Unterstützung im Bundesrat Vermieter sollen Makler bezahlen

Wer muss den Makler zahlen? Bislang ist es häufig der Mieter, doch das will Hamburg nun mit einer Initiative im Bundesrat ändern. Eine breite Mehrheit zeichnet sich ab, doch laut dem Stadtstaat sind noch viele Fragen offen.

Mietwohnungen in Frankfurt am Main: Den Makler zahlt hier bislang meist der Mieter
DPA

Mietwohnungen in Frankfurt am Main: Den Makler zahlt hier bislang meist der Mieter


Berlin - Die Maklergebühr ist für viele Wohnungssuchende insbesondere in Großstädten ein Ärgernis - nun könnte ein Vorstoß Hamburgs die Zahlungspflicht bei der Courtage neu regeln. Die Initiative des Stadtstaats kann einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge mit breiter Unterstützung im Bundesrat rechnen.

Demnach zeigen sich Bremen, Schleswig-Holstein, Berlin, Baden-Württemberg und Brandenburg aufgeschlossen für den Vorschlag, künftig Vermieter und nicht Mieter die Maklerkosten zahlen zu lassen. Nordrhein-Westfalen hatte bereits Unterstützung zugesichert.

Hamburg selbst hält Spekulationen über eine Bundesratsmehrheit für verfrüht. "Wir freuen uns über Zustimmung, aber der Wortlaut der Initiative steht noch gar nicht fest", sagte ein Sprecher der Stadtentwicklungsbehörde. An den Details werde derzeit noch gearbeitet, und der Senat befinde sich noch in Gesprächen mit der Wohnungswirtschaft.

Bisher ist überhaupt nicht gesetzlich geregelt, ob der Vermieter oder der Mieter die Gebühr entrichten muss. Lediglich ihre maximale Höhe - zwei Monatskaltmieten plus Umsatzsteuer - ist festgelegt. Während Vermieter in bevölkerungsarmen Landstrichen die Maklerkosten häufig selbst tragen, wird die Gebühr in Städten wie Hamburg, Köln oder Düsseldorf meist auf den Mieter abgewälzt.

fdi/dpa/dapd

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insgesamt 114 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 24.10.2012
1. Dann...
...wird die Maklerprovision halt auf die Miete aufgeschlagen...reichen ja 5 - 10 Euro...der Dumme ist am Ende immer der Mieter.
Europa! 24.10.2012
2. Vermieten? Ich bin doch nicht blöd.
Zitat von sysopDPAWer muss den Makler zahlen? Bislang ist es häufig der Mieter, doch das will Hamburg nun mit einer Initiative im Bundesrat ändern. Eine breite Mehrheit zeichnet sich ab, doch laut dem Stadtstaat sind noch viele Fragen offen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesrat-mehrheit-fuer-neuregelung-der-maklergebuehren-wahrscheinlich-a-863101.html
Dieser neueste Dreh, um Deutschlands Vermieter zu schädigen und zu benachteiligen, wird die Wohnungsnot in den Großstädten noch größer machen. Es gibt kaum einen Bereich des Wirtschaftslebens, der so einseitig zu Gunsten einer Seite reguliert ist wie das Mietrecht. Für private Eigentümer ist es völlig unwirtschaftlich geworden, Wohnraum für andere zu schaffen. Eigentlich schade.
Pat-Riot 24.10.2012
3. ungebührlich
Man zahlt einem Makler so wenig eine "Gebühr" wie eine Steuer. Mag sein, dass Makler wie Staatsherren auftreten, der Einzug von Gebühren und Steuern bleiben das Privileg von Behörden. Makler kassieren eine Provision oder, wie diese es vornehm gerne hätten, die Courtage (was dann gleich ein paar nette Kurtage ergibt). Gebühren und Steuer sind (so gut wie) unvermeidlich. Über Provisionen lässt sich verhandeln. Und Makler sind so nötig wie ein zusätzliches Loch im Kopf (zumindest bei Wohnungsvermietungen). Sie dienen nur der Bequemlichkeit der Eigentümer - wenn nicht gar der Alimentation irgendeines Verwandten oder Freundes, der so'n büschen hobbymäßig rummakelt.
AlexBauer1981 24.10.2012
4. Nicht nur bei Mietern ...
Im Prinzip hat eigentlich grundsätzlich der Vermieter oder Verkäufer diese Provision zu zahlen. Wenn ich ein Haus oder eine Wohnung kaufe, dann ist das auch in dem Fall die Sache des Verkäufers. Ich habe immer eine Preisvorstellung INKLUSIVE der Provision, wie der Makler das hinbekommt ist seine Sache und so ist es schon immer möglich diese Kosten auf den Verkäufer abzuwälzen. Und wer da nicht mitspielt ... es gibt genug andere Angebote!
Pat-Riot 24.10.2012
5. Ist doch Quark
Zitat von Europa!Dieser neueste Dreh, um Deutschlands Vermieter zu schädigen und zu benachteiligen, wird die Wohnungsnot in den Großstädten noch größer machen. Es gibt kaum einen Bereich des Wirtschaftslebens, der so einseitig zu Gunsten einer Seite reguliert ist wie das Mietrecht. Für private Eigentümer ist es völlig unwirtschaftlich geworden, Wohnraum für andere zu schaffen. Eigentlich schade.
Was wollen Sie denn mit Ihren Bestandwohnungen machen? Leer stehen lassen? Selber einziehen? Natürlich kann man - zumindest hier in der Hansestadt - mit Altbauwohnungen vor 1920 in Eppendorf oder auf der Uhlenhorst gutes Geld machen. Hinzu die nach 10 Jahren steuerfreien Spekulationsgewinne und die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Zur Vermietung braucht man keinen Makler. Kleine Anzeige im Abendblatt oder Immonet, eine halbe Stunde in die Wohnung stellen und 30 Selbstauskünfte ausfüllen lassen, und Sie können sich den Mieter Ihrer Wahl schnitzen.
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