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Patagonien: Chiles Regierung stoppt Mega-Staudammprojekt

Aysen-Region in Chile: Regierung verbietet Staudamm-Projekt Zur Großansicht
AP/dpa

Aysen-Region in Chile: Regierung verbietet Staudamm-Projekt

Chile hat ein Staudammprojekt in Patagonien gestoppt. Die Regierung verweigerte dem Bau die Genehmigung, weil mögliche Umweltschäden und die Folgen für die Menschen in der Region bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Santiago de Chile - Die Regierung von Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat den Bau von fünf umstrittenen Staudämmen in Patagonien gestoppt. "Das Wasserkraft-Projekt HidroAysén ist hiermit zurückgewiesen", teilte Umweltminister Pablo Badenier mit. Zur Begründung verwies die Regierung auf mögliche Umweltschäden. Bei der Planung seien zudem "entscheidende Fehler" gemacht worden, sagte der Minister. So seien etwa die Auswirkungen auf die in der Region lebenden Menschen und die möglichen Umweltschäden nicht ausreichend berücksichtigt worden, heißt es in dem Regierungsbeschluss.

In Santiago feierten nach der Entscheidung Hunderte Staudammgegner auf den Straßen, auch in der Region Aysén 1300 Kilometer südlich der Hauptstadt gab es spontane Freudenfeste.

Für das Mega-Projekt des spanisch-chilenischen Konsortiums Endesa-Colbún sollten die Flüsse Baker und Pascua in zwei wilden Tälern der Region Aysén gestaut werden. Die Wasserkraftwerke sollten eine Leistung von 2750 Megawatt bringen und damit 20 Prozent des chilenischen Energiebedarfs decken. Das Konsortium kann noch gerichtlich gegen die Entscheidung der Regierung vorgehen.

Umweltschützer hatten seit Jahren gegen die Pläne protestiert. Für das Staudammprojekt sollten fast 6000 Hektar weitgehend unbesiedeltes Land geflutet werden. Um den Strom in den Norden des Landes zu transportieren, hätte zudem eine 2000 Kilometer lange Hochspannungsleitung gebaut werden müssen.

Der Staudammgegner Patricio Rodrigo vom Rat zum Schutz Patagoniens sagte nach der Regierungsentscheidung, das Aus für das Projekt sei "ein Erfolg der Bürger des Landes, die sich dafür eingesetzt haben, eine Landschaft zu schützen". Die sich an der Südspitze des amerikanischen Kontinents erstreckende Region Patagonien, die sowohl zu Chile als auch zu Argentinien gehört, ist mit ihren Wäldern, Steppen, Seen und Gletschern eine von Naturliebhabern aus aller Welt geschätzte Region.

nck/AFP/dpa

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1. Ein gute Nachricht!
Koana 11.06.2014
Zitat von sysopAP/dpaChile hat ein umstrittenenes Staudammprojekt in Patagonien gestoppt. Die chilenische Regierung verweigerte dem Bau die Genehmigung, weil mögliche Umweltschäden und die Folgen für die Menschen in der Region bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chile-stoppt-mega-staudamm-in-patagonien-a-974440.html
Die Betonmafia dürfte allerdings bald mit Bulldozern der anderen Art, Widerstände aus dem Weg räumen. Wird spannend und traurig sein, dies zu beobachten.
2. Sicher eine gute Entscheidung,
knowit 11.06.2014
auf die Befindlichkeiten der Bürger zu hören als nur auf die Renditeinteressen der Unternehmen. Nur muß sich die Menschheit irgendwann mal ehrlich fragen wo denn der Strom eigentlich noch herkommen soll?
3. Die Antwort...
Layer_8 11.06.2014
Zitat von knowitauf die Befindlichkeiten der Bürger zu hören als nur auf die Renditeinteressen der Unternehmen. Nur muß sich die Menschheit irgendwann mal ehrlich fragen wo denn der Strom eigentlich noch herkommen soll?
...läge eigentlich auf der Hand. Wäre Chile kein Erdbebengebiet...
4. Ein Zeichen!
chrischechrosche 11.06.2014
Ich finde diese Entscheidung der Regierung sehr bemerkenswert. Hierzulande würden Lobbyisten Sturm laufen bis unsere hörige Regierung zugestimmt hätte. Sollte ein Gericht anders entscheiden, hat die Regierung dennoch glaubwürdig als Vertreter des Volkes gehandelt.
5. Menschen-los
skaiser5 11.06.2014
Zitat von sysopAP/dpaChile hat ein umstrittenenes Staudammprojekt in Patagonien gestoppt. Die chilenische Regierung verweigerte dem Bau die Genehmigung, weil mögliche Umweltschäden und die Folgen für die Menschen in der Region bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chile-stoppt-mega-staudamm-in-patagonien-a-974440.html
Wasserkraft aus weitgehend unbewohnten Gebieten? Ein paar Seen, die dort auch natürlich bestehen könnten? Diese Kraftwerke würden 20% des chilenischen Energieverbrauchs decken? Und dazu vielleicht noch als Speicherwerke dienen? Dazu wären nur 2000km Leitungen erforderlich? Welche Umwelt wollen diese Gegner wovor schützen? Das sind Leute, die statt einer lebenswerten Umwelt lieber eine menschenlose Umwelt wollen.
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Länderlexikon
Wichtigste Eckdaten

Eigenname: Republik Chile

Offizieller Eigenname: República de Chile

Staats- und Regierungschefin:
Michelle Bachelet (seit März 2014)

Außenminister: Heraldo Muñoz (seit März 2014)

Staatsform: Präsidialrepublik

Mitgliedschaften: Uno, OAS

Hauptstadt: Santiago de Chile

Amtssprache: Spanisch

Religionen: mehrheitlich Katholiken

Fläche: 756.096 km²

Bevölkerung: 17,711 Mio. Einwohner

Bevölkerungsdichte: 23,4 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: 0,9%

Fruchtbarkeitsrate: 1,9 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 18. September (Unabhängigkeitstag)

Zeitzone: MEZ -5 Stunden

Kfz-Kennzeichen: RCH

Telefonvorwahl: +56

Internet-TLD: .cl

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Wirtschaft

Währung: 1 Chilenischer Peso (chil$) = 100 Centavos zum Währungsrechner hier...

Bruttosozialprodukt: 268,296 Mrd. US$

Wachstumsrate des BIP: –1,5%

Anteile am BIP: Landwirtschaft 3%, Industrie 42%, Dienstleistungen 55%

Inflationsrate: 3,0%

Arbeitslosenquote: 6,0%

Steueraufkommen (am BIP): 15,3%

Handelsbilanzsaldo: +12,907 Mrd. US$

Export: 62,242 Mrd. US$

Hauptexportgüter: Metalle (35,5%), metallhaltige Erze und Abfallprodukte (21,6%), Gemüse und Früchte (7,1%), Fisch (5,1%) (2008)

Hauptausfuhrländer: Volksrepublik China (23,2%), USA (11,2%), Japan (9,1%), Südkorea (5,8%) (2009)

Import: 49,335 Mrd. US$

Hauptimportgüter: Maschinen und Transportmittel (27,8%), Brennstoffe und Schmiermittel (26,2%), Chemikalien (10,4%) (2008)

Hauptlieferländer: USA (18,2%), Volksrepublik China (14,1%), Argentinien (10,8%) (2009)

Landwirtschaftliche Produkte: Getreide, Reis, Hülsenfrüchte, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumensamen, Früchte und Gemüse, Wein, Holz, Fisch

Rohstoffe: Kupfer, Gold, Silber, Eisenerz, Nitrate, Molybdän, Mangan, Blei, Kohle, Erdöl, Erdgas, Lithium

Gesundheit, Soziales, Bildung

Öffentliche Gesundheitsausgaben (am BIP): 7,5%

Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP): 4,0%

Öffentliche Ausgaben für Altersversorgung (am BIP): 2,9%

Medizinische Versorgung: Ärzte: 1,3/1000 Einwohner

Säuglingssterblichkeit: 7/1000 Geburten

Müttersterblichkeit: 26/100.000 Geburten

Lebenserwartung: Männer 76 Jahre, Frauen 82 Jahre

Schulpflicht: 6-14 Jahre

Energie, Umwelt, Tourismus

Energieproduktion: 9,9 Mio. Tonnen Öleinheiten (ÖE)

Energieverbrauch: 33,6 Mio. t ÖE

Geschützte Gebiete: 18,6% der Landesfläche

CO2-Emission: 72,3 Mio. t

Energieverbrauch/Kopf: 1940 kg ÖE

Verwendung des Süßwassers: Landwirtschaft 83%, Industrie 13%, Haushalte 4%

Zugang zu sauberem Trinkwasser: 100% der städtischen, 91% der ländlichen Bevölkerung

Tourismus: 3,576 Mio. Besucher

Einnahmen aus Tourismus: 3,182 Mrd. US$

Militär

Allgemeine Wehrpflicht: nein

Streitkräfte: 61.400 Mann (Heer 34.650, Marine 18.700, Luftwaffe 8050)

Militärausgaben (am BIP): 2,0%

Nützliche Adressen und Links

Chilenische Botschaft in Deutschland
Mohrenstraße 42, D-10117 Berlin
Telefon: +49-30-7262035 Fax: +49-30-726203603 E-Mail: comunicaciones@echilealemania.de; consulado@echilealemania.de

Deutsche Botschaft in Chile
Las Hualtatas 5677, Vitacura, Santiago de Chile
Telefon: +56-2-4632500 Fax: +56-2-463-2525
E-Mail: info@santiago-de-chile.diplo.de

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