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Camerons Privatisierungsplan: Chinesen sollen Britanniens Straßen retten

Die britische Infrastruktur liegt danieder, jetzt will Premier Cameron einen Plan verkünden, um das Straßennetz zu renovieren. Investoren sollen einige Strecken übernehmen. Bei der Privatisierung setzt der Regierungschef vor allem auf Chinesen.

Britische Autobahn (bei Knutsford): Wiederholen sich die Fehler der Bahn-Privatisierung? Zur Großansicht
Getty Images

Britische Autobahn (bei Knutsford): Wiederholen sich die Fehler der Bahn-Privatisierung?

Hamburg/London - Privatisierungen haben in Großbritannien schon in den achtziger Jahren für erbitterte Auseinandersetzungen gesorgt - daran erinnert derzeit ein Film über die frühere Premierministerin Margaret Thatcher. Nun könnte Thatchers Parteifreund David Cameron für neuen Streit sorgen. Laut einem Bericht des "Guardian" plant der Premierminister eine Teilprivatisierung britischer Fernstraßen und Autobahnen.

Bei einer Rede am Montag wird Cameron der Zeitung zufolge vorschlagen, dass Finanz- und Verkehrsministerium eine Machbarkeitsstudie zur Beteiligung privater Investoren erstellen. Dabei dürfte Großbritannien vor allem China im Auge haben. Anfang des Jahres hatte der britische Finanzminister George Osborne die Volksrepublik besucht und dort für Investitionen in die Infrastruktur seines Landes geworben. Kurz darauf kündigte der chinesische Staatsfonds CIC an, dass er knapp neun Prozent am größten britischen Wasserversorger Thames Water erworben habe.

Die Privatisierung des britischen Wassernetzes soll auch Vorbild für Camerons Plan sein. Staats- und Pensionsfonds könnten die Straßen für längere Zeit leasen und müssten dann eine Reihe von Aufgaben erfüllen - etwa Reparaturen oder die Verringerung von Staus. Im Gegenzug würden sie an den Einnahmen aus der Kfz-Steuer beteiligt. Für neu errichtete Straßen oder Fahrbahnen sollen die Investoren zudem Mautgebühren erheben können.

In seiner Rede will Cameron laut "Guardian" den Zustand der britischen Infrastruktur anprangern. Großbritannien falle "zurück hinter die große, weltbeste, wegweisende Tradition von jenen, die vor uns kamen", zitiert die Zeitung aus dem Redetext. "Wenn unsere Infrastruktur zweitklassig ist, wird es auch unser Land sein. Früher war uns das das in Großbritannien bewusst."

Die britische Opposition kritisierte Camerons Plan und verwies auf Erfahrungen mit früheren Privatisierungen. "Die Minister scheinen entschlossen, die Fehler der Bahn-Privatisierung zu wiederholen", sagte die Labour-Abgeordnete Maria Eagle. Diese habe die Fahrpreise senken sollen, aber stattdessen "mächtigen Interessengruppen die Gelegenheit gegeben, Passagiere auszunehmen und gleichzeitig die Kosten für die Steuerzahler zu erhöhen".

Die Regierung von Cameron übernahm vor zwei Jahren ein Rekorddefizit von elf Prozent der Wirtschaftsleistung und hat dem Land seitdem ein drastisches Sparprogramm verordnet. Die schlechte Lage bedroht auch die Bonität des Landes: Zwei der drei großen Rating-Agenturen schließen eine Senkung der Top-Note für Großbritannien nicht mehr aus.

dab

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insgesamt 78 Beiträge
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1. Lach
rvdf11974 19.03.2012
Zitat von sysopAFPDie britische Infrastruktur liegt danieder, jetzt will Premier Cameron einen Plan verkünden, um das Straßennetz zu renovieren. Investoren sollen einige Strecken übernehmen. Bei der Privatisierung setzt der Regierungschef vor allem auf Chinesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,822140,00.html
Verkauft euch aus los verscheuert eure Infrastruktur *lach Idioten! Ach es sind die Briten na dann np Weitermachen! :D
2. Schäuble horcht auf
tim_159 19.03.2012
Zitat von sysopAFPDie britische Infrastruktur liegt danieder, jetzt will Premier Cameron einen Plan verkünden, um das Straßennetz zu renovieren. Investoren sollen einige Strecken übernehmen. Bei der Privatisierung setzt der Regierungschef vor allem auf Chinesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,822140,00.html
Das würde so manchen Ministerien auch in Deutschland interessieren, würde heißen, Steuern rauf und Maut werden die auch mit SICHERHEIT für PKW erheben aber vorher werden die Landstraßen unattraktiv gemacht (Tempo 70-80 km/h)so das Mann auf die Autobahn ausweichen muss und da lauern Sie wieder Mit Blitzer Laserpistolen und alles nur zur Sicherheit.
3. Nichts gelernt
dachauerthomas 19.03.2012
Die britischen Tories haben aus den Privatisierungspleiten der letzten Jahre scheinbar nichts gelernt. Wassr wird im Großraum London knapp, angeblich wegen fehlender Niederschläge, wahrscheinlich aber wegen der immensen Leitungsverluste im maroden Thmas Water Netz. Von Privatisierung öffentlicher Belange profitiert immer nur der Investor, der sich auf Kosten der Steuerzahler bereichert.
4.
aras62 19.03.2012
..... wie peinlich "die Queen von London geht betteln"! Erst die Herren über Hong-Kong - zwangen China mit Gewalt zur Öffnung ihrer Märkte und jetzt stehen sie als Bettler vor Pekings Toren. Was wohl im imperialen Kopf der Queen so vor gehen mag. Vor 70 Jahren herrschten sie noch rund um den Globus und jetzt ......
5. Warum lernen die Politiker nicht
mr-mucki 19.03.2012
Zitat von sysopAFPDie britische Infrastruktur liegt danieder, jetzt will Premier Cameron einen Plan verkünden, um das Straßennetz zu renovieren. Investoren sollen einige Strecken übernehmen. Bei der Privatisierung setzt der Regierungschef vor allem auf Chinesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,822140,00.html
Wie im Artikel schon erwähnt wurde ist die Privatisierung der Bahn voll in die Hose gegangen. Das Bahn- Netz ist so schlecht in England, dass man es mit Ost-Deutschland nach der Wende vergleichen muss UND die Fahrkartenpreise sind höhrer als in Deutschland. Die Investoren wollen und müssen auch Profit machen, d.h. hohe Preise bei tiefen Kosten. Dass kann nicht gut gehen... Warum werden die Infrastruktur und Ver- und Entsorgungsbetriebe nicht staatlich gehalten? Natürlich müssen diese nach modernen betriebswirtschaftlichen Standpunkten geführt werden, nur man nimmt halt den Druck Gewinne machen zu müssen. Eine schwarze Null reicht und man kann langfristige Entscheidungen treffen ohne auf den Aktienkurs von Morgen schauen zu müssen.
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