Chile: Oberstes Gericht stoppt Bau von E.on-Kohlekraftwerk

Es ist ein Rückschlag für den Energieriesen E.on: Der Plan, ein neues Kohlekraftwerk in Chile zu bauen, ist vorerst gescheitert. Das Unternehmen muss nach einem Gerichtsurteil jetzt prüfen lassen, wie umweltverträglich das Werk ist.

E.on-Chef Johannes Teyssen ist auf der Suche nach neuen Märkten in Übersee Zur Großansicht
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E.on-Chef Johannes Teyssen ist auf der Suche nach neuen Märkten in Übersee

Santiago - Das Oberste Gericht Chiles hat den Bau eines milliardenschweren Kohlekraftwerks vorerst untersagt. E.on und sein brasilianischer Partner MPX müssten neu prüfen lassen, dass das Werk umweltverträglich ist, erklärte das Gericht am Dienstag.

Gegen den Bau des Kohlekraftwerks Castilla nahe der Stadt Totoral an der Westküste Chiles hatten Anwohner geklagt. Sie befürchten eine zu starke Umweltverschmutzung durch das Werk. Die Pläne für den Bau der sechs Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 2100 Megawatt stammen von dem brasilianischen Versorger MPX, der dem deutschstämmigen Milliardär Eike Batista gehört.

E.on und MPX hatten im Frühjahr die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen angekündigt, aus dem das größte private Energieunternehmen Brasiliens entstehen soll. Das Joint Venture plant Kraftwerksprojekte mit einer Leistung von 11.000 Megawatt, darunter das Werk in Castilla.

Eine Investitionsentscheidung hat E.on noch nicht getroffen. E.on-Chef Johannes Teyssen hat sich angesichts sinkender Margen im europäischen Strom- und Gasgeschäft und der Belastungen durch die Atomwende in Deutschland auf die Suche nach neuen Märkten in Übersee gemacht. Neben Südamerika hat er die Türkei ins Visier genommen.

kha/Reuters

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1. Gut so!
Europa! 28.08.2012
Zitat von sysopEs ist ein Rückschlag für den Energieriesen E.on: Der Plan, ein neues Kohlekraftwerk in Chile zu bauen, ist vorerst gescheitert. Das Unternehmen muss nach einem Gerichtsurteil jetzt prüfen lassen, wie umweltverträglich das Werk ist. Chile verbietet Bau von E.on-Kohlekraftwerk - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,852642,00.html)
Kohlekraftwerke sind die schlimmsten Klimakiller überhaupt. E.on sollte seine Lektion doch endlich gelernt haben und darüber nachdenken, wie man Energie erzeugt, OHNE die Welt zu zerstören.
2. „Westküste Chiles“ ist gut. ;-)
Haywood Ublomey 28.08.2012
Trotzdem ist es natürlich eine gute Nachricht, daß man in Chile über eine verantwortungsvollere Ressourcennutzung nachzudenken beginnt. Da ist ja noch einiges zu tun (z.B. gegen die Abholzung der Wälder im Süden).
3. Eon Gejammer
liebergast 28.08.2012
Unsere Energiemonopole sind Merkels Kuscheltiere. Wenn im Ausland etwas in Sand gesetzt wird, kommt der deutsche Abnehmer dafür auf. Schlägt sich in Deutschland an den unverträglichen Preisen nieder.
4. Umweltschutz Chile
wolfstaub 29.08.2012
Zitat von Haywood UblomeyTrotzdem ist es natürlich eine gute Nachricht, daß man in Chile über eine verantwortungsvollere Ressourcennutzung nachzudenken beginnt. Da ist ja noch einiges zu tun (z.B. gegen die Abholzung der Wälder im Süden).
Leider eine typische Aussage eines Europäers, der südamerikanische Länder und ihre Menschen etwas mitleidvoll als unterentwickelt bezeichnen. Die Sache ist eben nicht so einfach: Europa und Nordamerika sind mitunter bis heute so reich, weil deren Megakonzerne immer und bis heute Raubbau bei uns betreiben, uns zu "Bananenrepubliken" verdammen, auch dank aktiver Hilfeleistung der Weltbank, (d.h. wir sind gut als Rohstoffliferanten). Erkundigen sie sich mal genauer. Aber das Thema Umweltschutz ist trotz enormem Widerstand obig genannter stetig gewachsen. Fehlt dass z.B. sämtliche Minenindustrie und wichtigste Industriezweige verstaatlicht und die obig genannten rausgeschmissen werden. Grüsse aus Chile.
5. So ein glueck
Atacama Wolf 29.08.2012
Das Kohlekraftwerk wuerde einen der schoensten Straende in der Atacamawueste fuer immer verschmutzen. Die Firmen MPX und E.ON haben aber auch keine Alternativen vorgebracht, es muss doch nicht genau in einer der reizvollsten Gegenden der Kueste ein solches Kraftwerk gebaut werden. Auch hier gibt es Industriegebiete in denen vieleicht ein solches Kraftwerk weniger Unruhe hervorgebracht haette. Aber man sollte E.On gratulieren: Mit dieser Aktion wurde eine solide und sehr noetige Umweltbewegung hier in Chile gegruendet, vielen Dank E.ON !
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Bevölkerung: 17,114 Mio.

Hauptstadt: Santiago de Chile

Staats- und Regierungschef: Michelle Bachelet

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