Hamburg - Hunderttausende Chinesen haben an diesem Sonntag an landesweiten Auswahltests für eine Stelle im Staatsdienst teilgenommen. Insgesamt sind mehr als 1,5 Millionen Bewerber für das Examen registriert, wie die Zeitung "Beijing Times" berichtet. Dies bedeutet einen neuen Rekord: Es gibt rund 30-mal so viele Interessenten wie noch vor einem Jahrzehnt. Nach Angaben des Staatsfernsehens bewerben sich die Kandidaten um mehr als 20.000 staatliche Stellen.
Die meisten der Aspiranten sind Studenten. Der Bewerberanstieg ist auch damit zu erklären, dass immer mehr Chinesen einen Hochschulabschluss machen. Allein in diesem Jahr gab es rund sieben Millionen Absolventen - vor zehn Jahren waren es gerade einmal 1,5 Millionen.
6,9 Millionen Menschen im Staatsdienst
Die Jobs im Staatsdienst bieten Status, Stabilität und eine medizinische Versicherung. "Es gibt praktisch keine Chance, einen Regierungsjob wieder zu verlieren, wenn du einmal einen hast", sagte der 24-jährige Student Liu Ting vor der Hujiaolou-Schule in Peking, die als eine von mehreren Dutzend Orten in der Hauptstadt für das Examen dient.
Die Auswahltests für den Staatsdienst sehen zunächst ein Examen und in einer zweiten Runde ein Interview vor. Das Auswahlverfahren geht auf die im siebten Jahrhundert eingeführte kaiserliche Keju-Prüfung zurück. Sie wird auch "Beamtenprüfung" genannt.
Insgesamt arbeiten in China laut "The Economist" 6,9 Millionen Menschen im Staatsdienst. In diesem Jahr haben die Behörden angekündigt, besonders wachsam zu sein: Wer beim Schummeln erwischt wird, darf fünf Jahre lang nicht wieder antreten.
han/AFP
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