Shanghai - Noch langt Peking kräftig zu: Steuersätze von bis zu 60 Prozent erhebt der chinesische Staat bisher auf importierte Luxusartikel. Das soll sich nun ändern. Wie staatliche Medien am Montag ankündigten, will die Regierung zum 1. Oktober dieses Jahres ein neues, günstigeres Steuersystem für Luxusgüter einführen. Damit sollen die reicheren Bürger zum Einkaufen im eigenen Land bewegt werden - und so den chronisch lahmenden Konsum ankurbeln.
Das Datum 1. Oktober ist geschickt gewählt. Dann beginnt eine Ferienwoche, in der sich reiche Chinesen traditionell dem Kaufrausch hingeben. Wegen der hohen Luxussteuer sind gutbetuchte Chinesen in den vergangenen Jahren vor allem nach Hongkong und Europa gereist, um etwa Handtaschen von Louis Vuitton oder Rolex-Uhren zu kaufen.
Das vom chinesischen Finanzministerium überarbeitete Steuersystem sieht unter anderem die Senkung oder sogar Abschaffung von Steuern auf Uhren, Kleider, Schuhe, Koffer, Kosmetik und Parfum vor, wie die Zeitung "21st Century Business Herald" berichtete. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums hatte vergangene Woche erklärt, es gebe eine "generelle Tendenz", die Steuern auf Qualitätsware zu senken, um die Binnennachfrage anzukurbeln. Wegen des kräftigen Wirtschaftswachstums ist in China in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Luxusgütern in die Höhe geschnellt.
stk/AFP
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