Düsseldorf - Das deutsche Jobwunder hat zum Jahresende langsam aber sicher an Schwung verloren, viele Konjunkturforscher befürchten im kommenden Jahr steigende Arbeitslosenzahlen. Die Bundesregierung kommt dagegen zu einer anderen Einschätzung: Die Zahl der Beschäftigten wird sogar weitere Rekordmarken erreichen, heißt es laut "Handelsblatt" in der Vorbereitung des neuen Jahreswirtschaftsberichts, den das Wirtschaftsministerium am 16. Januar offiziell vorlegt.
Es werde damit gerechnet, "dass die Arbeitslosenquote 2013 in etwa unverändert bleibt", zitiert die Zeitung aus der Vorlage des Ministeriums für den Bericht. Für 2012 weisen die Daten im Jahresdurchschnitt 2,9 Millionen Arbeitslose aus, was einer Quote von 6,8 Prozent entspricht.
Zugleich bleibe die Beschäftigungsentwicklung "weiterhin moderat aufwärtsgerichtet", heißt es dem "Handelsblatt" zufolge weiter in der Vorlage. Bereits im Herbst hatte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die Marke von 29 Millionen übersprungen. Auf einen Zuwachs von mehr als 350.000 im alten Jahr dürfte laut Regierungseinschätzung 2013 ein weiterer fünfstelliger Zuwachs folgen.
Der bemerkenswert positive Ausblick der Regierung wird der Zeitung zufolge von unabhängiger Seite gestützt. Das Münchner Ifo-Institut hat für das "Handelsblatt" ein Beschäftigungsbarometer berechnet, das ebenfalls signalisiere, dass sich die in den vergangenen Monaten gedämpfte Entwicklung am Arbeitsmarkt schon wieder bessere.
Auch der Chef der Industriegewerkschaft Metall, Berthold Huber, zeigt sich dem Bericht zufolge zuversichtlich, dass die abflauende Konjunktur keinen Abschwung am deutschen Arbeitsmarkt auslösen wird. "Die IG Metall erwartet für 2013 weitgehend stabile Beschäftigungszahlen", sagte Huber dem "Handelsblatt". "Eine Krise, die sich in umfassendem Beschäftigungsabbau niederschlägt, sehen wir nicht." Gleichzeitig fordert Huber von der Bundesregierung aber, die Regelungen für die Kurzarbeit zu lockern.
nck
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