Dokument der Notenbanker, spätestens Anfang 2014 werde ein neues Kreditprogramm fällig. Für Finanzminister Schäuble kommt der Vorstoß ungelegen.

Die Bundesbank rechnet damit, dass es bereits kurz nach der Bundestagswahl ein neues Rettungsprogramm für Griechenland geben wird. In einem internen Dokument der Zentralbank heißt es, die Europäer müssten spätestens Anfang 2014 "wohl in jedem Fall ein neues Kreditprogramm mit Griechenland beschließen".

In der Stellungnahme für das Berliner Finanzministerium und den Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisieren die Frankfurter Experten die jüngste Kredittranche und die dafür erfolgte Überprüfung durch die Troika. Sie dürfte "politischen Zwängen geschuldet sein".

Zwar bestreitet die Bundesbank, es handle sich dabei um eine Anspielung auf die Bundesregierung, die vor der Wahl eine Diskussion über einen Schuldenschnitt verhindern will – und deshalb die Fortschritte in Griechenland betont. Doch die Bank kommentiert diesen Optimismus in ihrem Dossier äußerst unterkühlt: "Wir nehmen die zustimmende Haltung zur Kenntnis."

"Erhebliche Zweifel" an Reformfähigkeit

Das hat auch damit zu tun, dass laut Bundesbank die Risiken des Rettungsprogramms "außergewöhnlich hoch" bleiben. Auch die Performance der Athener Regierung sei "kaum zufriedenstellend", es bestünden "erhebliche Zweifel" an der Fähigkeit, unabdingbare Reformen umzusetzen.

Im Juli hatten Euro-Rettungsfonds und IWF 5,7 Milliarden Euro an Griechenland überwiesen. Insgesamt flossen bislang Hilfen von über 200 Milliarden Euro. Für Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und die Bundesregierung kommt die Stellungnahme der Bundesbank ungelegen. Schäuble hatte zuletzt Forderungen nach weiteren Krediten oder gar einem Schuldenschnitt zurückgewiesen. Erst 2014 könne man über weitere Hilfen reden.

Griechenland kämpft sich derzeit durch das sechste Rezessionsjahr in Folge. Erst 2014 erwartet die EU-Kommission wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Zuletzt stieg die Arbeitslosenquote im Mai auf 27,6 Prozent - und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie in der Euro-Zone mit durchschnittlich 12,1 Prozent.

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insgesamt 413 Beiträge
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1. Hahaha, ungelegen...
teufelsküche 11.08.2013
Zitat von sysopDie Bundesbank erwartet, dass Griechenland weitere Hilfen braucht. Nach SPIEGEL-Informationen heißt es in einem Dokument der Notenbanker, spätestens Anfang 2014 werde ein neues Kreditprogramm fällig. Für Finanzminister Schäuble kommt der Vorstoß ungelegen. Bundesbank rechnet mit neuem Hilfspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesbank-rechnet-mit-neuem-hilfspaket-fuer-griechenland-a-915900.html)
Klar, unser "Die Rettungsschirme laufen aus" Mann möchte uns immer noch glauben machen, bald wäre Schluß und alles sei "auf einem guten Weg"
2. ohne worte
j.cotton 11.08.2013
Zitat von sysopDie Bundesbank erwartet, dass Griechenland weitere Hilfen braucht. Nach SPIEGEL-Informationen heißt es in einem Dokument der Notenbanker, spätestens Anfang 2014 werde ein neues Kreditprogramm fällig. Für Finanzminister Schäuble kommt der Vorstoß ungelegen. Bundesbank rechnet mit neuem Hilfspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesbank-rechnet-mit-neuem-hilfspaket-fuer-griechenland-a-915900.html)
2014 also...neues Kreditprogramm. und wann dann... ...der erneute (und sicher fällige) Schuldenschnitt? mit anschließenden neuen Bankenrettungsprogrammen? Deutschland, deine pPolitkasparen... ...und diejenigen Hampelmänner, die so was wählen!
3.
Maya2003 11.08.2013
"....Schäuble hatte zuletzt Forderungen nach weiteren Krediten oder gar einem Schuldenschnitt zurückgewiesen. Erst 2014 könne man über weitere Hilfen reden." Ein klassischer Schäuble. Im Wissen. daß 2014 auf jeden Fall die nächste Fuhre Euro für Athen fällig wird, formuliert er geschickt wie immer knapp an der Wahrheit vorbei. Wir werden von klugen Leuten regiert. Im Herausreden sind die alle Weltklasse - die große Alternativlose mit eingebauter Phrasendreschmaschine, der NSA Steinmeier, der 100000DM-Schäuble und all die anderen "Spitzen"politiker. Klug zu lügen und dem Volk Honig ums Maul schmieren sind Voraussetzung für hohe Staatsämter. Und wir honorieren das bei jeder Wahl wieder neu.
4. Griechen zahlen überhaupt keine Grundsteuer
ulli7 11.08.2013
für ihre Immobilien. Griechenland hat bisher als einziger Staat der EU kein Liegenschaftskataster über die bebauten und unbebauten Grundstücke: Die meisten Griechen besitzen ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung. Bis es in Griechenland ein flächendeckendes Kataster gibt, brauchen Griechen keine Grundsteuer zahlen. Das ist ungerecht ! In Deutschland muss ein verheirateter Angestellter mit einem Nettoeinkommen von 1.800 €, der zur Miete wohnt, monatlich 400 € Lohnsteuer abführen.
5. Niemand ist überrascht
Andreasjilg 11.08.2013
Die Bundesbank spricht nur jetzt schon offen aus, was jeder, der rechnen kann, weiss. Griechenland wird es allein nicht schaffen und bleibt suf ewig von Transferleistungen abhängig. Nur Schäuble behauptet noch, daß Wasser auch bergauf fliessen kann. Die Strategie "Ruhe vor der Wahl" wird leider aufgehen. Die AFD mit 2% abschmieren und im Oktober gibt man den den Entsetzten. Es ist so billig !
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