Bericht: China lockert Kontrollen für ausländische Investitionen

Es geht vermutlich um eine Verdopplung der Obergrenze für Kapitalströme: Laut einem Bericht der "New York Times" baut China Schranken für ausländische Finanzinvestitionen ab. Der Vorgang läuft offenbar inoffiziell - und unter Hochdruck.

Finanzdistrikt in Shanghai: China will offenbar dem Exodus von Kapital entgegenwirken Zur Großansicht
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Finanzdistrikt in Shanghai: China will offenbar dem Exodus von Kapital entgegenwirken

Hong Kong/New York - Heimlich, still und hastig: Nach mehr als einer Dekade strenger Kapitalverkehrskontrollen senkt China laut einem Zeitungsbericht offenbar die Schranken für ausländische Finanzinvestitionen. Der "New York Times" zufolge hat die chinesische Regierung telefonisch private Fondsmanager kontaktiert, um ihnen ein höheres Engagement anzubieten.

Laut dem Bericht hätten verschiedene Investoren diesen inoffiziellen Vorgang bestätigt. Dabei sei jedoch großer zeitlicher Druck aufgebaut worden: "Es lief in etwa so ab: Die Anrufe gingen um 4.00 Uhr ein und bis 5.30 Uhr sollte man antworten", zitiert die Zeitung den Chef eines internationalen Finanzkonzerns, der in großem Stil in China investiert ist.

Den nicht namentlich genannten Quellen zufolge geht es um eine Verdopplung der Obergrenze für Kapitalströme aus dem Ausland. Dem Bericht der "New York Times" zufolge könnte China mit dieser Offensive die Absicht verfolgen, einem einsetzenden Exodus von Finanzkapital aus dem eigenen Land entgegen zu wirken. Reiche Chinesen würden ihr Geld zunehmend außerhalb der Landesgrenzen investieren.

Bislang verfolgt die Volksrepublik ein Regime strenger Kapitalverkehrskontrollen. Nur ausgewählten Akteuren wie der Investmentbank Goldman Sachs, dem Investmentfonds der Eliteuniversität Yale, der Allianz oder der Deutschen Bank sind größere Finanztransaktionen erlaubt.

Sorge um Chinas Wirtschaft belastet US-Börsen

Die Wall Street reagiert auf die Sorgen um eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft: Die US-Börsen haben am Dienstag nachgegeben. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen verlor 0,52 Prozent auf 13.170 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex noch den achten Handelstag nacheinander zugelegt und auf dem höchsten Stand seit Ende 2007 geschlossen.

Anleger nähmen nach der jüngsten Rally Gewinne mit, sagten Händler. Dies sei durch negative Aussagen um das Wirtschaftswachstum in China begünstigt worden.

In dem Boomland droht sich die Autonachfrage zu verlangsamen und hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Auch eine nachlassende Eisenerz-Nachfrage aus der inzwischen weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft ist ein Indiz für eine Abschwächung.

bos/dpa

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China 2030: Strategien für die Zukunft

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

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