Sparkurs Bei Chinas Staatsfirmen muss jeder fünfte Manager gehen

China verordnet seinen Staatsfirmen eine Rosskur, um sie fit für den Wettbewerb zu machen. Hierarchien sollen abgebaut, Kosten gesenkt und Schulden getilgt werden.

Chemiefabrik in Qianjiang
DPA

Chemiefabrik in Qianjiang


Die Staatsbetriebe in China gelten zumeist als wenig effizient. Das soll sich nach dem Willen der Führung in Peking ändern. Sie hat den Firmen einen drastischen Sparkurs verordnet. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen sie ihre Führungsebenen von bis zu neun auf maximal vier reduzieren, wie die Regierung beschlossen hat. Jede fünfte Führungskraft müsse gehen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Ziel der Maßnahmen: Bis Ende 2017 sollen die Firmen ihre Kosten um umgerechnet 13,6 Milliarden Euro drücken. Dazu müssten Neueinstellungen und Bezahlung den Markterfordernissen angepasst werden, fordert die Regierung. Auch die Verschuldung solle gesenkt, eine strikte Kostenkontrolle eingeführt und unrentable Nebengeschäfte abgestoßen werden.

Die Stahl- und Kohleunternehmen Chinas leiden unter den großen weltweiten Überkapazitäten. Sie sollen ihre Produktion angesichts weltweiter Überkapazitäten bis 2017 um zehn Prozent drücken. Mit Steuernachlässen und günstigen Darlehen sollen entlassene Mitarbeiter ermutigt werden, sich selbstständig zu machen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Regierung angekündigt, 1,8 Millionen Stellen in der Branche abzubauen.

Darüber hinaus werden auch in anderen Branchen viele der staatlichen Betriebe nur noch künstlich am Leben erhalten und produzieren, obwohl es keinen Abnehmer für ihre Produkte gibt. Auch das will Peking beenden, insgesamt sollen fünf bis sechs Millionen Arbeiter ihren Job verlieren.

China zählt 112 Unternehmen, die sich entweder in Staatsbesitz befinden oder von Peking aus gelenkt werden. Hinzu kommen Tausende Firmen, die den Regional- und Kommunalregierungen gehören. Die Regierung will private Investitionen steigern und so für ein nachhaltigeres Wachstum der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sorgen.

fdi/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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Chris_SSS 19.05.2016
1. Nach den Erfahrungen in der Praxis:
niemals in China investieren udn schon gar ekin Joint-Venture eingehen, da wird man nur abgezogen!
Knack5401 19.05.2016
2. Ausblick:
Die letzten 20 Jahre haben ihren Preis und der muss jetzt bezahlt werden. Die Auswirkungen auf den Staat werden desaströs sein. Und uns ebenso gefährden.
humptata 19.05.2016
3. Da gibt es andere Meinungen, Chris.
Zitat von Chris_SSSniemals in China investieren udn schon gar ekin Joint-Venture eingehen, da wird man nur abgezogen!
Ich nehme an, Ihre Meinung fußt auf eigener Erfahrung? Klar, es werden nicht wenige Unternehmer negative Erfahrung auf diesen Gebiet gemacht haben, es gilt eben auch da der gute alte Kaufmannsgrundsatz
hansw 19.05.2016
4. Investieren
Zitat von Chris_SSSniemals in China investieren udn schon gar ekin Joint-Venture eingehen, da wird man nur abgezogen!
Werter Herr Chris, falls Ihr Zitat aufgrund persönlicher Erfahrungen geschrieben wurde, mein Beileid. Sie sind weltweit in bester Gesellschaft. Fast alle grossen deutschen Konzerne haben in China gewaltige Prügel einstecken müssen. Warum eigentlich? Die Chinesen sind ganz harte Unterhändler, respektieren aber einen gleich starken "Barbaren". Das ist eine sehr alte Tradition in dem Riesenland. Ich habe immer schon ein Land bewundert, in dem mehr als 1 Milliarde Menschen von einer Zentrale regiert werden. In China ist das seit dem legendären Deng Xiaoping so, vorher zählt nicht mehr, siehe Mao. In dem Bericht, der hier diskutiert wird, zeigt die Zentralregierung wie sie sich auf die nahe und ferne Zukunft vorbereiten will. Hut ab, von dieser Haltung wünsche ich mir für unser Land nur einen Zipfel. Aber auch der ist nicht in Sicht.
svizzero 19.05.2016
5. Vorausschauen
Ja, da scheint China einmal mehr etwas in die Zukunft zu schauen, entsprechende Pläne vorzubereiten und damit zu beginnen, diese zu realisieren. Der Regierung stehen tausende bestens im Ausland ausgebildete Leute im Hintergrund zu Verfügung, die sich mit Ökonomie, Ökologie und Politologie auskennen und zudienen. China verfolgt eine Langzeitstrategie, die sie Schritt um Schritt umsetzt. Davon können wir Europäer nur träumen. Hier heisst die Strategie Hau Ruck und Hüst Hot.
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