Fachkräftemangel Bundesregierung einigt sich auf Zuwanderungsgesetz

Deutschland braucht mehr gut ausgebildete Arbeiter. Nach langem Hin und Her hat sich die Bundesregierung nun auf ein Fachkräftezuwanderungsgesetz geeinigt.

Siemens-Ausbildungszentrum in Leipzig
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Siemens-Ausbildungszentrum in Leipzig


Die Bundesregierung hat sich auf letzte Details beim umstrittenen Gesetzentwurf zur Zuwanderung von Fachkräften geeinigt. Das Kabinett kann den Entwurf damit wie geplant an diesem Mittwoch verabschieden und will im Anschluss Details des Gesetzentwurfs bekanntgeben.

Manche Unionspolitiker hoffen allerdings in einigen Punkten noch auf nachträgliche Veränderungen im parlamentarischen Verfahren. Umstritten war bis zuletzt unter anderem, wie viel Zeit Fachkräfte erhalten sollen, um fehlende Qualifikationen nachzuholen.

Die Union wollte außerdem unbedingt verhindern, dass die neue "Beschäftigungsduldung" für abgelehnte Asylbewerber zu einer Abkürzung auf dem Weg zu einer dauerhaften Niederlassung wird. Innenpolitiker von CDU und CSU hatten außerdem bis zuletzt darauf beharrt, dass Geduldete, die bewusst ihre Identität verschleiern, von dieser Art der Duldung ausgeschlossen werden müssten.

Wirtschaftsverbände setzten Regierung unter Druck

Die Wirtschaft sehnt Erleichterungen beim Zuzug von Arbeitskräften herbei. Noch vor wenigen Tagen warnten die Bundesregierung in einem gemeinsamen Schreiben vor einer Verschärfung der geplanten Regeln.

Denn der deutschen Wirtschaft fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, besonders im Mittelstand. Nach einer Untersuchung der Förderbank KfW wollen zwei Drittel aller mittelständischen Betriebe in den nächsten drei Jahren Fachkräfte neu einstellen. Davon befürchten 65 Prozent, dass die Stellen nur mit Abstrichen, verzögert oder überhaupt nicht besetzt werden können. Die KfW befürchtet einen flächendeckenden Fachkräftemangel, wenn ab etwa 2025 die Babyboomer in Rente gehen. Deutschland brauche in den kommenden Jahren viel mehr qualifizierte Zuwanderer als zuvor, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

hej/dpa/AFP



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zauberer2112 18.12.2018
1. Fachkräftemangel??
Und ab Mitte 40 findet man keinen qualifizierten Job mehr, weil man überqualifiziert ist oder womöglich ein der Ausbildung adäquates Gehalt fordert. Heute muss man höchstens 30 Jahre alt sein, mindestens 10 Jahre Berufserfahrung haben und ein Vollstudium - aber Gehaltsvorstellungen bitte so um die 30 T?, brutto natürlich. Oder man geht in die Politik. Dort reicht ein Notabitur mit abgebrochenem Studium für höchste Staatsämter oder Parteivorsitz. Armes Deutschland. Und war es nicht sogar so, dass die, die wirklich qualifiziert sind, Deutschland wieder verlassen? Also wer soll einwandern und uns dann vorwärts bringen?
nurEinGast 18.12.2018
2.
das macht mir weniger Sorgen. Wird wahrscheinlich eh wieder so ein Rohrkrepierer werden wie weiland die "Inder-Greencard" Aktion. Unsere Bundesregierung ist ja in solchen Fragen auch ein echtes Kompetenzzentrum, haben sie ja auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder unter Beweis gestellt. Abgesehen davon zweifele ich die These an, dass Deutschland zugewanderte Fachkräfte braucht. So lange Minijobs und Mindestlohn so weit verbreitet sind wie sie es aktuell sind, gibt es keinen Mangel an Mitarbeitern. Vielleicht liegt das Problem ja eher in der Unflexibilität der Firmen? Vielleicht sollte man da ja einmal ansetzen? Vielleicht braucht man ja nicht unbedingt die 20jährige Fachkraft mit 30Jahren Berufserfahrung. Vielleicht reicht es ja auch aus, motivierte und begeisterungsfähige Leute einzustellen und denen selbst das nötige Fachwissen zu vermitteln? Wie dem auch sei: ich gratuliere der Bundesregierung für dieses wahnsinnig zukunftsweisende Gesetz, ihr seid toll, macht weiter so.
AWG 18.12.2018
3. Also so etwas wie es die echten Einwanderungsländer haben!
Bisher war ja vielfach das Gegenteil der Fall, d.h. das Asylrecht wurde und wird seit langem als Hintertür zur Einwanderung benutzt. Man ließ Flüchtlinge und Asylsuchende, teils ohne Papiere und völlig unkontrolliert ins Land und erzählte dann der Bevölkerung, dass es sich dabei vielfach um die gesuchten Fachkräfte handeln würde. Das war nachweislich nicht der Fall. Es wird daher höchste Zeit, dass ein Land wie Deutschland endlich darauf achtet, dass es sich dabei wirklich um die gesuchten Fachkräfte handelt. Das ist nur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen und Fertigkeiten nachgewiesen werden können und bestimmte Kriterien erfüllt sind. Und zwar vor der Einreise nach Deutschland.
Einhorn 18.12.2018
4. Ich versteh das nicht.
Deutschland ist mit seinem dualen Ausbildungssystem ein unerreichtes Vorbild für viele Länder. Und da will "die Wirtschaft" jetzt ihre Hoffnung darauf setzen, dass sie gut ausgebildete Menschen aus dem Ausland bekommt? Oder sprecher wir von Akademikern? Nein, dann würde es ja "Akademikermangel" heißen. Heißt es aber nicht.
Strickware 18.12.2018
5. Hoher Grenzsteuersatz subventioniert Rückzug von Fachkräften
Durch den Grenzsteuersatz von 42% (bald über 50%, dank Soli-Nichtabschaffung) ist es für Fachkräfte sehr attraktiv, die eigene Arbeitszeit zu reduzieren. 20% weniger Arbeiten, aber nur auf 11,6% (und bald sogar nur noch 10%) vom Netto verzichten, das ist doch mal ein Angebot! Das sollte jede Fachkraft sich klar machen.
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