Energieversorgung China und Burma nehmen Gaspipeline in Betrieb

Burma versorgt China künftig mit Erdgas. Die beiden Länder haben eine rund 800 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, durch die jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China geleitet werden sollen. Für Peking ist die Leitung vor allem strategisch wichtig.

Pipelinebau nahe der burmesischen Grenze: Diversifizierte Energieversorgung
AP

Pipelinebau nahe der burmesischen Grenze: Diversifizierte Energieversorgung


Peking - China hat eine neue Erdgaspipeline aus Burma in Betrieb genommen: Mit einer offiziellen Zeremonie haben die beiden Länder die neue knapp 800 Kilometer lange Leitung eingeweiht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Parallel zur Gaspipeline ist auch eine Ölpipeline geplant, die Erdöl nach China pumpen soll, das aus dem Nahen Osten durch den indischen Ozean nach Burma transportiert wurde. Durch die Gaspipeline sollen laut Xinhua jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter geleitet werden, durch die Ölpipeline sollen es einmal 22 Millionen Tonnen pro Jahr sein.

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Heft 31/2013
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Die chinesische Parteizeitung "Global Times" bezeichnete die Inbetriebnahme der Gasleitung als "weiteren Durchbruch" in der Strategie Chinas, die Energieversorgung breiter aufzustellen und das Land unabhängiger von den bisherigen Importwegen für Öl und Gas zu machen. China hatte während der jahrzehntelangen internationalen Isolation Burmas enge politische und wirtschaftliche Kontakte zu dem Nachbarland gepflegt.

Die chinesischen Investitionen in Energie- und Minenprojekte haben in Burma zu kontroversen Debatten geführt, weil der chronische Strommangel in dem Land damit nicht behoben wird. Im vergangenen Jahr hat die Regierung in Rangun deshalb kurzfristig die Konstruktion eines Dammes gestoppt. Das chinesische Bauvorhaben sollte große Landesteile fluten, Tausende Angehörige burmesischer Minderheiten hätten weichen müssen.

Für China sind die Pipelines vor allem strategisch wichtig: Zwar deckt die Pipeline nur einen kleinen Anteil des Gasbedarfs, erweitert aber den Kreis der Lieferanten. Sobald die Ölpipeline in Betrieb geht, können sich Tanker zudem den langen Weg vom Nahen Osten durch die vielbefahrene Straße von Malakka zwischen Malaysia und Indonesien sparen.

Die beiden Großprojekte werden vom Staatskonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) und der burmesischen Öl- und Gasgesellschaft Myanmar Oil and Gas Enterprise finanziert und durchgeführt, vier weitere Firmen aus Indien und Südkorea sind beteiligt.

In Burma kam es immer wieder zu Protesten gegen die Pipelines: Hunderte demonstrierten gegen die Bauprojekte, weil die Entschädigung für ihr Land, das sie aufgeben mussten, zu niedrig gewesen sei. Zudem hieß es, die Gehälter für die Arbeiter an der Pipeline seien zu gering. Auch auf chinesischer Seite demonstrierten mehr als 2000 Menschen in der Stadt Kunming, sie sorgen sich über die Umweltverschmutzung durch eine Raffinerie, die ebenfalls zu dem Großprojekt gehört.

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si tacuisses 29.07.2013
1. Man möge etwas weiter sehen:
Zitat von sysopAPBurma versorgt China künftig mit Erdgas. Die beiden Länder haben eine rund 800 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, durch die jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China geleitet werden sollen. Für Peking ist die Leitung vor allem strategisch wichtig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-nimmt-gaspipeline-nach-burma-in-betrieb-a-913638.html
Beide Pipelines nach China sind wichtiger als hier dargestellt: Sie werden den leichteren Zugriff auf iranisches Öl und Gas zulünftig ermöglichen. Einen chinesischen Öl- oder Gas-Tanker wird wohl keiner mit der Embargo-Begründung anzuhalten wagen. Win - win Situation fur beide Länder.
spiekr 29.07.2013
2. Die Kooperation der Asiaten
kann ich für Europa empfehlen, wie auch unsere Kooperation mit ihnen anstatt zu lamentieren über: - niedrige Einkommen in einigen ferner Ländern - die wollen uns fertigmachen - die haben die Idee der Pipelines von uns übernommen. - die 278 Bürgerintiativen entlang der Pipeline wurden nicht ausreichend berücksicht (in 25 Jahren dauernden Prozessen) Auch wir sollten Öl im Iran einkaufen wie die Chinesen. Die Iraner würden mindestens für denselben Betrag bei uns einkaufen. Das wäre auch ein selbstbewußtes Signal unserer Unabhängigkeit.
z_beeblebrox 29.07.2013
3. Schweigen ist oft Gold
Zitat von sysopAPBurma versorgt China künftig mit Erdgas. Die beiden Länder haben eine rund 800 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, durch die jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China geleitet werden sollen. Für Peking ist die Leitung vor allem strategisch wichtig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-nimmt-gaspipeline-nach-burma-in-betrieb-a-913638.html
Manchmal verstehe ich wirklich nicht, wie man solche jammerschlechten Beiträge auf SPON veröffentlichen kann. So hat JEDE überregionale Pipeline einen Namen - warum wird der hier nicht erwähnt? Sino-Burma pipelines /Sino-Myanmar oil and gas pipelines heißen die nämlich. Dann wäre ein Bildchen, wo das olle Ding liegt, sehr hilfreich zum Verständnis: http://www.shwe.org/wp-content/uploads/2012/09/pipeline+map.gif oder: http://arakanoilwatch.org/wp-content/uploads/2011/05/china-gas-pipeline-update-route.jpg Das Bild auf SPON zeigt wohl eher ein Abwasserrohr, denn der Rohrdurchmesser sieht sehr klein aus. Hier sehen die Dimensionen schon besser aus: http://www.dw.de/image/0,,16851197_403,00.jpg oder noch besser dargestellt: http://www.chinadaily.com.cn/china/images/attachement/jpg/site1/20100910/0023ae73cfef0df4792808.jpg http://www.chinadaily.com.cn/china/images/attachement/jpg/site1/20100910/0023ae73cfef0df479bf1d.jpg Überhaupt ist dieser Beitrag dazu sehr viel interessanter: Pipeline mit Hindernissen | Wirtschaft | DW.DE | 05.06.2013 (http://www.dw.de/pipeline-mit-hindernissen/a-16851399)
stromsparer 30.07.2013
4. Woher kommt das Gas, und was kostet es?
Zitat von sysopAPBurma versorgt China künftig mit Erdgas. Die beiden Länder haben eine rund 800 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, durch die jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China geleitet werden sollen. Für Peking ist die Leitung vor allem strategisch wichtig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-nimmt-gaspipeline-nach-burma-in-betrieb-a-913638.html
Spannend wäre auch, zu erfahren, woher das Gas überhaupt kommt. So eine große Menge muss ja irgendwo gefördert oder eingespeist werden. Auch der Lieferpreis wäre interessant. Schließlich gibt es auch andere Länder, die gerne Gas nach China liefern würden, sich mit ihm aber nicht über den Preis einigen können.
karyosix 30.07.2013
5. Karte
Eine solche Artikeln ohne eine Karte?
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