Wirtschaftskrise Chinas Exporte nach Europa brechen ein

Die Krise in Europa macht den chinesischen Exporteuren zu schaffen. Im März wuchsen die Ausfuhren des Landes überraschend nur noch langsam. Die Verkäufe in die EU gingen sogar deutlich zurück. Grund zur Hoffnung geben dagegen Chinas Importe: Sie legten kräftig zu.

Chinesische Stahlfabrik: Die Ausfuhren in die wichtigsten Industrieländer stocken
REUTERS

Chinesische Stahlfabrik: Die Ausfuhren in die wichtigsten Industrieländer stocken


Peking/Frankfurt am Main - Chinas Exportwachstum hat sich im März mehr als halbiert. Die Ausfuhren legten nur noch um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, teilte die Zollbehörde am Mittwoch in Peking mit. Im Januar und Februar waren die Exporte noch um jeweils mehr als 20 Prozent gestiegen.

Dem Exportweltmeister macht vor allem die Schuldenkrise in Europa zu schaffen. Die Ausfuhren in Länder der EU sanken im Jahresvergleich um 14 Prozent. Auch die Nachfrage aus Japan und den USA ging zurück. "Dem Welthandel fehlt es an jeglichem Schwung", interpretierten die Volkswirte von der VP Bank aus Liechtenstein die Daten. Auch die deutschen Exporte waren zuletzt überraschend schwach ausgefallen.

Dagegen legten die Importe nach China deutlich zu. Sie erhöhten sich um 14,1 Prozent. Das gilt als Signal für eine kräftigere Binnennachfrage. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - wies dadurch ein Defizit von 884 Millionen Dollar auf. Noch im Februar hatte es einen Überschuss von 15,4 Milliarden Dollar gegeben. "Wenn die Binnennachfrage stärker ausfällt als erwartet, so ist das definitiv positiv für den Konjunkturausblick", sagte Ökonom Haibin Zhu von JP Morgan in Hongkong.

Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist in China nötig. 2012 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit 7,8 Prozent so langsam gewachsen wie seit 1999 nicht mehr. Für das erste Quartal sagen Ökonomen ein Plus von mehr als acht Prozent voraus.

Erst kürzlich hatte Chinas neuer Präsident Xi Jinping seine Landsleute gewarnt, man werde das ultraschnelle Wachstum nicht beibehalten können. Es seien deshalb grundlegende Reformen notwendig.

stk/Reuters/dpa



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insgesamt 47 Beiträge
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ein-berliner 10.04.2013
1. Schon verständlich
Zitat von sysopREUTERSDie Krise in Europa macht den chinesischen Exporteuren zu schaffen. Im März wuchsen die Ausfuhren des Landes überraschend nur noch langsam. Die Verkäufe in die EU gingen sogar deutlich zurück. Grund zur Hoffnung geben dagegen Chinas Importe: Sie legten kräftig zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-exporte-nach-europa-brechen-ein-a-893509.html
Immer nur billige Kopien kaufen, wer will das schon.
freigeist1964 10.04.2013
2. Krise
Zitat von sysopREUTERSDie Krise in Europa macht den chinesischen Exporteuren zu schaffen. Im März wuchsen die Ausfuhren des Landes überraschend nur noch langsam. Die Verkäufe in die EU gingen sogar deutlich zurück. Grund zur Hoffnung geben dagegen Chinas Importe: Sie legten kräftig zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-exporte-nach-europa-brechen-ein-a-893509.html
Es wäre wünschenswert, wenn man mal wieder in Europa die Ding produziert, die hierzulande auch gebraucht werden. Es nützt Europa jedenfalls nichts und wirklich gar nichts, wenn man in Europa die Industrie abbaut und in China wieder aufbaut.
nexus7 10.04.2013
3. Positiv ?
"Wenn die Binnennachfrage stärker ausfällt als erwartet, so ist das definitiv positiv für den Konjunkturausblick" Aber mit Sicherheit nicht für die importierenden Hersteller. Der Druck Werke in China zu errichten wird damit steigen. Die chinesische Regierung diese Entwicklung auf jeden Fall stoppen.
Fabius Maximus 10.04.2013
4. China macht es richtig
Starker Binnenmarkt, statt krankhafte Exportfixierung wie in Deutschland.. Wie man sieht, funktioniert es. Chinas Mittelklasse wächst rasant, ein ganzes Volk wurde in 30 Jahren aus bitterer Armut geführt. Selbst die UN muss die Erfolge Chinas zugegen. In Europa und den USA hingegen steigt die Armut rasant an, die Demokratie ist längst nur noch ein Witz.. Welches System war schon wieder besser? Langsam scheint mir tatsächlich, das chinesische 1-Parteien-System mit Politiker-Auslese, statt dem JEKAMI-Prinzip wie in der EU, scheint die bessere Lösung zu sein.. wenn sie jetzt noch Rechtstaatlichkeit hinbekommen, wer will dann noch eine sogenannte "Demokratie"?
Martinhesse 10.04.2013
5. Chinese New Year
Vergleiche mit dem Vorjahr greifen in der China Statistik nicht, wenn schon sollte man die Wochen vor und nach Chinese New Year berechnen. Vielen Chinesischen Firmen haben drei Wochen Urlaub, daher ist es klar das der März 2013 im Vergleich zu den anderen Vergleichszahlen eingebrochen ist.
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