Ausschreitungen in Chemnitz Wirtschaft sorgt sich um Deutschlands Ruf

Die Krawalle in Chemnitz alarmieren auch die deutsche Wirtschaft. DIHK-Präsident Schweitzer befürchtet negative Folgen für den Wirtschaftsstandort - und warnt vor "demokratiegefährdenden Entwicklungen".

Demonstration am 1. September in Chemnitz
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Demonstration am 1. September in Chemnitz


Angesichts der Vorgänge in Chemnitz und andernorts sorgt sich die deutsche Wirtschaft um den Ruf Deutschlands im Ausland sowie über belastende Folgen für die hiesigen Unternehmen.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer sprach am Mittwoch bei einem Parlamentarischen Abend der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft von "demokratiegefährdenden Entwicklungen" im Lande. "Verbale und physische Gewalt gegen Menschen, egal welcher Herkunft, verbietet sich."

Es gehe darum, die Grundfesten von Rechtsstaat und Demokratie zu verteidigen. "Der Wohlstand in unserem Land und die Arbeitsplätze in unseren Unternehmen hängen in einem großen Maß davon ab, dass unsere Unternehmen auch auf ausländischen Märkten erfolgreich sind."

"Widersprüchliche Situation"

Schweitzer sprach von einer widersprüchlichen Situation, in der sich Deutschland derzeit befinde. Einerseits laufe es rein wirtschaftlich gesehen relativ gut. Auf der anderen Seite gelte aber: "Die Sorgen nehmen zu."

Auf viele Herausforderungen könne es keine leichten Antworten geben. "Also ist es nötig, die diffusen Ängste (der Menschen) verstärkt zum Thema zu machen". Das gelte auch in den Betrieben. Es seien diese Unsicherheiten, die von Populisten genutzt würden.

Ein wichtiges Mittel, um den Menschen mehr Vertrauen in die Zukunft zu geben, sei mehr Bildung, sagte Schweitzer. Insofern seien mehr Bildungsausgaben die wichtigste Zukunftsinvestition, nicht nur wirtschaftlich. Auch Forschungsministerin Anja Karliczek unterstrich die Notwendigkeit, Deutschland und die Bürger mit Bildungsanstrengungen fit für das digitale Zeitalter zu machen.

Im Video: Die Gewalt in Chemnitz

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brt/Reuters

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Leser161 13.09.2018
1. Jeder kann was tun
Jeder kann was tun, für ein lebenswertes Deutschland. Auch die Wirtschaft. Wenn sie nicht möchte das die Menschen sich schlecht fühlen und Sündenböcke für ihre Misere suchen soll sie halt ihren Teil tun für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
schlauchschelle 13.09.2018
2. Mein Fazit:
Es muss weiter so gehen wie bisher, nichts darf sich ändern, sonst sind wir dem Untergang geweiht. Wirtschaft, Wirtschaft über alles und jeden. BTW: Demokratiegefährdend ist es auch, Teile der Bevölkerung mundtot zu machen, zu übergehen und nur noch Aussitzpolitik für Lobbygruppen zu betreiben. Ebenso ist es Demokratiegefährdend, Menschen per Hartz 4 nach jahrzehnten Maloche bei Jobverlust, weshalb auch immer, als Bittsteller und Schmarotzer abzuqualifizieren, nicht wahr, liebe SPD?
chk_23 13.09.2018
3.
Die Entwicklung ist doch schon in vollem Gange. In einigen Nachbarländern wird zu Vorsicht bei Reisen nach Sachsen gewarnt, bei Tencent wurde vor Investitionen in Sachsen gewarnt - die Lage sein zu gefährlich.
wiseman21 13.09.2018
4. Nehmen wir doch einfach mal....
...den kleinen... hmm.... nennen wir ih Mitbürger... der auf dem Einstiegsbild des Videos mit kurzer Hose und weißem Shirt so keck den rechten Arm zum Hitlergruß erhebt. Wer möchte diesen Menschen bei sich in seiner Firma als Kollegen haben? Wer möchte ihn als Mitarbeiter mit verantwortungsvoller Position haben? Wer möchte ihn vielleicht sogar einstellen? Jetzt mal die ganzen restlichen AfDoofe Anhänger und sonstige Nazis aussen vor, nehme ich doch einfach mal an, das kein halbwegs gebildeter und aufgeklärter Mensch den Umgang mit solchen Typen haben will. Auch werden sich Unternehmen, die auch nur ein wenig auf ihre Aussenwirkung bedacht sind es sich 3 mal überlegen, ob sie auch nur einen Cent in so ein dunkelbraunes Bundesland investieren. Also Nazis: hört endlich auf, andere für eure echten und eingebildeten Probleme verantworlich zu machen! Denn Ihr selbst seid das Problem! Wegen Euch will niemand in Sachsen investieren und Arbeitsplätze schaffen. Und ehrlich gesagt bin ich es auch langsam leid, dass Teile meiner Steuern und Sozialabgaben dafür verwendet werden, dass diese Verfassungsfeinde Transferzahlungen bekommen und gepampert werden. Ebenso dass über nunmer fast 30 Jahre Milliarden an Infrastruktursubventionen nach Sachsen fließen. Sollen doch alle Nazis und AfDoofler nach Sachsen auswandern. Dann trennen wir diesen Teil des Beitrittsgebietes wieder von Deutschland ab. Und als besonderen Bonus kann Sachsen dann auch aus der EU austreten. Und als Kleinsächsisches Reich eine Allianz mit Restbritanien schmieden und gemeinsam Handel mit der EU nach WTO Regeln führen. Aber hey: Sachsen wäre dann endlich Ausländerfrei...
Spiegelleserin57 13.09.2018
5. die Wirtschaft tut schon ....
Zitat von Leser161Jeder kann was tun, für ein lebenswertes Deutschland. Auch die Wirtschaft. Wenn sie nicht möchte das die Menschen sich schlecht fühlen und Sündenböcke für ihre Misere suchen soll sie halt ihren Teil tun für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Deutschland ist Exportweltmeister was zeigt dass die Wirtschaft aktiv ist! Es gibt immer Gründe weshalb sich Menschen schlecht fühlen. Man kann nicht alles an anderen festmachen sondern muss auch für sein eigenes Handeln Verantwortung tragen. Ganz einfach am Beispiel gezeigt: wenn ich mich nicht bewerbe kann ich auch nicht sagen: es gibt keine Jobs für mich. Wenn dann in 100 km einer angeboten wird kann ich auch nicht sagen, ich will aber nur den 2 km vor meiner Haustüre entfernt. Man kann eben nicht die Wirtschaft für seine eigene Misere verantwortlich machen. Die Taube fliegt nicht in den Mund! Ich bin in meinem Leben 10 Mal umgezogen quer durch unser Land. Wer unflexibel ist braucht sich nicht zu wundern . Randalen schrecken Investoren ab und welcher Tourist will schon Ausschreitungen in seinem Urlaub erleben. Das animiert keinen dorthin zu kommen. Große Konzerne beschäftigen auch viele Ausländer und wollen keine Unruhen in ihren Betrieben . Da gehen sie lieber woandershin wo es diese Probleme eben nicht gibt. Es ist schade um dieses Land da eben auch im Osten viele Menschen leben die friedlich sind und auch arbeiten möchten. Ich habe die Dresdener als aufgeschlossen und freundlich erlebt. Scheinbar sind das aber eben nicht alle.
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