Chef des Weltwirtschaftsforums: Schwab kritisiert hohe Manager-Gehälter
Der Gastgeber des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, hat die zu hohe Bezahlung von Managern kritisiert. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" forderte Schwab, kein Chef solle mehr als zwanzig Mal so viel verdienen, wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter.
Frankfurt am Main - In der kommenden Woche hat Klaus Schwab die mächtigsten und bestbezahlten Politiker und Manager der Welt zu Gast: Im Schweizer Kurort Davos empfängt Schwab die Wirtschaftselite zum 43. Weltwirtschaftsforum. Im Vorfeld attackiert der Forumsgründer die Bezahlung der Manager.
Kein Chef solle mehr als 20mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter, fordert Klaus Schwab in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wenn das Verhältnis 1 zu 100 wird und darüber hinaus, dann ist es nicht mehr sozialverträglich", sagte der Gründer des Weltwirtschaftsforums.
Die Teilnehmerzahl in Davos hat Schwab strikt auf 2500 begrenzt: "Mehr bringt nichts". Um die Grenze einzuhalten, hat er strikte Zulassungsprinzipien eingeführt: "So darf ein Vorstandsvorsitzender nicht mehr kommen, sobald er pensioniert wird", sagte Schwab der "FAS"
Er selbst wolle bis ins hohe Alter weiter machen. "Ich denke nicht an den Ruhestand", betonte Schwab, der im März 75 Jahre alt wird. Wer auch immer an seiner Fitness zweifle, den fordere er zum sportlichen Wettkampf heraus: "Beim Ski-Marathon im Engadin können Sie beweisen, ob Sie mithalten."
Er arbeite 60 bis 70 Stunden die Woche, so Schwab, und treibe jeden Morgen Sport: "Wenn ich morgens um 9 Uhr im Büro ankomme habe ich eine Dreiviertelstunde gejoggt, danach wird eine halbe Stunde geschwommen." Jede Spekulation um einen Nachfolger sei deshalb "Schnee von übermorgen", sagte Schwab.
Die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums gehört zu den wichtigsten Treffpunkten für Spitzenpolitiker, Top-Manager und Wissenschaftler aus aller Welt. Erklärtes Ziel ist es, "den Zustand der Welt zu verbessern". Bei öffentlichen Seminaren sowie bei vertraulichen Begegnungen geht es um Lösungsansätze für globale Herausforderungen. Das dabei mögliche "Networking" zur Knüpfung beruflicher und geschäftlicher Kontakte gilt als wichtiger Nebeneffekt.
Dem Forum gehören 1000 der weltgrößten Unternehmen sowie 200 kleinere als Mitglieder oder Partner an. Der Jahresbeitrag liegt - je nach Größe der Firma und Umfang der Beteiligung - zwischen 50.000 und 500.000 Franken. Das als Nonprofit-Unternehmen angelegte Forum hat seinen Hauptsitz in Cologny am Genfer See und beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiter.
nck
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