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Altersvorsorge: Bundesregierung will Betriebsrente reformieren

Mehr Chefs sollen Rente zahlen: Die Große Koalition will die betriebliche Altersvorsorge stärker als bisher in Tarifverträgen verankern.

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DPA

Ziel der Regierung: Mehr Deutsche sollen eine Betriebsrente bekommen

Berlin - Betriebsrenten sind eine gute Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen, findet die Bundesregierung. Sie will deshalb die betriebliche Altersvorsorge stärker als bisher in Tarifverträgen verankern. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Teilnehmer eines Treffens im Bundessozialministerium. Dort hatten sich Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung zu Gesprächen getroffen und einen Betriebsrenten-Reformvorschlag des Sozialministeriums diskutiert.

Man sei sich einig, dass künftig deutlich mehr Arbeitnehmer eine Betriebsrente bekommen sollen, berichteten Vertreter der Wirtschaft und der Arbeitnehmer nach dem Treffen. Viele Details seien aber noch offen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kritisierte unter anderem, dass kleine und mittelständische Unternehmen über tarifvertragliche Lösungen nicht erreicht würden. Sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften forderten bessere steuerrechtliche Bedingungen für die betriebliche Altersvorsorge.

Die Regierung will nun zunächst Rechtsvorgaben der Europäischen Union in Deutschland umsetzen und so zum Beispiel sicherstellen, dass ein Anspruch auf eine Betriebsrente später nicht mehr verfallen kann. Weitere Reformschritte sollen im Lauf des Jahres konkretisiert und dann umgesetzt werden.

vet/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Gute Nacht ...
bravodelta76 10.03.2015
... Deutschland. Das Arbeitgeber die Betriebsrente befürworten, wundert mich nicht. Das ist einfach Kapital, was in der Firma bleibt mit dem man arbeiten kann. Aber was ist nur aus unseren Gewerkschaften geworden - Mein Gott... "Die Regierung will nun zunächst Rechtsvorgaben der Europäischen Union in Deutschland umsetzen und so zum Beispiel sicherstellen, dass ein Anspruch auf eine Betriebsrente später nicht mehr verfallen kann." Ja, und wie soll das gehen, wenn das Unternehmen für das man 20, 30 oder 40 Jahre lang gearbeitet hat Insolvenz anmeldet? Wo nichts mehr ist, kann man nichts mehr holen. Wer hätte jemals gedacht das Schlecker oder Neckermann pleite gehen kann. Wo wären hier die Ansprüche einer Betriebsrente der Arbeiter zu holen? USA 2.0! Superreiche und Superarme. Was anderes wirds bei uns auch bald nicht mehr geben. Betriebsrenten... Hat man ja bei General Motors gesehen wie sicher so etwas ist. Eine Wirtschaftskrise und alle alten Leute sitzen bei der Arche. Die staatliche Rente ist das einzig Sichere. Wenn es den Staat zerreißt, dann ist sowieso überall Schicht im Schacht.
2. Will diese Unsere Regierung von ihrem Versagen ablenken ?
wohlmein 10.03.2015
Etwa davon, daß ich nach 40 Jahren 543,00 € Rente bekommen soll ? Und diesen Part jetzt mal schnell die Arbeitgeber büßen lassen ? Und sich dann noch dem leichtgläubigen Publikum als WOHLTHÄTERIN PRÄSENTIEREN ? Na, TOLL ! ----------------------------------------------- Dass ich eine derart schlechte Bande da oben noch erleben durfte - ist wahrlich keine Bereicherung .....
3. Sicher richtig
mathiaswagener 10.03.2015
Das ist ein sicher richtiges Vorhaben. Beim weitverzweigten Mittelstand wird das wieder problematisch. Den Staat indirekt heranzuziehen birgt natürlich auch die Gefahr, dass die hohen Steuern nicht zurückgebaut werden können.
4. Oh je, wenn die Regierung die Finger nach den
Paul-Merlin 10.03.2015
Betriebsrenten ausstreckt ist nichts gutes zu erwarten. Schon heute ist es so, dass Betriebsrentner nicht nur den eigenen Kranken- und Pflegeversicherungsanteil tragen müssen, sondern zusätzlich auch noch den Arbeitgeberanteil. Kein gutes Geschäft also, denn natürlich hat in der aktiven Zeit der Arbeitgeber die für die Betriebsrente aufgebrachten Mittel in voller Höhe auf das Gehalt angerechnet und dieses entsprechend gekürzt. Und beim Gehalt bringt bekanntlich der Arbeitgeber die Hälfte des Sozialversicherungsanteils auf. Wenn die Regierung jetzt also "ihr Herz für die Betriebsrente" entdeckt, dann müssen bei den Arbeitnehmern alle Alarmglocken läuten. Es würde nicht überraschen, wenn, wie z. B. bei der unseligen Riester-Rente, die vorgeblichen Versicherungsleistungen eine Rechtfertigung darstellen für erneute Kürzungsvorschläge bei der BfA-Rente bzw. zur Zusammenstreichung des Bundeszuschusses. Dieser Regierung ist leider inzwischen jede Schurkerei zuzutrauen, um die selbstverschuldeten Finanzierungslöcher zu stopfen.
5. Tarifgebundenheit?
nuramnoergeln 10.03.2015
Die Versicherbranche wittert das dicke Geschäft, stellen aber richtigerweise fest, dass in Deutschland mehr und mehr Unternehmen nicht mehr tarifgebunden sind. Gesetzliche Regelungen will aber diese Regierung nicht treffen.
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Altersteilzeit
Schade auch - eine Bilanz
"Beliebt, aber nicht zukunftsgerecht" - so fiel das Urteil des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Altersteilzeit aus. Zum Ende der staatlichen Förderung zog das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit eine ernüchternde Bilanz.
Eigentlich beliebt,...
Seit 1996 gibt es das Altersteilzeitgesetz und die Zuschüsse der Arbeitsagenturen. Ende 2007 waren 540.000 Personen in Altersteilzeit. Damit nutzte zuletzt jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter zwischen 55 und 65 Jahren die Regelung.
...aber nur in einer Variante
Die Möglichkeit, statt reduziert weiterzuarbeiten einfach früher in den Ruhestand zu gehen, wurde erst auf Druck der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften ins Altersteilzeitgesetz aufgenommen. Zum Schluss ist in den Betrieben fast nur noch Altersteilzeit nach dem Blockmodell vereinbart worden. Ende 2007 machten 88 Prozent der geförderten Arbeitnehmer Altersteilzeit nach dem Blockmodell, lediglich 12 Prozent arbeiteten in echter Teilzeit.
Liebling der Büroarbeiter...
Auch hier hat sich die Altersteilzeit ganz anders entwickelt als beabsichtigt: Vor allem in den vermeintlich "verschleißfreien" Büroberufen gingen die Beschäftigten in Altersteilzeit. Vorne lagen unter anderem die Bank- und Versicherungsbranche, öffentlicher Dienst und Verwaltung. Menschen in körperlich belastenden Berufen dagegen nutzten die Altersteilzeit dagegen eher selten. Der Grund: Viele Beschäftigte in diesen Berufen konnten sich einen weiteren Gehaltsverzicht während der Altersteilzeit schlicht nicht leisten.
...und Liebling der Unternehmen
7,2 Milliarden Euro haben die Arbeitsagenturen von 1996 bis 2007 insgesamt in die Förderung der Altersteilzeit gesteckt. 2007 kostete ein geförderter Altersteilzeitler die Arbeitsagenturen im Schnitt über 13.000 Euro. Die Bedingung für die Zuschüsse war, dass das Unternehmen einen Arbeitslosen oder Berufsanfänger einstellt. Die Forscher des IAB vermuten aber, dass die Mitnahmeeffekte groß waren: Das heißt, die Unternehmen hätten wohl ohnehin eingestellt – auch ohne Förderung.


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