Zweifel an offizieller Zählung: Rechnungshof überprüfte deutsche Goldreserven

Wie viel Gold hat Deutschland? Eigentlich ist das bekannt. Doch der Bundesrechnungshof wollte es offenbar ganz genau wissen - und prüfte auf eigene Faust. Nun sollen die Ergebnisse dem Haushaltsausschuss des Bundestags zugänglich gemacht werden.

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DPA

Goldbarren: Deutschland besitzt etwa 3400 Tonnen

Bonn - Normalerweise verwaltet die Bundesbank die deutschen Goldreserven. Etwa 3400 Tonnen sind es, der Großteil davon lagert aber nicht in Deutschland, sondern in den USA, in London oder Paris. Die Bundesbank lässt sich regelmäßig die aktuellen Bestände durchgeben.

Doch dem Bundesrechnungshof reichte das offenbar nicht. Im Rahmen der jährlichen Prüfung der Bundesbankbilanz schaute er diesmal ganz genau auf die Goldreserven. Die "Bild"-Zeitung schrieb schon vom "Bilanz-Schummel" - die Bundesbank habe seit fünf Jahren keine Prüfung der Goldreserven mehr vorgenommen - und schreckte die Haushaltspolitiker im Deutschen Bundestag auf.

Deshalb soll der Haushaltsausschuss nun den Bericht des Rechnungshofs zugeschickt bekommen. Das Papier, das schon seit Jahresbeginn vorliegt, werde "in relativ kurzer Zeit" mit einer ergänzenden Stellungnahme der Notenbank an den Ausschuss übermittelt, sagte ein Sprecher des Rechnungshofs am Montag auf Anfrage. Die Prüfer gäben in ihrem Bericht "eine Reihe von Empfehlungen ab". Über inhaltliche Details wollte der Sprecher mit Hinweis auf die Vertraulichkeit keine Angaben machen.

Deutschland besitzt nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Sie zählen zu den nationalen Währungsreserven. Um sie während des Kalten Krieges vor Übergriffen zu schützen, wurden sie im westlichen Ausland gelagert.

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stk/dpa-AFX

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Was ist da los II?
amadeus666 14.05.2012
Im Zweifelsfall sollte man es lieber heimholen um es nun in unruhigeren Zeiten vor Zugriffen unserer "Verbündeteten/Freunde" zu schützen!
2. Vertraulichkeit
kuehtaya 14.05.2012
Dem Volk muss also verschwiegen werden was es besitzt. So ein schräges Vorgehen kann doch nur eines heissen. Es gibt kein deutsches Gold mehr. Übrigens steht hier kein Wort wie geprüft wurde. Waren die Prüfer vor Ort oder haben sie nur Papiergold gezählt ?
3. "Ansichtssache" ...
Micha_R3 14.05.2012
Zitat von kuehtayaDem Volk muss also verschwiegen werden was es besitzt. So ein schräges Vorgehen kann doch nur eines heissen. Es gibt kein deutsches Gold mehr. Übrigens steht hier kein Wort wie geprüft wurde. Waren die Prüfer vor Ort oder haben sie nur Papiergold gezählt ?
Die deutschen Goldreserven, von denen über 90% in New York lagern, durfte schon seit Jahrzehnten niemand mehr "in Natura" sehen. - Darüber hinaus verfügten die USA m.W. für Deutschland eine Höchstmenge von 400 Mio.$, die jährlich verkauft werden dürfen.
4. Nun ja,
systemmirror 14.05.2012
Zitat von kuehtayaDem Volk muss also verschwiegen werden was es besitzt. So ein schräges Vorgehen kann doch nur eines heissen. Es gibt kein deutsches Gold mehr. Übrigens steht hier kein Wort wie geprüft wurde. Waren die Prüfer vor Ort oder haben sie nur Papiergold gezählt ?
da Deutschland über 6 Billionen Schulden hat, davon 4 Billionen versteckte Schulden, kann man annehmen, daß ein Großteil, wenn nicht alles, verpfändet ist. Warum sonst sollte man "Empfehlungen" abgeben und den Inhalt des Schreibens verschweigen ? Das wäre auch ein Grund, warum das Gold nicht in Deutschland gelagert wird. Da haben die Gläubiger bestimmt etwas dagegen. Könnte aber auch sein, daß ein Großteil schon nach Griechenland gewandert ist oder als Pfand bei der EZB liegt.
5. Das Gold ist weg.....
c.columbus 14.05.2012
bei soviel Heimlichtuerei, stellt sich tatsächlich die Frage, ob deutsches Gold physisch überhaupt noch in NY vorhanden ist. Auch wenn man sich die vermeindlichen Barren zeigen lässt, besagt das nicht, dass dies deutsche reserver sind oder etwa das Gold anderer Staatwn, das auch in den USA lagert oder vielleicht amerikanisches Gold. Vielleicht sind die Barren auch nicht mehr echt, Wolfram hat ein nahezu identische spezifisches Gewicht. Selbst wenn das Gold "deutsch" ist, werden wir es nie wieder physisch in Deutschland sehen. Dafür gibt´s in Übersee zu viele Interessengruppen, die das nicht zulassen werden. Selbst das kleine Venezuela hat sein Gold nur unter erheblichen Druck zirückbekommen. Oder haben die jetzt gar das unsrige?
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Schuldenkrise: Die Tücken des Goldpreises

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Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.