Beraterhonorar Bundesfinanzministerium zahlte Anwaltskanzlei 1,8 Millionen

Das Finanzministerium hat laut "Bild"-Zeitung zwischen 2005 und 2009 mehr als 1,8 Millionen Euro Beraterhonorar an die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gezahlt. Unter dem damaligen Finanzminister Steinbrück hatte die Wirtschaftskanzlei an Gesetzen zur Bankenrettung mitgewirkt.

Bundesfinanzministerium in Berlin: Millionenhonorar für Anwaltskanzlei
AP

Bundesfinanzministerium in Berlin: Millionenhonorar für Anwaltskanzlei


Berlin - Jetzt ist es raus: 1.831.397,38 Euro Honorar hat das Bundesministerium für Finanzen laut "Bild"-Zeitung in der Zeit zwischen dem 22. November 2005 und dem 27. Oktober 2009 an die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gezahlt. Das damals von Peer Steinbrück (SPD) geführte Ministerium hatte die renommierte Wirtschaftskanzlei als Berater für die Gesetzesentwürfe zur Bankenrettung engagiert.

Weil Freshfields Bruckhaus Deringer vor allem für große Unternehmen und Banken arbeitet, hatte der Beratungsauftrag schon im Jahr 2008 für Kritik gesorgt und eine Debatte darüber ausgelöst, in welchem Umfang Ministerien externe Berater beschäftigen sollten.

Die Wirtschaftskanzlei war im Oktober zudem ein weiteres Mal in Zusammenhang mit dem Ex-Finanzminister in die Schlagzeilen geraten. Damals war bekannt geworden, dass Steinbrück im September 2011 auch bei Freshfields Bruckhaus Deringer einen Vortrag gehalten und dafür ein Honorar von 15.000 Euro erhalten hatte. Dem SPD-Kanzlerkandidaten wurde eine zu große Nähe zu Bankenlobbyisten vorgeworfen.

Der Springer-Verlag, zu dem auch die "Bild"-Zeitung gehört, hatte das Bundesfinanzministerium in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Berlin auf die Nennung der Honorarsumme für die Kanzlei im Zuge der Bankenrettung verklagt. Das Ministerium wollte die Zahlen nicht nennen, weil es sich um ein "Betriebs- und Geschäftsgeheimnis" der Anwaltskanzlei handele. Doch die Richter sahen ein vorrangiges Interesse der Öffentlichkeit an diesen Informationen über den SPD-Kanzlerkandidaten.

nck/AFP



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insgesamt 255 Beiträge
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Seite 1
frank.w 28.12.2012
1. Ah.... Steinbrück-Bashing 2.0
Von Friede Springers Horden... War wahrscheinlich mit Mutti Merkel beim Kaffeekränzchen...! Traurig das Spon so schnell mit einsteigt und willfährig die ollen Kamellen aufwärmt! Ist Teflonmutti tatsächlich so jungfräulich oder die Presse so willig?
mischpot 28.12.2012
2. Das Finanzministerium finanziert Eigengeschäfte
von Banken. Dass Herr Steinbrück seine Finger im Spiel hat überrascht nicht. Die Kanzlei hätte aufgrund eines Interessenkonfliktes den Auftrag des Finanzministeriums ablehnen müssen. Mir scheint es ist in der Politik üblich den Bock zum Gärtner zu machen und das ganze mit in meinen Augen veruntreuten Steuergeldern zu bezahlen. Der Steuerzahler will sein Geld zurück!
donrealo 28.12.2012
3. Sinnvolle
Geldanlage wenn im Gegenzug dafür Kompetenz und realitätsbezogenes Fachwissen eingekauft werden. Sollten unsere Regierenden öfters machen.
Aliolos 28.12.2012
4. Das neuzeitliche Feudalsystem
funktioniert auf allen Ebenen prächtig. Wenige Große zocken ab - der Kleine zahlt. Wulff musste schon wegen kleinerer Kleinigkeiten gehen.
be-klassen 28.12.2012
5. Was ist eigentlich Korruption?
Da wird doch niemand behaupten, diese Spezialisten häten den Herrn Steinbrück wegen seiner großen Fachkenntnisse für einem gut bezahlten Vortrag engagiert. Die SPD hat doch genügend vernünftige Leute: Oder die momentane Führung will die Wahl gar nicht gewinnen, hat keinen Arsch in der Hose in diesen schweren Zeiten. Mit Steinbrück gewinnt sie nie und nimmer.
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