Schwache Konjunktur Chinas Außenhandel schrumpft deutlich

Seit Monaten kennt die Entwicklung bei Chinas Exporten und Importen nur eine Richtung: steil nach unten. Im November führte die Volksrepublik erneut deutlich weniger Waren aus und ein als im Vorjahresmonat.

Hafen von Qingdao: Handel mit EU stark zurückgegangen
REUTERS

Hafen von Qingdao: Handel mit EU stark zurückgegangen


Die schwache Konjunktur im In- und Ausland bremst weiter Chinas Außenhandel: Im November gingen Exporte und Importe erneut deutlich zurück. Die Volksrepublik führte Waren im Wert von 1,25 Billionen Yuan (rund 180 Milliarden Euro) aus, das sind 3,7 Prozent weniger als im November vergangenen Jahres. Die Einfuhren fielen um 5,6 Prozent auf 910 Milliarden Yuan (130 Milliarden Euro), wie die staatliche Zollverwaltung mitteilte. Insgesamt schrumpfte der Außenhandel um 4,5 Prozent. Es war der neunte Monat mit einem Rückgang in Folge.

Rechnet man statt in chinesischen Yuan in US-Dollar, war es allerdings erst der fünfte Monat in Folge mit einem Rückgang - allerdings fällt das Minus für November dann noch höher aus: Auf Dollarbasis fielen die Ausfuhren im Jahresvergleich um 6,8 Prozent, die Einfuhren um 8,7 Prozent.

Der Rückgang der Importe deutet auf mangelnde heimische Nachfrage durch die langsamere Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft hin. Nach dem jahrelangen Boom steuert die Volksrepublik 2015 auf das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert zu. Die Regierung peilt ein Plus von sieben Prozent an, nachdem die Volkswirtschaft im Vorjahr noch um 7,3 Prozent wuchs. Der IWF rechnet nur noch mit 6,8 Prozent.

Allerdings hat die Führung in Peking die Ziele für die kommenden Jahre bereits deutlich reduziert. Im Oktober gab sie bekannt, in den kommenden fünf Jahren ein Wachstum von 6,5 Prozent erreichen zu wollen. Im dritten Quartal dieses Jahres lag das Wachstum aber bereits unter der Sieben-Prozent-Marke.

Im Detail entwickelte sich der Handel Chinas in diesem Jahr allerdings unterschiedlich: Während der Warenaustausch mit der Europäischen Union, dem größten chinesischen Handelspartner, in den elf Monaten um 7,7 Prozent fiel, wurde im Handel mit den USA hingegen ein Plus von 1,9 Prozent erreicht.

Trotz des sinkenden Außenhandels erzielt China immer noch hohe Überschüsse. Weil die Einfuhren noch stärker abnahmen als die Ausfuhren, erhöhte sich der Handelsüberschuss auf Yuan-Basis sogar erneut um zwei Prozent. In Dollar gerechnet sank der Überschuss vom Rekordwert im Oktober von 61,7 Milliarden Dollar auf 54,1 Milliarden Dollar.

fdi/dpa/Reuters



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insgesamt 34 Beiträge
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dirk1962 08.12.2015
1. Nur noch 6,8%
.....Wachstum? Das ist ja wirklich ganz schlimm, wenn man bedenkt, dass wir nicht einmal von 2% Wachstum zu träumen wagen. Also Krise, Katastrofenmeldung, Desaster? Unsinn. In China passiert nichts weiter, als das sich die Wachstumsraten einem gesunden Niveau annähern. Die Folgen des ungehemmten Wachstums ist gerade live in Peking zu besichtigen.
ricson 08.12.2015
2.
ein niedriges Wachstum ist für China sehr problematisch. große Teile der Bevölkerung sind immer noch sehr arm. die kp begründet ihren Anspruch darauf als allein regierende Partei zu herrschen damit diesen schichten eine bessere Zukunft zu ermöglichen. wenn das nicht mehr gelingt muss die kp sich etwas anderes überlegen. in solchen Staaten wird dann gerne eine nationalistische Karte gespielt, und die schuld irgendwelchen finsteren Mächten im Ausland gegeben. die kp ist ja schließlich unfehlbar und kann daher nicht schuld sein. das werden dann ungemütliche Zeiten für Chinas Anrainer.
t dog 08.12.2015
3. Leichte Schwankungen
Die Wirtschaft schwankt leicht von Monat zu Monat. Was will uns der Autor diesen Artikels damit sagen? Das Regen nass ist, wäre doch auch mal ein nettes Thema.
wassersaft 08.12.2015
4. It's the final countdown
Eine neue Weltwirtschaftskrise nähert sich an. Ölpreise nehmen ab. Nachfrage nimmt ab. 2016-2017 werden viele Unternehmen Verluste machen. Bald kommen Entlassungswellen.
hannac. 08.12.2015
5. Ahhh, nicht mehr lange und China bricht zusammen.
Was für ein schöner und perfider Wunschgedanke. Von China lese ich hier fast immer nur schlechte Nachrichten. Gut das man Leute kennt die in China arbeiten und nicht beim Spiegel sind.
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