Geplantes Abkommen Schäuble will Steuersünder bis Singapur verfolgen

Die Bundesregierung erhöht den Druck auf Steuersünder. Laut "Bild" will Finanzminister Schäuble mit Singapurs Regierung über ein neues Auskunftsabkommen verhandeln. Experten zufolge verschieben deutsche Steuerflüchtlinge derzeit hohe Milliardenbeträge aus der Schweiz in den asiatischen Staat.

Skyline des Finanzdistrikts von Singapur: Zweistellige Milliardenbeträge transferiert?
AFP

Skyline des Finanzdistrikts von Singapur: Zweistellige Milliardenbeträge transferiert?


Berlin - Die Routen deutscher Steuerflüchtlinge verschieben sich zunehmend gen Osten - und die Bundesregierung versucht, ihnen auf der Spur zu bleiben. Einem Zeitungsbericht zufolge plant die schwarz-gelbe Koalition ein Steuerabkommen mit Singapur. Finanzminister Wolfgang Schäuble werde bei einer Reise in das asiatische Land in einer Woche mit der dortigen Regierung über ein neues Auskunftsabkommen verhandeln, berichtet die "Bild". Die Zeitung beruft sich dabei auf deutsche Regierungskreise. Das Abkommen diene dazu, detailliert Kenntnis über nach Singapur verschobene Gelder deutscher Steuerflüchtlinge zu erhalten.

Hintergrund sei das anstehende Steuerabkommen mit der Schweiz, heißt es. Unter dem Druck der geplanten Offenlegung ihrer Schweizer Konten sind deutsche Steuerflüchtlinge nach Einschätzung von Experten dabei, zweistellige Milliardenbeträge auf Banken in Singapur zu transferieren, wie es in dem Bericht weiter hieß.

Auf wie viel Gegenliebe die deutschen Pläne bei der Regierung der boomenden Finanzmetropole stoßen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Singapur hat allerdings bereits mit zahlreichen Ländern Steuerabkommen geschlossen - auch mit Deutschland stimmt sich das Land seit längerem über ein solches ab. Im Oktober 2009 verabschiedete Singapurs Parlament zudem ein Gesetz, mit dem die Regierung von Banken die Herausgabe von Daten verlangen kann, wenn ein Verdacht auf Steuerhinterziehung vorliegt. Ebenfalls 2009 löschte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Singapur - ebenso wie die Schweiz - von ihrer grauen Liste der Steueroasen.

In der Praxis aber haben es Fiskusfahnder noch immer schwer, an solche Daten zu kommen. Und die OECD kritisierte 2011, dass Singapurs Steuerabkommen mit anderen Ländern viele Schlupflöcher hätten und zudem weit weniger Abkommen als angekündigt umgesetzt worden seien.

yes/dpa



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insgesamt 163 Beiträge
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chalchiuhtlicue 06.10.2012
1. optional
Immer schön deutsche Steuersünder verfolgen, damit die BRD mehr ihrer Steuergelder an Griechenland und Spanien verschenken kann!
ticino49 06.10.2012
2. Wie
kommt die Kavallerie nach Singapur? Gruss aus der Schweiz
Peter.Lublewski 06.10.2012
3. Wirtschaftskriminelle
Könnt Ihr Euch jemals angewöhnen, den Euphemismus "Steuersünder" nicht mehr zu verwenden? Dieser Ausdruck ist hoch gradig albern....und unpassend.
spon-facebook-10000009156 06.10.2012
4. Ob es damit getan ist
Zitat von sysopAFPDie Bundesregierung erhöht den Druck auf Steuersünder. Laut "Bild" will Finanzminister Schäuble mit Singapurs Regierung über ein neues Auskunftsabkommen verhandeln. Laut Experten verschieben derzeit deutsche Steuerflüchtlinge hohe Milliardenbeträge von der Schweiz in den asiatischen Staat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesregierung-plant-steuerabkommen-mit-singapur-a-859812.html
Ob es damit getan ist: Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger - Droht uns eine Apokalypse? (http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/article-reichtum-durch-arbeit-ist-etwas-fur-anfanger-107613345.html)
kabian 06.10.2012
5. Lieber Herr Schäuble
Ihnen ist doch hoffentlich klar, das nur eine Verfolgung nicht aureicht. Vergessen sie diesmal nicht die Bestrafung. Es hat doch wohl wenig Sinn, wenn die Nachversteuerung günstiger ist als die Normalbesteuerung in Deutschland. Wie wäre es mal mit Enteignung von ein paar schwarzen Teufeln? Vielleicht bewegt das einige Bundesbürger zum Bekenntniss zur sozialen Marktwirtschaft.
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