China, Indien und Russland Schwellenländer geben Milliarden für Krisenfonds

Die wichtigsten Schwellenländer springen Europa in der Krise mit neuen Hilfsgeldern bei. Beim G-20-Gipfel in Mexiko sagten China, Indien und Russland insgesamt 63 Milliarden Dollar zu. Im Gegenzug verlangen sie mehr Mitspracherechte in internationalen Institutionen.

Staats- und Regierungschefs der führenden Schwellenländer: Mehr Geld für Krisenabwehr
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Staats- und Regierungschefs der führenden Schwellenländer: Mehr Geld für Krisenabwehr


Los Cabos - Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhält zur Abwehr globaler Finanzkrisen mehr Milliarden als bisher erwartet. Nach der Zusage weiterer Länder werden die Mittel des IWF um insgesamt 456 Milliarden Dollar aufgestockt. Das teilte IWF-Chefin Christine Lagarde am Rande des G-20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos mit.

Wichtige Schwellenländer machten erstmals konkrete Zusagen. So will China 43 Milliarden Dollar zum Krisenfonds beisteuern. Indien und Russland kündigten an, jeweils zehn Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen. Dabei appellierte Indiens Regierungschef Manmohan Singh an andere Staaten, ebenfalls mehr Geld zur Verfügung zu stellen.

Der Fonds des IWF kann zur Eindämmung von Finanzkrisen auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Anlass für die Aufstockung ist jedoch die aktuelle Krise der Euro-Zone. Das Geld aus den Schwellenländern soll helfen, die Brandmauer um verschuldete Euro-Staaten höher zu ziehen, als es die Europäer alleine mit ihren eigenen Rettungsfonds schaffen.

Bei den Mitteln handelt es sich nicht um Zahlungen, sondern um Kredite der jeweiligen Notenbanken an den IWF, die im Notfall eingesetzt werden können, wenn die bisherigen Mittel in Höhe von 400 Milliarden Dollar aufgezehrt sind.

Die BRICS-Staaten verlangen mehr Mitsprache

Bereits im April hatten die IWF-Mitgliedsländer neue Kredite von 430 Milliarden Dollar zugesagt. Knapp 200 Milliarden Dollar davon kommen von den Euro-Staaten; Deutschland allein steuert über die Bundesbank gut 55 Milliarden Dollar bei. Nun haben laut IWF-Chefin Christine Lagarde zwölf weitere Staaten Zusagen gemacht. Damit erhöhe sich die Zahl der Länder, die frische Mittel beitragen, auf insgesamt 37.

China, Indien und Russland gehören neben Brasilien und Südafrika zu den aufstrebenden Schwellenländern, den sogenannten BRICS-Staaten. Diese hatten neue Finanzierungszusagen bisher offengelassen und noch kurz vor dem G-20-Gipfel Bedingungen für ein stärkeres finanzielles Engagement gestellt. Vor allem verlangten sie Reformen des IWF, die ihnen mehr Mitspracherechte sichern.

Die fünf BRICS-Staaten stellen 42 Prozent der Weltbevölkerung und 18 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, sind bislang aber in den Entscheidungsgremien deutlich unterrepräsentiert. Die etablierten Industrieländer hatten bereits zugesagt, die Stimmrechtsverteilung in der Institution zu überarbeiten.

Auf dem G-20-Gipfel im mexikanischen Badeort Los Cabos warnten Vertreter der fünf BRICS-Staaten vor den Gefahren der europäischen Schuldenkrise und forderten "kooperative Lösungen". Sie vereinbarten auch eine engere Kooperation in Währungsfragen.

stk/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
MPeter 19.06.2012
1. Es geht zu Ende
Jetzt wird's hinten höher wie vorn. Indien !!! gibt Kredite in Höhe von 10 Milliarden. Und vor Ort hungern Teile der Bevölkerung.
eingedanke 19.06.2012
2. Verhandlungstisch
Zitat von sysopAPDie wichtigsten Schwellenländer springen Europa in der Krise mit neuen Hilfsgeldern bei. Beim G20-Gipfel in Mexiko sagten China, Indien und Russland insgesamt 63 Milliarden Dollar zu. Im Gegenzug verlangen sie mehr Mitspracherechte in internationalen Institutionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,839624,00.html
Bei den nächsten Euro-Rettungsrunden sitzen die geldgebenen Schwellenländer also mit am Tisch? Z.B. wenn es um Einsparungen im Sozialen, Bildung, Strukturpolitik geht um Banken zu retten? Ist das der Durchbruch? das kann ja heiter werden…
pontifactus 19.06.2012
3. Und wieviel
haben wir bereits bezahlt und was dafür verlangt? Diese "Schwellenländer" verlangen mir Respekt ab. Sie kaufen sich sehr, sehr günstig in die 1. Welt ein. Mit uns geht es rapide den Berg ab. Mit 1€ Artikeln haben wir China aufgebaut, bald stellen wir sie her. Aber wer will das kaufen? Der know how Transfer ist im vollen Gange, was werden sie noch von uns haben wollen? Nichts mehr. Das Abendland ist satt und stagniert. Römische Spätdekadenz läßt grüssen. Die Barbaren übernehmen das Kommando.
Wololooo 19.06.2012
4.
Was sind denn 63 Milliarden, wenn man allein die 55 Milliarden der Bundesbank bedenkt. Dazu kommen noch die ganzen Rettungsschirme, dann sind 63 Milliarden nichts mehr. Bevor die Schwellenländer weitere Forderungen stellen, soll erst einmal eine Rechtssicherheit in diesen Ländern für internationale Firmen, aber auch für die Bevölkerung hergestellt werden. Korruption sollte vollständig unterbunden werden. Außerdem sollen Vergehen gegen die WTO-Richtlinien (z.B. in China) konsequent mit einer hohen Geldstrafe und bei Wiederholung mit Austritt bestraft werden. China pickt sich seit seinem Eintritt nur die Rosinen und profitiert einseitig von der WTO, und die anderen Länder tolerieren dies in der Aussicht auf gute Geschäfte/ Beziehungen.
mukkesucker 19.06.2012
5. Europa schafft sich ab ;)
Den Preis, den wir für die paar Milliarden zahlen müssen ist wesentlich höher. Bald haben wir in unseren eigenen Länden kaum mehr etwas zu sagen...
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