Fremdwährungen Chinas Devisenvorrat schmilzt dahin

Der chinesische Währungsschatz ist unter drei Billionen Dollar gefallen. Weil immer mehr Geld aus der Volksrepublik abfließt, muss die Notenbank nun gegensteuern.

Chinesische Yuan-Noten
REUTERS

Chinesische Yuan-Noten


Chinas Devisenreserven sind erstmals seit fast sechs Jahren unter die Marke von drei Billionen Dollar gefallen. Sie lagen im Januar bei 2,998 Billionen Dollar, wie die Zentralbank am Dienstag in Peking mitteilte. Hintergrund sind massive Kapitalabflüsse sowie Eingriffe der Notenbank am Währungsmarkt.

Der Rückgang im Dezember war der siebte in Folge. Er fiel mit 12,3 Milliarden Dollar allerdings geringer aus als zuvor. Die Regierung hatte zuletzt mit verschiedenen Instrumenten versucht, die Kapitalabflüsse einzudämmen. Unter anderem hatte die Notenbank die Zinsen erhöht.

China verfügt mit Abstand über die größten Fremdwährungsreserven der Welt. In den vergangenen Jahren sind diese allerdings massiv geschrumpft. Im Juni 2014 lag der Bestand noch bei rund vier Billionen Dollar. Seitdem ist etwa ein Viertel davon verschwunden.

Ärger mit Trump programmiert

Grund dafür sind die großen Kapitalabflüsse. Wegen der Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hatten Investoren bereits 2015 viel Geld aus China abgezogen. Mittlerweile sorgt auch die amerikanische Geldpolitik für Verwerfungen: Seit die US-Notenbank damit begonnen hat, die Zinsen wieder schrittweise anzuheben, fließt mehr Geld aus aller Welt in Dollar-Anlagen. Das gilt auch für Geld aus China.

Um den Wechselkurs der chinesischen Währung stabil zu halten, muss die Notenbank Yuan kaufen - und verbraucht so ihre Reserven ausländischer Währungen.

"Die gegenwärtigen Reserven sind ausreichend", versicherte die staatliche Devisenbehörde am Dienstag. Es sei normal, dass die Reserven in einem komplizierten heimischen und ausländischen wirtschaftlichen Umfeld schwankten. Die Kapitalabflüsse hätten sich auch verlangsamt, wurde betont.

Doch wie lange kann das gut gehen? Manche Ökonomen befürchten, dass die Führung in Peking die heimische Währung erneut abwerten könnte. Dies könnte nicht nur zu Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten führen, sondern auch die Spannungen zwischen China und den USA verschärfen.

Der neue US-Präsident Donald Trump wirft China ohnehin schon vor, sich durch eine schwache Währung Wettbewerbsvorteile im Handel zu sichern - und so der US-Wirtschaft zu schaden.

stk/Reuters/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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joG 07.02.2017
1. Seit einiger Zeit....
....versucht China sein Wachstum am Laufen zu halten und verwendet dazu seine Reserven. Wollen wir hoffen, dass es nicht zu schnell abschmilzt und nichts mehr da ist für die zu befürchtende Rezession im Handelskrieg. Ähnliches gilt allerdings für uns alle.
thorsten.munder 07.02.2017
2. China
wird mitnichten daran Interessiert sein den Yuan zum Dollar stabil zu halten , jeder Punkt wo der Yuan gegenüber Dollar / Euro verliert bringt neue Arbeitsplätze , also Yuan " Zurückkaufen ? von woher ? Yuan ist eine reine sozialistische Inlandswährung genau wie es die DDR Mark auch war , Einfur / und Ausfuhrverboten also da stimmt was nicht in Ihrem Artikel und ob Investoren jetzt in China alles stehen und liegen lassen um Ihre frisch Errichteten Produktions Standorte für was weiss ich was stillzulegen nur weil Donald Trump meint America First kann ich mir gar nicht vorstellen denn dann würde die Chinesische Regierung einschreiten ! Und zwar Massiv !
observerlbg 07.02.2017
3. Sollte es tasächlich einen Plan geben?
Ein Plan, einen POTUS zu installieren, der reichlich Nebelkerzen wirft (nein, Nebelgranaten), um die Absicht im Dunkeln zu lassen, dass die USA China gezielt schwächen wollen?
Beat Adler 07.02.2017
4. Wer China schwaecht, schwaecht sich selbst.
Zitat von observerlbgEin Plan, einen POTUS zu installieren, der reichlich Nebelkerzen wirft (nein, Nebelgranaten), um die Absicht im Dunkeln zu lassen, dass die USA China gezielt schwächen wollen?
Wer China schwaecht, schwaecht sich selbst. China, heute im Umbruch und seit 2015 ohne Wachstum, ist mit dem Rest der Welt sehr eng vernetzt. Die grosse Leistung der chinesischen Volkswirtschaft von heute ist, dass sie nicht oder noch nicht in die Rezession abgerutscht ist. Der Umbruch von der Werkbank der Welt zum Binnenkonsum und zur Innovation, d.h. nicht mehr nur Made in China sondern auch Invented in China braucht Zeit, eher Jahrzehnte statt Jahre. Es ist den Menschen in China zu goennen, wenn sie es chaffen das BIP pro Einwohner in den kommenden 20 bis 25 Jahren zu verdoppeln, ohne dabei eine noch weiter auseinadergehende Scheere zwischen arm und reich, dazu mit Umweltschutz europaeischen Standards. mfg Beat
Willi Wacker 07.02.2017
5. Wer weiss
mit einer Mengen Steinbrückscher Fahrradketten... aber wer weiss, wenn der Dollar, warum auch immer, plötzlich und massiv abwerten würde, dann sind die Billionendevisenreserven immer weniger wert. Vielleich ist es aus chinesischer Sicht dann besser, weniger $ zu haben. Übrigens: der Remninbi ist seit kurzem eine der offiziellen IWF-Währungen. China muss also nicht mehr unbedingt $ haben, um in der Welt einkaufen zu können.
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