Wahl-Patt: CDU-Politiker empfiehlt Italien Rückkehr zur Lira

Nach dem Wahl-Patt kann sich Italien vor "Clown"-Kommentaren und Ratschlägen kaum retten. Der neueste kommt von CDU-Haushaltspolitiker und Euro-Rebell Klaus-Peter Willsch. Er legt den Italienern eine Rückkehr zu ihrer alten Währung nahe.

Mann vor Börsenkursen in Mailand: "Das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen" Zur Großansicht
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Mann vor Börsenkursen in Mailand: "Das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen"

Hamburg - Italien hat gewählt, der Komiker Beppe Grillo und der skandalumwitterte Ex-Premier Silvio Berlusconi erhielten einen großen Teil der Stimmen. Die Wahl zweier "Clowns" könne zu einem Problem für die Euro-Zone werden, mutmaßte bereits SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und löste damit in Italien Empörung aus. Jetzt legt der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch nach. Angesichts der unsicheren politischen Lage sprach er sich für einen Austritt Italiens aus der Währungsunion aus.

"Wenn es nicht gelingt, die Mehrheit der Bevölkerung eines Landes davon zu überzeugen, dass sie selbst eingegangene Verpflichtungen bezüglich der Funktionsweise der gemeinsamen Währung auch einhalten muss, kann man nicht von außen nach Neuwahlen rufen, sondern muss das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen", sagte Willsch der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". Der CDU-Politiker ist Mitglied des Haushaltsausschusses und lehnt den Euro-Rettungsschirm ESM ab.

Der Euro-Raum müsse offen sein für Veränderungen, sagte Willsch weiter. "Wenn wir zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander in Europa zurückkehren und das Selbstbestimmungsrecht der Völker ernst nehmen wollen, müssen wir die Euro-Europa-Ideologie aufgeben", so Willsch. "Eine Währungsunion wird nur überleben, wenn sie all ihren Gliedern nützt."

Ähnlich äußerte sich der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler. "Will der Euro überleben, muss er zu einer atmenden Währung werden. Mitglieder, die es ökonomisch nicht schaffen oder es nicht wollen, müssen aus dem Währungsclub austreten können", sagte Schäffler der Online-Ausgabe des "Handelsblatts".

dab

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insgesamt 322 Beiträge
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1.
rg-net 01.03.2013
Ja und wir wollen die DM zurück, die Enteignung durch den Euro wird rückgängig gemacht und zwar sofort. Die Eu wird aufgelöst bis auf eine EWG, das wäre das aller Beste !!! Guter Mann der Willsch !!!
2.
annanormal 01.03.2013
Ich stimme Herrn Willsch zu - auch auf die Gefahr hin, dass andere Länder Italien folgen könnten.
3. volle Zustimmung!
j.c78. 01.03.2013
Ohne Reformen keine Hilfe! Ohne Zustimmung der Bevölkerung keine Reformen! Wenn das Volk den Euro (und die damit verbundene Haushaltsdisziplin) ist es nich daran gekettet und hat die Möglichkeit den Euro jederzeit zu verlassen.
4.
helmut.alt 01.03.2013
Diese Ansicht ist 100%-ig richtig und realistisch.
5. Jobbezeichnungen ...
robur 01.03.2013
... sind so eine Sache. Ich lese immer "Komiker Grillo" - warum nicht auch "Abgebrochener Facharzt Rösler"? "Pastorentochter Merkel"? "Schauspieler Reagan"? "Jurist Obama"? Dass Beppe Grillo von der etwas ratlosen Presse auf seinen Kabarettistentum reduziert wird, finde ich etwas schade. Zumal es ja einen Unterschied macht, ob der Humor von Didi Hallervorden oder Dieter Hildebrandt kommt. P.S.: "Bepe Grillo"? Schläft der Textchef noch? Oder wurde der wegrationalisiert?
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Steckbrief Italien
REUTERS
Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:
Wirtschaftsleistung 2011
1589 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2589 Milliarden Euro

Griechenland: 222 Milliarden Euro
Wirtschaftswachstum 2011
+0,7 Prozent, zum Vergleich:

Deutschland: 2,9 Prozent

Euro-Zone: 1,6 Prozent
Wirtschaftswachstum 2012
+0,6 Prozent
Staatsverschuldung
1911 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2133 Milliarden Euro

Griechenland: 351 Milliarden Euro
Staatsverschuldung in Prozent des BIP
120 Prozent. Das ist doppelt so viel wie nach dem europäischen Stabilitätspakt eigentlich erlaubt.
Neuverschuldung 2011
4,0 Prozent. Laut Stabilitätspakt dürften es nur 3,0 Prozent sein.
Arbeitslosenquote
8,3 Prozent. In der Euro-Zone sind es 10,0 Prozent.

Quelle: EU-Kommission

Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 59,571 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Giorgio Napolitano

Regierungschef: Matteo Renzi

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