Euro-Krise: Bundesbank will Umfrage zu Vermögen veröffentlichen

Wie reich sind die Bürger in den einzelnen Euro-Staaten? Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sind die Vermögen in Krisenländern größer als etwa in Deutschland. Das habe eine Umfrage der Notenbanken ergeben.

Hamburg - Schwarz-Gelb streitet mit der Opposition über den Armutsbericht. Deutschland gehe es so gut wie lange nicht, schwören die Minister von Union und FDP. Die Regierung beschönige die Lage, schimpfen dagegen SPD und Grüne. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") berichtet nun, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen Bericht zur Vermögensverteilung zurückhalte.

Seit 2006 haben die Notenbanken der Euro-Zone tausende Privathaushalte befragt - nach ihrem Vermögen, dem Wert ihrer Immobilien und ihrer Verschuldung. In mehreren Ländern wurden die Ergebnisse bereits veröffentlicht, unter anderem in Italien, Spanien und Österreich.

Die Bundesbank will die Umfrage im Rahmen einer Konferenz des Forschungszentrums am 21. März veröffentlichen, sagte eine Sprecherin. Später soll dann eine Studie mit den Ergebnissen aller Euro-Staaten folgen. Dafür sei aber die EZB zuständig.

Brisant ist die Umfrage laut "FAZ" weniger wegen der hierzulande besonders großen Ungleichheit bei der Verteilung des Vermögens. Immerhin ist diese durch zahlreiche Untersuchungen und die Daten des sozioökonomischen Panels ausreichend belegt.

Stattdessen sei der empfindlichere Punkt vielmehr, dass die Vermögen in einigen Krisenländern größer seien als in einigen finanzstarken Ländern - wie zum Beispiel Deutschland. So habe der Medianwert der privaten Vermögen in Italien 2010 bei rund 164.000 Euro gelegen. Das bedeutet: Die eine Hälfte der Italiener hatte mehr, die andere Hälfte weniger als diese Summe. In Deutschland dürfte dieser Wert eher auf dem Niveau der Österreicher liegen, also bei rund 76.000. Die großen Vermögen in Krisenländern könnten Euro-Kritikern in Deutschland neuen Zulauf bescheren.

cte

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1. Erfolg
dapmr75 07.03.2013
So soll doch Umverteilung funktionieren, oder?
2. Irgendwo läuft da was schief.
Karl_Knapp 07.03.2013
Doch was ist, wenn der Fehler bei uns in Deutschland liegt, wenn wir in unserer Struktur einen Fehler haben?
3. Wird schon stimmen ...
karlsiegfried 07.03.2013
... mit den größeren Vermögen in den Krisenländern. Die haben doch jahrzehntelang nur Steuern hinterzogen und Bestechungsgelder kassiert. Italien, Griechenland, etc. Wer in Deutschland nur 100 DM nicht deklarierte, das nennt man in der Fachsprache Einnahmeverkürzung (im Volksmund Steuerhinterziehung), war fällig. In Italien und Griechenland war und ist das der reinste straflose Volkssport. Weil es einfach alle machten.
4. Ja wenn das so ist
noalk 07.03.2013
"Die großen Vermögen in Krisenländern könnten Euro-Kritikern in Deutschland neuen Zulauf beschweren." --- Von "könnten" kann wohl keine Rede sein. Es *wird* so sein. Denn der Verdacht liegt ja dann nahe, dass ein erklecklicher Teil solcher Vermögen auf Staatskosten angehäuft wurde und so zu Staatsverschuldung führte, die nun von den anderen EURO-Staaten quasi übernommen werden soll. Das würde mir auch sauer aufstoßen.
5.
albrechtstorz 07.03.2013
Zitat von sysopWie reich sind die Bürger in den einzelnen Euro-Staaten? Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sind die Vermögen in Krisenländern größer als etwa in Deutschland. Das habe eine Umfrage der Notenbanken ergeben - die von der Bundesbank unter Verschluss gehalten werde. Bundesbank zögert angeblich Umfrage zu Vermögen hinaus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesbank-zoegert-angeblich-umfrage-zu-vermoegen-hinaus-a-887429.html)
Zitat: "Die großen Vermögen in Krisenländern könnten Euro-Kritikern in Deutschland neuen Zulauf bescheren." Tatsächlich? Mich wundert's nicht. Bei der Debatte um den Euro geht ja auch vorranging um Neid, nicht um Gerechtigkeit oder Demokratie. Wem es nicht um Werte sondern vorrangig um sein Geld geht, der mag sich darüber aufregen, dass es mehr reiche Italiener als Deutsche gibt. Was das effektiv mit dem Euro zu tun haben soll ist mir persönlich allerdings schleierhaft.
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