Hamburg - Den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung vom kommenden Jahr an dürften einige Bundesländer kaum erfüllen können - vor allem im Westen der Bundesrepublik. In einem Ranking der deutschen Bundesländer haben nur sechs eine Quote von mehr als 35 Prozent, die von Mitte 2013 an gelten soll. Die fünf ostdeutschen Bundesländer und Berlin.
Die Studie hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der "Wirtschaftswoche" erstellt.
Den Angaben zufolge basiert das Bundesländer-Ranking auf rund hundert sozio-ökonomischen Indikatoren, mit denen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und soziale Ausgewogenheit der Bundesländer gemessen und verglichen werden. Für zahlreiche Einzelfaktoren, wie Arbeitslosenquote, Hochqualifizierte, Produktivität oder verfügbares Einkommen ergeben sich unterschiedliche Rangfolgen der Bundesländer. Insgesamt, so das Ergebnis des zehnten Rankings, liegt Bayern auf dem ersten Platz, gefolgt von Baden-Württemberg und Hamburg. Am Ende der Liste stehen Sachsen-Anhalt und Berlin.
Bundesländerranking 2012 – Kita-Betreuungsquote
Platzierung
Bundesland
Betreuungsquote* (in %)
1
Sachsen-Anhalt
56,1
2
Mecklenburg-Vorpommern
51,7
3
Brandenburg
51,6
4
Thüringen
46,9
5
Sachsen
44,1
6
Berlin
41,9
7
Hamburg
32,4
8
Rheinland-Pfalz
24,7
9
Schleswig-Holstein
21,6
10
Hessen
21,5
11
Baden-Württemberg
20,8
12
Bayern
20,6
13
Saarland
20,2
14
Bremen
19,6
15
Niedersachsen
18,6
16
Nordrhein-Westfalen
15,9
* Anteil der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder unter 3 Jahren an allen Kindern dieser Altergruppe
Quelle: Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft / WirtschaftsWoche
Die Studie umfasst auch ein sogenanntes Dynamik-Ranking, das darstellen soll, welche Bundesländer sich in den Jahren 2008 bis 2011 am stärksten entwickelt haben. Dynamiksieger 2012 ist demnach das ostdeutsche Bundesland Brandenburg. Es folgen Sachsen und Berlin. Die geringste Dynamik wies krisenbedingt das Exportland Baden-Württemberg auf. Der Südwesten war schwerer von der Konjunkturkrise 2008/2009 getroffen, als andere Bundesländer. Die stärkste Aufwärtsentwicklung der alten Bundesländer zeigt Niedersachsen.
INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr lobt Bayern für seine Krisenfestigkeit: Das Bruttoinlandsprodukt sei hier zwischen 2008 und 2011 um 3,4 Prozent gestiegen und damit weit stärker als der Bundesdurchschnitt, der bei nur 1,3 Prozent liege. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent herrsche in Bayern "de facto Vollbeschäftigung" - ähnlich sehe es in Baden-Württemberg aus.
Ostdeutsche Länder lassen Bremen hinter sich
Die eigentliche Überraschung der Studie: Zum ersten Mal sind zwei ostdeutsche Bundesländer - Sachsen und Thüringen - im Niveau-Ranking an einem westdeutschen Bundesland vorbeigezogen: Sie liegen vor Bremen, das auf den 12. Platz abgerutscht ist.
| Bundesländerranking 2012 – Die Gesamtranglisten | ||
| Bundesland | Platzierung im Dynamikvergleich | Platzierung im Niveauranking |
| Brandenburg | 1 | 13 |
| Sachsen | 2 | 10 |
| Berlin | 3 | 16 |
| Thüringen | 4 | 11 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 5 | 14 |
| Niedersachsen | 6 | 6 |
| Sachsen-Anhalt | 7 | 15 |
| Bayern | 8 | 1 |
| Rheinland-Pfalz | 9 | 5 |
| Schleswig-Holstein | 10 | 7 |
| Hamburg | 11 | 3 |
| Nordrhein-Westfalen | 12 | 8 |
| Hessen | 13 | 4 |
| Bremen | 14 | 12 |
| Saarland | 15 | 9 |
| Baden-Württemberg | 16 | 2 |
| Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft / WirtschaftsWoche | ||
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